In Lahti erlebt die Schweizer Frauen-Nati ein echtes Wechselbad der Gefühle. Lange deutet alles auf die dritte Niederlage und den letzten Platz an der Euro Hockey Tour in Finnland hin. Doch dann zündet die Mannschaft von Trainerin Shannon Miller (59) den Turbo und sorgt für eine spektakuläre Wende.
Nach zwei Dritteln steht es noch 0:0. Tschechien hat zwar mehr vom Spiel, doch die Schweizer Defensive hält dicht. Torhüterin Andrea Brändli (28) ist ein sicherer Rückhalt für das Team. Vor dem gegnerischen Tor bleibt die Nati dagegen lange zu harmlos und kommt nur vereinzelt zu Chancen.
Im Schlussdrittel kippt die Partie zunächst in Richtung Tschechien. In der 52. Minute zieht Ellen Jarabkova (17) von der blauen Linie ab. Brändli sieht die Scheibe nicht kommen, Tschechien führt 1:0. Nur gut eine Minute später folgt der nächste Schock: Tereza Vanisova (30) erhöht auf 2:0. Brändli verliert die Übersicht, die Scheibe findet auf kuriose Weise den Weg über die Linie.
Es kam zum Penaltyschiessen
Eigentlich scheint die Sache gelaufen. Doch die Schweizerinnen denken nicht ans Aufgeben. Ohne Torhüterin gehen sie all-in. Mit Erfolg! In der 57. Minute verkürzt Rahel Enzler (26) auf 1:2. Lara Stalder (30) bringt die Scheibe via Bande vors Tor, Enzler setzt sich durch und trifft.
Und dann geht es plötzlich Schlag auf Schlag. Nur knapp zwei Minuten später hämmert Sinja Leemann (24) die Scheibe ins hohe, nahe Eck. 2:2! Die Schweiz ist zurück und erzwingt die Verlängerung. Dort fällt trotz Chancen auf beiden Seiten kein Treffer. Also muss das Penaltyschiessen entscheiden. Nach je drei Schützinnen steht es weiterhin 0:0. Dann kommt der grosse Moment von Balzer: Sie verwandelt und macht das unglaubliche Comeback perfekt.
Nach den Niederlagen gegen Schweden und Finnland verabschiedet sich die Nati damit doch noch mit einem Erfolgserlebnis aus Lahti und sichert sich Platz 3. Das Turnier diente der Nati zudem als wichtige Vorbereitung auf die WM, die vom 6. bis 16. November in Dänemark ausgetragen wird.