Davos – ZSC Lions 0:5
5689 Fans
Das Spiel: Davos gegen die ZSC Lions ist wieder ein Spitzenkampf. Das hatten nur wenige nach der letzten Horrorsaison der beiden Klubs, in der beide die Playoffs verpassten, erwartet. Doch nun sind die Zürcher Leader nach Punkten und die Bündner nach Punkten pro Spiel. Sowohl der zweifache Weltmeister-Trainer Rikard Grönborg, der auch ein Kandidat für den Job in Davos gewesen war, als Christian Wohlwend und der neue HCD-Sportchef Raeto Raffainer haben sich als gute Wahl entpuppt.
Während der davor formstarke HCD (13 Siege in den letzten 14 Pflichtspielen) Mühe bekundet, ins Spiel zu kommen, ist der ZSC sichtlich bemüht, die jüngsten Fehltritte in der Meisterschaft (3 Pleiten in 4 Spielen) und Cup (Blamage in Ajoie) vergessen zu machen. Noch bevor Davos der erste richtige Angriff gelingt, haben die Gäste bereits vier ernstzunehmende Abschlüsse. In Führung gehen die Zürcher aber erst, als Davos auch langsam spielt. Dabei entwickelt Reto Schäppi jene Dynamik, die man bei ihm zuletzt oft vermisst hat. Seine Vorlage verwertet Chris Baltisberger mit einer Direktabnahme.
Die Lions bleiben meist konzentriert. Dennoch kann sich auch der Finne Joni Ortio mehrfach auszeichnen. Er steht im ZSC-Tor, weil der Kopf des schwedischen Stürmers Marcus Krüger nach dem Schlag von Servette-Goalie Robert Mayer noch brummt. Dauerhaften Druck kann der HCD, der Verteidiger Otsi Rantakari bis mindestens Ende Saison behält, kaum einmal aufbauen.
Bitter für die Davoser: Just nachdem Yannick Frehner eine Shorthander-Chance vergibt, trifft Simon Bodenmann im Gegenzug zum 2:0. (sr/zis)
Der Abgang: Für Benjamin Baumgartner ist es vorerst das letzte Spiel für den HCD. Von Sport- und Ex-Nati-Chef Raeto Raffainer ermuntert rückt der Stürmer nun ins Camp der österreichischen U20-Nati ein und steht dem HCD erst nach dem 16. Dezember wieder zur Verfügung.
Der Beste: Denis Hollenstein (ZSC). Bissig in den Zweikämpfen und mit starker Vorarbeit bei Bodenmanns 2:0.
Die Pflaume: Félicien DuBois (Davos). Mehrfach nicht im Bild.
Tore: 8. C. Baltisberger (Schäppi, Noreau) 0:1. 27. Bodenmann (Hollenstein, Diem/PP) 0:2. 36. Roe (Wick) 0:3. 43. Pettersson (Brüschweiler, Prassl) 0:4. 46. Suter (Noreau, Roe) 0:5.
Genf – Bern 1:2
6140 Fans
Das Spiel: Warum? Diese Frage dürften sich die Protagonisten beim SCB in den letzten Wochen oft gestellt haben. Der Meister fand zwar immer wieder neue Wege in die Niederlage, machte aber nur selten den Anschein eines Teams, das in einer veritablen Krise steckt.
Bern hielt stets zusammen, kämpfte verbissen und leidenschaftlich. Nicht zuletzt deshalb sagt SCB-CEO Marc Lüthi auch nach neun Pleiten in zehn Pflichtspielen: «Trainer Kari Jalonen ist nicht das Problem.»
In Genf ist den Bernern das Glück wieder einmal hold. Nach 23 Minuten liegt die Scheibe erstmals im Tor von Stéphane Charlin. Doch Servette-Coach Patrick Emond wittert ein Offside, nimmt seine Coaches Challenge. Und tatsächlich: Eine Millimeter-Angelegenheit. Die Unparteiischen können auf dem Video jedoch nicht erkennen, ob die Scheibe die Zone verlassen hat. Yannik Burren verdeckt das Spielgerät mit seinem Schlittschuh. Das Tor zählt.
Doppelt bitter für Genf: Seit dieser Saison gibts bei einer nicht erfolgreichen Challenge eine 2-Minutenstrafe. Der SCB verpasst es allerdings in dieser Phase, seine Führung auszubauen. Und kassiert drei Minuten später – nun selbst mit einem Mann weniger – den Ausgleich. Der neue SCB-Goalie Tomi Karhunen lässt sich in der nahen Ecke erwischen.
Der Finne, der am Freitag gegen Davos erstmals spielte, zwei der ersten vier Schüsse passieren, sich später von hinter der Grundlinie erwischen liess und im Penaltyschiessen keinen Schuss hielt, zeigt allerdings eine starke Partie.
Karhunen strahlt viel Ruhe aus, behält in kritischen Phasen stets die Übersicht und verhindert, dass der SCB erstmals seit dem Wiederaufstieg 1986 bei Saisonhälfte am Tabellenende liegt.
Weil der 30-Jährige hinten dicht macht, ist Calle Anderssons Treffer nach 39 Minuten bereits die Entscheidung.
Apropos Goalie: Servettes Charlin kommt erstmals in der höchsten Liga von Beginn weg zum Einsatz. Stammkeeper Robert Mayer wurde nach seinem Faustschlag mit dem Blocker gegen Marcus Krügers Kopf gesperrt. Sein eigentlicher Ersatz Gauthier Descloux ist verletzt.
Der Beste: Tomi Karhunen (Bern): Der neue Keeper zeigt trotz eines Bocks eine starke Partie, hält Bern in kritischen Phasen im Spiel.
Die Pflaume:Tim Bozon (GSHC): Wird nach einem gefährlichen Foul an Arcobello zurecht in die Kabine geschickt.
Tore: 23. Heim 0:1. 26. Smirnovs (Tömmernes, Wingels/PP) 1:1. 39. Andersson 1:2.
SCRJ Lakers – HC Lugano 2:1
3712 Fans
Das Spiel: Der «Leistungs»-Ausweis von Lugano im November? So düster wie die Abenddämmerung! Drei Punkte in neun Partien haben die Südtessiner lediglich geholt. Dabei ist nicht wie in vergangenen Krisen die instabile Defensive das Hauptproblem. Sondern die laue Offensive. In besagten neun Spielen schossen die Luganesi im Durchschnitt gerade mal zwei Tore pro Match.
Der gestrige Auftritt in Rappi-Jona ist erschreckend: In der gegnerischen Zone ist Luganos Spiel plan- und dementsprechend harmlos. Pässe gehen in Leerräume, und man weiss nicht so recht, ob aus Verlegenheit, Versehen – oder weil dort ein Mitspieler nicht in seine Position gelaufen ist. Die holprigen Aktionen könnte man zumindest mit Elan, Emotionen oder Entschlossenheit kaschieren. Aber bei den Bianconeri ist nichts dergleichen auszumachen. Ausser Verunsicherung, nicht noch eine weitere Pleite kassieren zu müssen.
Denn die deutlich besseren Möglichkeiten haben die Lakers. Ihr Problem: Sie bringen den Puck lange auch aus besten Positionen nicht im Tor unter, Kristo, Cervenka oder Ness scheitern. Als dem SCRJ dann doch noch das 1:1 gelingt, lockt erst dieser Ausgleich die Luganesi aus den Löchern, in denen sich die Führungsspieler zwischenzeitlich gerne mal verkrochen haben. Dort würden sie sich wohl am liebsten wieder verstecken, als den Lakers tatsächlich noch die Wende gelingt. Aus gutem Grund: Sie taten deutlich mehr für den Sieg. N.V.
Der Beste: Dominik Egli (SCRJ). Bringt sein Team wieder in aussichtsreiche Position und stellt die Weichen auf Sieg.
Die Pflaume: Romain Loeffel (Lugano). Lässt Mosimann vor dessen 2:1 alleine vor dem Tor.
Tore: 35. Wellinger (Postma) 0:1. 50. Egli (Cervenka/PP) 1:1. 50. Egli (Cervenka, Kristo/PP) 1:1, 54. Mosimann (Wetter, Schneeberger) 2:1.
SCL Tigers – Ambri-Piotta 4:3
6000 Fans (ausverkauft)
Das Spiel: Angriffsflächen bieten die SCL Tigers und Ambri erst, als die Emotionen ins Spiel kommen. Dazu später mehr. Die Emmentaler nutzen gleich den ersten Fehler der Tessiner zum Führungstreffer, mehr als ein intensives Abtasten bietet das Spiel im ersten Abschnitt ansonsten aber nicht.
Ambri korrigiert den Rückstand dann durch zwei Rohrbach-Treffer, Müller hat gar das 3:1 auf dem Stock, scheitert aber an Punnenovs. Dann kommen endlich die Emotionen ins Spiel: Nach einem wuchtigen Check DiDomenicos gegen Fischer nutzt Earl die temporäre Hektik vor dem Ambri-Tor zum etwas überraschenden Ausgleich. Danach fliegen diverse Fäuste und Scottie Upshall sowie Chris DiDomenico für je 10 Minuten raus. Die Streithähne setzen ihren Disput in der Kühlbox fort. Herrlich. Die Schiedsrichter haben ziemlich alles im Griff, nur sehen das im Stadion natürlich alle anders.
Im Schlussabschnitt legt Ambri im Powerplay wieder vor, dann trifft Maxwell kurios zum Ausgleich: sein Schuss von der Torlinie wird von Fischer ins eigene Tor abgelenkt, Conz wäre sonst zur Stelle gewesen.
Nach einer Strafe gegen Schmutz meckert Tigers-Coach Ehlers (immer auf die Schiedsrichter...) etwas zu laut und brockt seiner Mannschaft so zwei Minuten in doppelter Unterzahl ein. Dabei fehlen den Tessiner allerdings die Ideen, die Emmentaler schaukeln die zwei Minuten locker runter.
Unter dem Dauerdruck der nun johlenden Zuschauer machen die Refs dann doch einen Fehler: Sie fallen auf eine etwas theatralische Einlage von Schmutz rein und schicken Dotti auf die Strafbank. Und diese Strafe geht tatsächlich ins Auge: Berger schiesst die Tiger zum Sieg, die letzten Versuche der Tessiner mit der Brechstange bringen nichts mehr.
Teilweise Entwarnung können die SCL Tigers für Yannick Blaser vermelden. Blaser war am Freitag in Lausanne von einem Schuss am Oberkörper getroffen worden und musste zur Kontrolle ins Spital. Der Verteidiger erlitt dabei eine Lungenprellung wird zwei bis drei Wochen pausieren müssen. (D.K.)
Der Beste: Punnenovs (Tigers). Parade gegen Müller beim Stand von 1:2, hält die Tigers im Spiel.
Die Pflaume: Fischer (Ambri). Fälscht den Puckl nur Sekunden nach dem 3:2 ins eigene Tor ab.
Tore: 16. Schmutz (Earl, Maxwell) 1:0. 27. Rohrbach (Müller, Zwerger) 1:1. 35. Rohrbach (Fora, Müller/PP) 1:2. 40. Earl (Glauser) 2:2. 52. Flynn (Bianchi, D’Agostini/PP) 2:3. 52. Maxwell (Schmutz) 3:3. 58. Berger (DiDomenico/PP) 4:3.
Fribourg-Gottéron – Lausanne HC 3:2 n.V.
6500 Fans
Das Spiel: In der Rangliste ist Gottéron von allen Romand-Teams am schlechtesten klassiert, in den Direktduellen aber eine Macht. Alle vier bisherigen Derbys wurden gewonnen. Die neuste Auflage ist zunächst eine laue Angelegenheit. Mit nur drei Schüssen aufs Tor ist das Heimteam im Startdrittel noch nicht wach. Genau gleich wie der Zeitnehmer. Dieser verpennt das Anspiel, erst nach fünf Sekunden beginnt die Uhr zu laufen.
Dann gehen die Gäste durch einen Verlegenheitsschuss von Lindbohm in Führung. Jooris nimmt Gottéron-Goalie Berra ideal die Sicht. Fribourgs Antwort? Dis lässt lange auf sich warten, erst am Ende des Mitteldrittels lupft Mottet die Scheibe zum Ausgleich ins Netz.
Richtige Emotionen kommen dann im Schlussdrittel auf. Brodin checkt Lausannes Jooris in die Bande und wird daraufhin von LHC-Raubein Traber verprügelt. Weil auch Brodin kräftig austeilt, kassieren beide einen Restausschluss. Die ausverkaufte Halle kocht.
Kurz darauf lässt Vermin Mottet stehen und trifft zum 2:1 für die Gäste. Die Entscheidung? Nein. Grossmann lenkt einen Desharnais-Pass mit dem Schlittschuh ins eigene Tor – Verlängerung. Dort schiesst Topskorer Stalberg Gottéron im Powerplay zu Sieg. Es bleibt dabei: In der Romandie gibt Fribourg den Ton an. (C.S)
Der Beste: Stalberg (Fribourg). Entscheidet das Derby.
Die Pflaume: Grossmann (Lausanne). Erst das Eigentor, dann bei der Entscheidung auf der Strafbank.
Tore: 15. Lindbohm 0:1. 39. Mottet (Desharnais) 1:1. 51. Vermin 1:2. 53. Desharnais (Mottet/Eigentor Grossmann) 2:2. 62. Stalberg (Gunderson, Sprunger) 3:2.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 7 | 15 | 21 | |
2 | Genève-Servette HC | 7 | 2 | 12 | |
3 | HC Ambri-Piotta | 7 | -2 | 11 | |
4 | HC Ajoie | 7 | 2 | 11 | |
5 | HC Fribourg-Gottéron | 7 | 3 | 11 | |
6 | EV Zug | 5 | 9 | 10 | |
7 | HC Davos | 7 | -1 | 10 | |
8 | SCL Tigers | 7 | -3 | 9 | |
9 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 7 | -6 | 9 | |
10 | SC Bern | 5 | 0 | 7 | |
11 | EHC Biel | 6 | 1 | 7 | |
12 | Lausanne HC | 6 | -7 | 6 | |
13 | EHC Kloten | 7 | -11 | 6 | |
14 | HC Lugano | 5 | -2 | 5 |