Das Schicksal will es so, dass die Schweiz sich an diesem Wochenende in heissen Duellen an Tschechien misst. Für die Unihockey-Nati ging das im Halbfinal an der Heim-WM am Samstag mit einer 3:11-Pleite krachend schief, Belinda Bencic und Viktorija Golubic fertigten Tschechien dagegen im Halbfinal des Billie Jean King Cups souverän mit 2:0 ab. Die Eishockey-Nati orientiert sich dann am Sonntag an den Tennis-Frauen und landet den nächsten Erfolg. Im Wochenende-Total ergibt das ein 2:1 für die Schweiz.
Eine Hauptrolle spielt im Schweizer Team der ewige Andres Ambühl. Die unermüdliche Legende bestreitet gegen Tschechien sein 300. Länderspiel. Somit fehlen dem doppelten WM-Weltrekordmann (17 Teilnahmen, 123 WM-Spiele) noch fünf Spiele, bis er zu Rekordnationalspieler Mathias Seger (44) aufschliesst und dem langjährigen Nati-Captain die nächste Bestmarke abjagt.
Daran, dass dies gelingen wird, bestehen keine Zweifel. Ambühl gehört am Karjala-Cup zu den besten Eisgenossen und krönt sein Jubiläums-Spiel gegen Tschechien mit einem herrlichen Treffer (49. Nati-Tor) zum zwischenzeitlichen 1:1. Und es gibt derzeit keinen ersichtlichen Grund, weshalb «Büeli» der Altersguillotine zum Opfer fallen sollte und im Mai 2023 nicht seine 18. WM spielen sollte.
Nicht nur Ambühl ein Gewinner
Ambühl ist nicht der einzige Gewinner an diesem ersten Nati-Auftritt an der Euro Hockey Tour. Zu ihnen gehören vor allem auch der agile Stürmer Tyler Moy, der kreative Angreifer Sven Senteler und der wendige Verteidiger Roger Karrer, die alle bislang noch keine WM gespielt haben. Von den bewährten Kräften gefallen Dean Kukan, Tobias Geisser und Gregory Hofmann besonders. EVZ-Stürmer Hofmann, der am Sonntag seinen 30. Geburtstag feiert, wirkt im Nati-Dress beschwingter als während dem teilweise schwierigen Herbst im Verein.
Durchgefallen ist am Karjala-Cup in Turku keiner. Die Nati besitzt mittlerweile ein Selbstverständnis der Kompaktheit im System von Trainer Patrick Fischer. Auf diesem Niveau entscheiden letztlich kleinste Details über Sieg und Niederlage. Am Samstag gegen Schweden konnte die Schweiz in der Schlussphase ihr spielerisches Übergewicht nicht zum Sieg nutzen. Gegen Tschechien gelingt es trotz zu vielen Strafen, die den Rhythmus brechen, zweimal einen Rückstand wettzumachen und sich alle Optionen offenzuhalten. Zum dritten Mal erspielt sich die Nati nach 60 Minuten ein 2:2.
Und dann profitiert Senteler von einem haarsträubenden Fehlpass von Jan Kostalek, macht mit seinem ersten Länderspiel-Tor den zweiten Sieg und zweiten Schlussrang hinter Schweden am Turnier klar.
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