Die Zeit der grossen Experimente sollte vorbei sein, Nati-Trainer Patrick Fischer will die Schrauben anziehen und das Mindset der Spieler verändern. Damit an der WM im Mai in Tschechien endlich mal wieder die Viertelfinal-Hürde übersprungen werden kann.
Doch der Start in dieses neue Kapitel ist missglückt. Die Nati bezieht im ersten Spiel am Karjala-Cup im Rahmen der Euro Hockey Tour eine leistungsgerechte 0:4-Niederlage gegen Gastgeber Finnland.
Der Auftakt in die Partie in Tampere ist zwar vielversprechend, Riat und Andrighetto haben den Führungstreffer auf dem Stock. Doch als der Ex-Fribourger Kuokkanen zur finnischen Führung trifft, reist bei den Schweizern der Faden. Die logische Folge ist das 0:2 durch Lausannes Suomela, der dabei die komplette Schweizer Hintermannschaft narrt.
Das Spiel der Schweizer ist viel zu flattrig und fehlerhaft, im Spielaufbau haben sie oft grosse Probleme und in der Offensive kommen sie gegen den robusten Gegner viel zu selten in die gefährlichen Zonen. Diese Mankos können sie bis zum Schluss nicht beheben. Im Gegenteil: Beim 0:3 sieht Nussbaumer durch einen Puckverlust als letzter Mann ganz schlecht aus. Erneut trifft Suomela. Den Hattrick komplettiert er anschliessend mit einem Treffer ins leere Tor.
Debütant Lehmann schlägt sich ordentlich
Am meisten Schweizer Torgefahr geht vom Paradesturm mit Bertschy, Thürkauf und Andrighetto aus, aber auch sie können nicht reüssieren. Derweil kommt Kultstürmer Andres Ambühl zu seinem ersten Länderspiel als Ü40-Spieler und baut seinen Status als Rekordnationalspieler mit seinem 316. Einsatz weiter aus. Dagegen bestreitet der 24-jährige Marco Lehmann sein erstes Länderspiel überhaupt. Trotz dieser krassen Gegensätze gehören die beiden zu den besseren Schweizern. Mehr als Randnotizen sind das aber nicht.
Letzte Saison erreichte die Nati gegen Finnland an den vier Turnieren der Euro Hockey Tour eine ausgeglichene Bilanz – zwei Spiele wurden gewonnen, zwei verloren. Zum Auftakt gab es damals im November 2022 in Turku einen 3:2-Sieg nach Penaltyschiessen. Von einem solchen Erfolg ist die Schweiz an diesem Donnerstag meilenweit entfernt.
Und nun geht es am Samstag gegen Angstgegner Schweden weiter, gegen den die letzten zwölf Partien allesamt verloren gegangen sind. «Wir werden eine Reaktion zeigen», verspricht Verteidiger Egli gegenüber SRF. Das Mindset der Spieler wird schon früh hart gefordert.
Nokia Arena, Tampere. - 7875 Fans.
SR: Sindel (Tsch)/Holm (Sd).
Tore: 7. Kuokkanen (Vesalainen) 0:1. 17. Suomela 0:2. 48. Suomela (Oksanen) 0:3. 56. Suomela (Oksanen) 0:4 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 MInuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Finnland.
Schweiz: Berra; Kukan, Marti; Egli, Müller; Berni, LeCoultre; Bertschy, Thürkauf, Andrighetto; Simion, Ambühl, Nussbaumer; Martschini, Senteler, Herzog; Riat, Richard, Lehmann.
Finnland: Heljanko; Saarijärvi, Riikola; Niku, Lindbohm; Laaksonen, Leskinen; Seppälä, Vitasmäkki; Repo, Suomela, Oksanen; Turkulainen, Kuokkanen, Vesalainen; Ikonen, Björninen, Levtchi; Erholtz, Mattila, Jääskä.
Bemerkungen: Schweiz ohne Van Pottelberghe (Ersatz), Aeschlimann, Geisser, Heldner, Heim, Hofmann und Schmid (überzählig).
Nokia Arena, Tampere. - 7875 Fans.
SR: Sindel (Tsch)/Holm (Sd).
Tore: 7. Kuokkanen (Vesalainen) 0:1. 17. Suomela 0:2. 48. Suomela (Oksanen) 0:3. 56. Suomela (Oksanen) 0:4 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 MInuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Finnland.
Schweiz: Berra; Kukan, Marti; Egli, Müller; Berni, LeCoultre; Bertschy, Thürkauf, Andrighetto; Simion, Ambühl, Nussbaumer; Martschini, Senteler, Herzog; Riat, Richard, Lehmann.
Finnland: Heljanko; Saarijärvi, Riikola; Niku, Lindbohm; Laaksonen, Leskinen; Seppälä, Vitasmäkki; Repo, Suomela, Oksanen; Turkulainen, Kuokkanen, Vesalainen; Ikonen, Björninen, Levtchi; Erholtz, Mattila, Jääskä.
Bemerkungen: Schweiz ohne Van Pottelberghe (Ersatz), Aeschlimann, Geisser, Heldner, Heim, Hofmann und Schmid (überzählig).