Es mag sich bei den aktuellen Temperaturen nicht richtig anfühlen, aber es ist trotzdem so: Heute Abend steht in Interlaken die Swiss Ice Hockey Night auf dem Programm (ab 18.45 Uhr bei uns im Ticker). Beim alljährlichen Klassentreffen des Schweizer Eishockeys werden trotz hochsommerlicher Temperaturen Awards für Leistungen während der vergangenen Hockeysaison verliehen.
Wie es sich für ein gutes Klassentreffen gehört, gibt es auch ein Tuschelthema: Marc Lüthi (64) wird der nächste Präsident des Schweizer Hockeyverbandes (SIHF). Vorausgesetzt, es passiert nichts ganz Wildes, wird der langjährige SCB-Boss am 27. August an einer ausserordentlichen Generalversammlung der SIHF zum Nachfolger von Urs Kessler gewählt.
Die gute Nachricht für alle, die gerne tuscheln: Lüthi selbst wird am Donnerstag nicht in Interlaken auftauchen. Es darf also sogar halblaut gemurmelt werden. Der Job ist schliesslich nicht einfach: Lüthi, der Ende April in Bern nach 28 Jahren die Büroschlüssel abgegeben hat, und sich eigentlich mit einem Freund und einem Beratungsbüro selbständig machen wollte, wird der vierte Verbandspräsident in den letzten vier Jahren sein. Dementsprechend umfangreich ist die Liste der Probleme, die der neue starke Mann im Verband lösen muss:
- Geschäftsstelle: Womit wir schon beim starken Mann wären. Wer hat beim Hockeyverband das Sagen? Zuletzt mehrten sich die Stimmen, dass die Geschäftsstelle um CEO Martin Baumann mehr zu sagen haben soll, als es für den Verband gut ist.
- Swiss League: Während in der National League der Laden brummt, darbt die zweithöchste Spielklasse vor sich hin. Hier braucht es dringend eine Lösung.
- Nachwuchs: Seit Nico Hischier 2017 als Nummer 1 gedraftet wurde, hatte die Schweiz noch einen Erstrundendraft (Lian Bichsel) – Nachbar Österreich deren drei. Ein Zeichen dafür, dass hier Handlungsbedarf besteht.
- Politik, Politik, Politik: Wer als Hockeyverbandspräsident Erfolg haben will, muss es schaffen, die Regionen, Frauen und den Nachwuchs für sich einzunehmen. Weil der Präsident von den Profis nominiert wird, schlägt ihm von den übrigen Abteilungen tendenziell Misstrauen entgegen. Lüthi soll es nun gelungen sein, sowohl in der Ost- als auch in der Westschweiz an Goodwill zu gewinnen. Die NL und SL (ausser Sierre und ChdF) hat Lüthi ohnehin hinter sich.
Für die Wahl sieht es gut aus – weil Lüthi in den letzten Wochen schon viel in Beziehungspflege und Kontakte investiert hat. Den Politik-Punkt scheint er also bereits ziemlich souverän zu erfüllen. Und weil der langjährige SCB-Boss mit Sierres Chris McSorley eine freundschaftliche Beziehung pflegt, wäre es keine Überraschung, würde sich diese Stimme am Ende noch zu Lüthis Gunsten wenden lassen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |