21-jährige Schweizer dominiert erneut im Boxring
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Achter Sieg in Folge:21-jährige Schweizer dominiert erneut im Boxring

Siegesserie fortgesetzt
Schweizer Box-Talent hat seine Reifeprüfung bestanden

Da Angelo Peñas Kampf am Karfreitag nicht stattfinden konnte, sprang der junge Félix Meier als Hauptakt ein und begeisterte im Berner Stadttheater die Schweizer Fans.
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Der Finne Rami El Jahiri bekam von Félix Meier mehr als einmal eins auf die Nase.
Foto: keystone-sda.ch
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Patrick MäderAutor Blick Sport

Manchmal geht es im Boxsport ganz schnell. Nirgends werden Träume so gelebt wie im Box-Gym. Und dann kommt der Tag, an dem man vor Publikum liefern muss. Er kommt immer wieder. Aber der nächste Kampftag ist der wichtigste und kann dein Leben verändern oder zerstören.

Als am Donnerstag die Wägezeremonie für den Box-Event im Berner Stadttheater stattfand, der unter dem Motto «Boxen statt Theater» bereits zur Berner Kultur- und Sporttradition mit nationaler Ausstrahlung gehört, gab es eine böse Überraschung. Der Spanier Salvador Jimenez, der als Gegner des aktuellen Schweizer Box-Aushängeschilds Angelo Peña hätte auftreten müssen, brachte zu viel Gewicht auf die Waage.

Statt der maximal erlaubten 58,9 Kilogramm waren es 63 Kilogramm. Der Hauptkampf am Karfreitag konnte deshalb nicht stattfinden. Promoter Leander Strupler raufte sich die Haare: «Die Enttäuschung ist gross, und ich frage mich, warum mein Team und ich diesen ganzen Aufwand überhaupt auf uns nehmen.»

Notlösung mit Bumms

Nun muss man gerade im Boxsport auch improvisieren können. Strupler hievte kurzerhand das Superweltergewicht-Duell zwischen Félix Meier und dem Finnen Rami El Jahiri zum Hauptkampf. Eine Notlösung mit Bumms. Denn Félix Meier ist nichts weniger als die grösste Schweizer Boxhoffnung. Es war bereits der achte Profikampf des Lausanners. Auch wenn man Statistiken – die am Anfang einer Karriere oft durch eine gezielte Gegnerwahl behutsam aufgebaut werden – mit Vorsicht geniessen muss, ist Meiers aktuelle Bilanz nach dem Karfreitag bemerkenswert: acht Profikämpfe, acht Siege, sechs durch K.o. Auch El Jahiri hatte kein Brot gegen den 21-jährigen Schweizer, der in der vierten Runde Schluss machte.

Meier, ein höflicher, bescheidener Mann, der sein kompromissloses Gesicht erst im Ring zeigt, ist seit 2024 im Stall der Berner Boxing Kings, wo er von Ex-Profi Alain Chervet trainiert wird. Der Schweizer Boxpromoter Leander Strupler hat Meier mit einem Fünfjahresvertrag an sich gebunden. Strupler, der mit der Berner Boxpromotion Swiss Pro Boxing auch Champion Angelo Peña managt, sieht in Meier die Zukunft: «Félix bringt unumstritten alles mit, um zum erfolgreichsten Schweizer Boxer der kommenden Jahre zu werden.»

Nun hat Meier seinem Mentor Strupler bereits etwas zurückgegeben, indem er ihm nach der Kampfabsage von Peña quasi unfreiwillig aus der Patsche geholfen hat und als Hauptakt am Karfreitag eingesprungen ist. Er hat eine gute Figur gemacht und letzten Endes war der Kampf mehr als ein Trostpflaster für das entgangene Peña-Spektakel. Das war eine Reifeprüfung für Meier, die er mit Bravour bestanden hat. Wir freuen uns auf mehr.

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