ZSC Lions – Davos 6:3
Das Spiel: Wiedergutmachung – nach der desaströsen letzten Saison muss das sowohl in Zürich als auch in Davos das Motto sein. Und die beiden Teams, die letzte Saison teilweise Arno Del Curto an der Bande hatten, zeigen ihren Fans schon viele gute Ansätze. Wille und Laufbereitschaft sind gross. Die ZSC Lions des Schweden Rikard Grönborg haben über weite Strecken mehr von Spiel. Doch die Davoser von Christian Wohlwend machen einen gut organisierten Eindruck und (über-)fordern mit ihrer Schnelligkeit die Zürcher zuweilen. Dreimal gibt es einen Führungswechsel. Die Entscheidung führen die Lions im Schlussdrittel herbei, als Maxim Noreau mit seinem zweiten Tor im Powerplay ausgleicht und Pius Suter 33 Sekunden später das 4:3 erzielt.
Der Verlust: Die üble letzte Saison mit dem Verpassen der Playoffs machte sich in der ZSC-Rechnung bemerkbar. Die Lions weisen einen Verlust von 1,733 Mio. Franken aus. In der Meistersaison 2018 war das Minus allerdings nur 400 000 Fr. geringer gewesen.
Der Beste: Pius Suter (ZSC). Einer von vier Doppeltorschützen. Zweimal trifft er dank Willenskraft und Druck auf dem Stock.
Die Pflaume: Otso Rantakari (Davos). Seine zwei Strafen führen zu zwei ZSC-Toren.
Tore: 18. Lindgren (Baumgartner) 0:1. 29. Noreau (Marti) 1:1. 31. Bodenmann (Hollenstein/SH) 2:1. 32. M. Wieser (Tedenby, DuBois/PP) 2:2. 35. Lindgren (M. Wieser) 2:3. 44. Noreau (Roe/PP) 3:3. 45. Suter (Roe, Marti) 4:3. 57. Suter (Roe, Pettersson/PP) 5:3. 59. Bodenmann (Wick) 6:3 (ins leere Tor).
SC Bern – SCRJ Lakers 6:3
Das Spiel: 69 Punkte trennten letzte Saison nach der Quali die Teams. Meister Bern wird damit zumindest kurzfristig zum Schlendrian und lässt die St. Galler bis ins Schlussdrittel hoffen. Dann, innert 62 Sekunden entscheidet der Meister die Partie doch noch zu seinen Gunsten.
Der Beste: Simon Moser
Die Pflaume: SCB-Trainer Kari Jalonen bringt seine Berner kurz ins Schleudern. Beim 2:2 Ausgleich durch Martin Ness will er ein Offside gesehen haben. Weit gefehlt, dafür kassiert er eine Bankstrafe und den erstmaligen Rückstand.
Tore: 16. Untersander (Moser, Ruefenacht) 1:0. 24. Rowe (Forrer, Kristo) 1:1. 35. Jeremi Gerber (Blum, Grassi) 2:1. 36. Ness (Hüsler) 2:2. 37. Gähler (Cervenka/PP) 2:3. 39. Moser (Arcobello, Ruefenacht) 3:3. 49. Ebbett (C. Gerber, Pestoni) 4:3. 50. Arcobello (Ruefenacht, Moser) 5:3. 59. Arcobello (Untersander/EN) 6:3
Ambri – Zug 3:4
Das Spiel: Ambri wird zum Saisonstart kalt geduscht. Ein Schuss. Ein Tor. Und nach 63 Sekunden liegt das Heimteam bereits zurück. Der Torschütze? Ausgerechnet Johann Morant. Der EVZ-Rüpel hat in der ganzen letzten Saison bloss einmal getroffen. 27 Minuten lang spielt nur Zug, erarbeitet sich Chance um Chance. Ambri kommt stets einen Schritt zu spät. Und hat auch noch Pech. Das 0:2 lenkt Marco Müller mit dem Fuss ins eigene Tor ab. Ins Spiel kommt das Überraschungsteam der letzten Saison dank des brillanten Diego Kostner.
Der Stürmer, der sich später auch noch mit EVZ-Star Grégory Hofmann anlegt, fasst sich ein Herz, stürmt wie von einer Tarantel gestochen vors Tor und kann nur mit unerlaubten Mitteln gestoppt werden. Da reisst es selbst Ambri-Sportchef Paolo Duca euphorisch vom Sitz. Das Publikum ist hellwach. Und Ambri endlich im Spiel. Kaum ist die Strafe abgelaufen, trifft Matt D’Agostini. Das Resultat hält zwar nur sechs Minuten. Doch nun glaubt Ambri an seine Chance, stürmt mutig nach vorne – und wird belohnt.
37 Sekunden vor der zweiten Pause verkürzt Ambri erneut. Dabei leistet der fünffache Meister-Goalie Leonardo Genoni, der auf diese Saison hin von Bern nach Zug wechselte, Schützenhilfe. Genoni kann eine Scheibe nicht blockieren. Noele Trisconi profitiert. Dank Kostner kann Ambri gar ausgleichen. Doch dann zerstört ausgerechnet Ex-Ambri-Junior Grégory Hofmann die Tessiner Träume vom ersten Sieg. Dafür gibts vom Publikum Pfiffe.
Jubilar: Die Valascia (Eröffnung 1959) hat ihren fünfmillionsten Zuschauer. Der Glückliche weiss allerdings nichts davon, wird auch nicht geehrt. Es sei unmöglich, ihn ausfindig zu machen, heisst es.
Der Beste: Diego Kostner (Ambri), grossartige Leistung!
Die Pflaume: Brian Flynn (Ambri), Während der ehemalige NHL-Stürmer (282 Spiele für Montreal und Buffalo), der in den Playoffs für Zug spielte, auf der Strafbank sitzt, entscheidet der EVZ das Spiel.
Tore 2. Morant (Lindberg, Martschini) 0:1, 11. Zryd (Klingberg) 0:2. 27. D’Agostini (Bianchi, Müller) 1:2. 33. Senteler 1:3. 40. (39:23) Trisconi (Plastino) 2:3. 41. (40:44) Kostner 3:3. 48. Hofmann (Martschini, Diaz) 3:4.
Biel – Fribourg 3:1
Das Spiel: Nach zwei Halbfinals in Folge hat man in Biel mit namhaften Zuzügen wie Verteidiger Yannick Rathgeb oder Stürmer Luca Cunti noch einmal aufgerüstet. Die Gefahr von Grössenwahn besteht im Seeland aber dennoch nicht. Bescheiden wurde ein Platz in den Top 6 als Saisonziel ausgerufen.
Bescheiden ist auch, was der EHCB und Fribourg beim Saisonstart zunächst zeigen. Lange bleibt der Puckeinwurf von Schwingerkönig Christian Stucki vor der Partie das einzige Highlight. Der 1,94 Meter grosse Gottéron-Captain Julien Sprunger braucht schon seine Schlittschuhe, um dem Lysser, der sich vor drei Wochen beim ESAF in Zug unsterblich machte, auf Augenhöhe zum Titel gratulieren zu können.
Schliesslich ist es ein Weltmeister, der den mit EHCB-Schal ausgestatteten König Stucki jubeln lässt. Toni Rajala, der im Mai mit Finnland an der WM in der Slowakei Gold gewann, bucht mal eben einen Hattrick. Zuerst trifft er zweimal aus der Distanz, dann noch ins leere Tor. Beim 0:1 und 1:2 sieht Gäste-Goalie Reto Berra unglücklich aus. Erst vor wenigen Wochen schlug der Zürcher einen lukrativen Mehrjahresvertrag ab nächster Saison als Hiller-Nachfolger in Biel aus – und verlängerte stattdessen bis 2024 bei Gottéron.
Der Beste: Toni Rajala (Biel). Nach 32 Treffern in der letzten Saison, läuft der Weltmeister schon im September wieder so richtig heiss. Ein Hattrick und eine Ehrenrunde für Biels Scharfschütze vom Dienst!
Die Pflaume: Reto Berra (Fribourg). Lange Zeit wird der 32-Jährige kaum gefordert, dann lässt er sich bei beiden Gegentoren aus der Distanz überraschen. Allerdings fehlt auch die Gegenwehr der Vorderleute. Beim letzten Treffer ins leere Tor ist er nur noch Zuschauer auf der Bank.
Tore: 33. Rajala (Pouliot) 1:0. 42. Walser (Brodin) 1:1. 44. Rajala (Salmela, Tschantré) 2:1. 60. (59 :43) Rajala (Künzle/ins leere Tor) 3:1.
SCL Tigers – Servette 1:3
Das Spiel: Knapp während der halben Spielzeit liegen die SCL Tigers gegen die verzweifelt anrennenden Romands vorne. Spätestens Chris DiDomenico muss zur Spielmitte mittels Penalty das 2:0 schiessen. Genf nutzt später einen kurzen Hänger zur vermeidbaren Wende.
Weltmeister: Vor dem Spiel wird Harri Pesonen mit einem Spezialshirt (Halb-Tiger/Halb-Finnland) geehrt. Nach Jeff Shantz ist er der einzige amtierende Weltmeister in den SCL-Reihen.
Der Beste: Daniel Winnik sorgt mit seinem 1:1-Ausgleich für den mentalen Befreiungsschlag (siehe Pflaume).
Die Pflaume: Noah Rod mäht In-Albon unglücklich um (leichte Hirnerschütterung). So bringt ausgerechnet der Captain früh Unruhe und einen Rückstand ins Servette-Spiel.
Die Tore – 7. Blaser (DiDomenico/PP2) 1:0. 36. Winnik 1:1. 40. (39:30) Fehr (Jacquemet, Tömmernes) 1:2. 46. Wingles (Smirnovs) 1:3.
Lugano – Lausanne 2:5
Das Spiel: Mit Verspätung sind die Waadtländer im Tessin angekommen – verspätet finden sie auch den Tritt im Spiel. Die Luganesi führen 2:0, weil Goalie Stephan den ersten Schuss reinlässt und sich vor dem nächsten Gegentor kaum bewegen kann (s. unten). Im Mitteldrittel aber kehrt Lausanne kurzerhand das Spiel mit drei Toren innert zehn Minuten.
Die Szene: Lausannes Lukas Frick lässt sich vor dem eigenen Tor den Puck abluchsen von Luganos Zangger, danach behindert er noch seinen Goalie, Jörg netzt unbekümmert zum 2:0 ein.
Der Beste: Christoph Bertschy (Lausanne). Knüpft da an, wo er in den letzten Playoffs aufgehört hat: mit wichtigen Toren.
Die Pflaume: Benoit Jecker (Lugano). Passive Verteidigung.
Tore: 2. Bertaggia 1:0. 19. Jörg (Zangger) 2:0. 25. Bertschy (Grossmann, Leone) 2:1. 33. Jooris (Bertschy, Lindbohm) 2:2. 35. Leone (Nodari, Vermin) 2:3. 45. Bertschy (Jooris) 2:4. 58. Jeffrey (Nodari) 2:5.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 7 | 15 | 21 | |
2 | Genève-Servette HC | 7 | 2 | 12 | |
3 | HC Ambri-Piotta | 7 | -2 | 11 | |
4 | HC Ajoie | 7 | 2 | 11 | |
5 | HC Fribourg-Gottéron | 7 | 3 | 11 | |
6 | EV Zug | 5 | 9 | 10 | |
7 | HC Davos | 7 | -1 | 10 | |
8 | SCL Tigers | 7 | -3 | 9 | |
9 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 7 | -6 | 9 | |
10 | SC Bern | 5 | 0 | 7 | |
11 | EHC Biel | 6 | 1 | 7 | |
12 | Lausanne HC | 6 | -7 | 6 | |
13 | EHC Kloten | 7 | -11 | 6 | |
14 | HC Lugano | 5 | -2 | 5 |