Er ist wie ausgewechselt
Zugs Vozenilek macht wieder Vozenilek-Sachen

Der zwischenzeitliche Schwachstrom-Vozenilek ist wieder ein Starkstrom-Vozenilek. Beim 4:2-Sieg gegen die ZSC Lions schiesst er zwar keine Tore, er nervt aber die Gegenspieler gehörig.
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Vor dem Zuger Führungstreffer beschäftigt Daniel Vozenilek (u.) ZSC-Abwehrchef Mikko Lehtonen.
Foto: Patrick Straub/freshfocus

Darum gehts

  • Jan Kovar erzielt Hattrick beim 4:2-Sieg gegen die ZSC Lions
  • Vozenilek blüht seit Trainerwechsel auf und zeigt wieder Einsatz
  • ZSC verlor nach zehn Spielen in Folge mit Punktgewinn
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Der Star des Abends war Captain Jan Kovar (35) mit seinem Hattrick. Aber auch sein tschechischer Landsmann Daniel Vozenilek (29) hat wesentlichen Anteil am 4:2-Überraschungserfolg auswärts gegen die ZSC Lions, die zuvor in zehn Spielen in Folge stets gepunktet haben – obwohl er selbst ohne Skorerpunkt blieb.

Vor dem ersten Zuger Tor verstrickt er ZSC-Abwehrchef Mikko Lehtonen (32) in ein Bandengewühl, die Folge davon ist ein Chaos vor dem Zürcher Tor, das Kovar ausnutzen kann. Und auch danach nervt Vozenilek seine Gegenspieler immer wieder. Mal verbal, mal mit Chargen. «Es ist nicht meine perfekte Saison, ich mache nicht viele Skorerpunkte und so versuche ich, dem Team auf andere Weise zu helfen», sagt Vozenilek zu Blick.

Malgin leitet Kovars Hattrick ein
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ZSC Lions – EV Zug 2:4:Malgin leitet Kovars Hattrick ein

«Vieles hat sich verändert»

Am Dienstag in Davos (1:4-Niederlage) stellte er in der Schlussphase auch HCD-Bösewicht Brendan Lemieux (29), es kam zu einer imposanten Schlägerei. Dabei schien der tschechische Weltmeister seine Verwegenheit bereits verloren zu haben.

Er war über weite Strecken dieser Saison nur noch eine in Watte gepackte Schwachstrom-Version von sich selbst. Doch seit dem Trainerwechsel von Michael Liniger (46) zu Benoît Groulx (58) ist Vozenilek wieder aufgeblüht, macht wieder Vozenilek-Sachen.

«Vorher spielten wir mehr schwedisch, jetzt mehr kanadisch. Vieles hat sich verändert und ich denke, es hatte gute Auswirkungen auf das Team», sagt Vozenilek offen und ergänzt: «Jeder kennt seine Rolle, und wer liefert, spielt mehr. Ich hoffe, dass ich nun im Saisonendspurt besser und besser werde.»

Groulx' Meeting mit Vozenilek

Aber was hat der neue Mann an der EVZ-Bande mit Vozenilek angestellt? Groulx dazu: «Ich bin mit ihm hingesessen, habe mich mit ihm über die Identität auf dem Eis unterhalten, ihn gefragt, was er tun muss, damit er erfolgreich sein kann. Ich habe ihm bloss Fragen gestellt, aber die guten Antworten hat er geliefert.» Groulx weiter: «Manchmal ist alles eine Sache des Vertrauens und «Vozi» ist dieses etwas abhandengekommen. Aber ich sah von Anfang an, dass er über eine grossartige Intensität verfügt. Er will die richtigen Sachen tun.»

Die nächste Sache, die Vozenilek tun wird, ist die Koffer packen. Für einwöchige Familienferien geht es zu Beginn der Olympia-Pause an die Sonne und den Strand in Dubai. Voller Vorfreude sagt er: «Während der Saison hatte ich noch nie Gelegenheit für einen solchen Trip. Ich hoffe, dass ich mich für den Rest der Saison nochmals etwas auffrischen kann.» Wenn ihm das gelingt, wären das für seine Gegenspieler keine guten Nachrichten.

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