Die Tschechen kommen schon früh zu vielen und auch guten Chancen. Doch entweder fehlt ihnen im Abschluss die Präzision oder Goalie Sandro Aeschlimann bügelt die Unzulänglichkeiten seiner Vorderleute aus.
Anders sieht es bei den Schweizern aus, bei denen mit den ZSC-Stars Denis Malgin und Sven Andrighetto die beiden Offensiv-Motoren überzählig fehlen. Sie kommen zu weniger gefährlichen Abschlüssen, obwohl sie gradliniger spielen und bei jeder Gelegenheit schiessen. Doch sie sind effizient. Der nachnominierte Lausanne-Stürmer Axel Simic bringt sie in Führung. Die Bilanz des 27-jährigen Greyerzers in der Nati kann sich sehen lassen: In zehn Ländespielen hat er nun fünfmal getroffen.
Das Abschlussglück bleibt den Schweizern im Startdrittel treu. Einen Tag nach seinem Nati-Debüt trifft ZSC-Verteidiger Jan Schwendeler. Er erwischt Goalie Frodl, der den Puck selbst ins Tor lenkt, mit einem Schuss von hinter der Torlinie. In 105 NL-Spielen hat der 22-jährige Zuger nur einmal getroffen.
Nach der ersten Pause treffen auch die Tschechen ins Schwarze. Mit seinem Schuss bezwingt Kunc nicht nur Goalie Aeschlimann, sondern zerdeppert auch die Kamera im Tor. Die Scherben bringen den Schweizern Glück. Denn sie werden erdrückt, bringen den Puck auf dem kleineren NHL-Feld oft nicht aus ihrem Drittel und werden Mal für Mal ausgespielt. Doch Aeschlimann kann sich mehrfach auszeichnen. Zweimal rettet auch noch der Pfosten. Einmal kann Maximilian Streule in höchster Not klären.
Irgendwann ist das Scherben-Glück aufgebraucht und die Überforderung in der eigenen Zone wird bestraft: Zabransky gleicht zum 2:2 aus. Sein Schuss wird von Philipp Kurashev noch abgelenkt und so zum tückischen Aufsetzer.
Im dritten Abschnitt kann das Team von Jan Cadieux das Spiel ausgeglichener gestalten. Doch es vermag die dritte Niederlage in der dritten Partie in Helsinki und damit den letzten Platz des Turniers nicht zu verhindern. Kovarcik bringt den Weltmeister von 2025 erstmals in Führung. Darauf finden die Schweizer keine Antwort. Das 4:2 von Sustr ins leere Tor drei Sekunden vor Schluss ist bedeutungslos.
Tschechien – Schweiz 4:2
Fans: 2520
Tore: 9. Simic (Derungs, Streule) 0:1. 19. Schwendeler (Kessler) 0:2. 26. Kunc (Pavlik, Fridrich) 1:2. 37. Zabransky (Adamek, Kunc) 2:2. 51. Kovarcik (Mysak, Sustr) 3:2. 60. Sustr 4:2 (ins leere Tor).
Strafen: 3 x 2 Minuten gegen Tschechien, 2 x 2 Minuten gegen die Schweiz.
Tschechien: Frodl; Kucerik, Tichacek; Sustr, Galvas; Adamek, Koci; Zabransky; Chlapik, R. Zohorna, Blümel; Vozenilek, Spacek, Flek; Bambula, Mysak, Kovarcik; Kunc, Konecny, Pavlik; Fridrich.
Schweiz: Aeschlimann; Frick, Marti; Geisser, Dionicio; Jung, Schwendeler; Streule; Hofmann, Nussbaumer, Kurashev; Bertschy, Jäger, Allenspach; Kessler, Senteler, Miles Müller; Alge, Derungs, Simic; Reber.
Bemerkungen: Schweiz ohne Waeber (Ersatz), Egli, Kukan, Andrighetto und Malgin (alle überzählig). – 28. Pfostenschuss Kunc. 35. Pfostenschuss Spacek.