Arno Del Curto & Reto von Arx
Das Ende einer Männer-Freundschaft

Das Ende der Ära Von Arx ist wohl auch das Ende der Freundschaft zwischen Arno Del Curto und Reto von Arx. Der Spieler wollte noch weiter Eishockey spielen, der Verein will ihn nicht mehr.
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Erfolgs-Duo: Arno und Reto holten in 19 gemeinsamen Jahren 5 Meistertitel.
Foto: Andy Mettler
Von Dino Kessler

Werden sie die Geister, die sie riefen, jetzt nicht mehr los? Arno Del Curto und Reto von Arx pflegten während 19 Jahren eine Männerfreundschaft, die im Spitzensport einzigartig war.

Die Grenzen? Sie hielten sich immer daran. Freunde neben dem Eis, Chef und Angestellter beim Sport. Eine Symbiose, die den HC Davos in letzter Konsequenz zu fünf Meistertiteln trieb. Genauso wie Del Curto an der Bande den Taktstock schwang, bestimmte Von Arx auf dem Eis die Marschrichtung.

Der Mann mit der Nummer 83 konnte einfach alles: Skoren. Verteidigen. Arbeiten. Sich in Schüsse werfen. Durchbeissen. Die Knochen hinhalten. Andere mitreissen. Ein Führungsspieler, wie er im Lehrbuch beschrieben wird, aber in der Realität trotzdem nur ganz selten vorkommt.

Ein Trainer wird weiser, ein Spieler höchstens älter. Und die Biologie bestimmt auch die Zukunft von Reto von Arx (38): Irgendwann ist immer Schluss.

«Letztlich war dies eine Frage des Alters. Der HCD spielt ein schnelles Eishockey. Und irgendwann ist ein Spieler zu alt, um dieses Tempo mitgehen zu können», sagt Präsident Gaudenz Domenig.

«Eine Frage des Geldes war es nie.»

Das Ende der Ära Von Arx schiebt wohl auch der Männerfreundschaft zwischen Spieler und Trainer den Riegel. Einigkeit? Nein. Der Spieler wollte noch, der Verein nicht.

«Der hat so viel geleistet, seine Knochen hingehalten, trotz Verletzungen gespielt – irgendwann fordert der Körper Tribut», sagt Arno Del Curto. «Das war brutal hart für mich.»

Mehr will der 58-Jährige dazu nicht sagen. Noch kleinlauter ist Reto von Arx. «Es ist so, wie es in der Pressemitteilung steht.» Die Von-Arx-Brüder bekommen vom HCD keinen Vertrag mehr. Und jetzt? Erst mal wolle er seine Schulterverletzung auskurieren und dann wieder für den HCD aufs Eis. Und danach? Weiterspielen? Rücktritt?

«Das weiss ich jetzt noch nicht.» Eigentlich egal – beweisen muss er längst keinem mehr etwas.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
52
-75
42
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