Foto: Claudio Thoma/freshfocus

Russland bei der WM 2027?
IIHF in der Zwickmühle – Verband muss Farbe bekennen

2022 wurden Russland und Belarus von allen Wettbewerben ausgeschlossen – mit einer fadenscheinigen Begründung. Ein Bumerang für den Weltverband IIHF. Die Funktionäre sitzen in der Patsche.
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Letzter Auftritt 2021: Wegen einer Dopingsperre war Russland damals in Riga nur als «Russisches Olympia-Komitee» zugelassen.
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Nach dem Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 wurden Russland und Belarus von allen IIHF-Wettbewerben ausgeschlossen. Allerdings erst, nachdem die meisten Nationalverbände Druck auf die IIHF ausgeübt hatten. Offiziell begründete die IIHF den Ausschluss so: Russland und Belarus werden aus «Sicherheitsgründen» ausgeschlossen. Der moralische Kompass? Verloren gegangen. Eine fadenscheinige Formulierung, um Russland nicht zu verärgern. Das rächt sich jetzt: Russland und Belarus haben gegen diesen Entscheid Rekurs eingelegt und von der IIHF-Disziplinarkommission Recht bekommen. 

Russland und Belarus kehren also auf die grosse Hockey-Bühne zurück? So einfach ist das nicht. Die IIHF präsentierte letzte Woche in Zürich das Teilnehmerfeld für die U18-WM 2027 in Duluth (USA) – mit Belarus anstelle der Schweiz, die sich 2026 sportlich für die Teilnahme qualifiziert hatte. Obwohl eine Reaktion des Schweizer Verbands noch aussteht, kann man davon ausgehen: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Die Nationalverbände von Lettland und Litauen haben bereits erklärt, auf keiner Stufe gegen Belarus anzutreten. Andere Nationen werden folgen. 

Kehrt Russland zurück, ist die WM Geschichte

Und Russland? Die IIHF hat nun die Möglichkeit, den wahren Grund für den Ausschluss zu nennen: Der Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die IIHF-Funktionäre sitzen also in der Zwickmühle. Klartext reden? Dann wird die Beziehung zu Russland strapaziert. Der russische Verband (RIHF) hat immer noch grossen Einfluss bei der IIHF, obwohl sich die wirtschaftlichen Möglichkeiten Russlands aufgrund der Kriegskosten verändert haben. 

Gibt die IIHF klein bei und Russland darf zurück auf die internationale Bühne, drohen Konsequenzen. Schweden, Finnland und Tschechien haben sich bereits nach Kriegsausbruch klar positioniert: Eine Rückkehr ist erst dann eine Option, wenn der Krieg beendet ist, eroberte Gebiete zurückgegeben und Reparationszahlungen geleistet werden. Eine weitere Bedingung: Alle Unterstützer des Putin-Regimes müssen aus dem Einflussbereich des russischen Verbands entfernt werden. 

Weiterhin den Kopf in den Sand zu stecken, ist für die internationalen Funktionäre jetzt also keine Option mehr. Machen sie einen Bückling vor Russland und Belarus, ist die Weltmeisterschaft in der aktuellen Form Geschichte. Schweden, Finnland und Tschechien haben sich klar positioniert, andere Nationalverbände werden sich anschliessen.

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
7
32
21
2
Finnland
Finnland
7
20
18
3
Lettland
Lettland
7
7
12
4
USA
USA
7
4
11
5
Deutschland
Deutschland
7
1
10
6
Österreich
Österreich
7
-12
9
7
Ungarn
Ungarn
7
-24
3
8
Großbritannien
Großbritannien
7
-28
0
K.o.-Phase
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
7
20
20
2
Norwegen
Norwegen
7
11
15
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
7
2
13
4
Schweden
Schweden
7
11
12
5
Slowakei
Slowakei
7
2
11
6
Dänemark
Dänemark
7
-11
6
7
Slowenien
Slowenien
7
-12
6
8
Italien
Italien
7
-23
1
K.o.-Phase
Abstieg
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