Darum gehts
- Im Berner Stadttheater findet am Karfreitag eine Boxnacht statt
- Angelo Peña kämpft um zwei Intercontinental-Titel
- Die Zuschauer erleben Boxen in ungewöhnlichem, stilvollem Theater-Ambiente
Am Karfreitag steht im mondänen Berner Stadttheater etwas auf dem Programm, das man dort kaum erwarten würde: Boxen. Eine Idee, die bewusst aneckt. Dahinter steckt der Berner Leander Strupler (42), Manager mehrerer Schweizer Profiboxer. Sein Ziel: Vorurteile abbauen und den Sport einem neuen Publikum näherbringen.
Zu Blick sagt Strupler: «Im ersten Moment denkt man, das passt nicht zusammen. Aber wenn man genauer hinschaut, eben doch.» In der besonderen Atmosphäre des Theaters soll gezeigt werden, dass Boxen eine sehr kontrollierte und faire Sportart ist. Viele Besucher geben dem Ur-Sport so erstmals eine Chance – und kommen wieder. Die Premiere im Stadttheater fand 2019 statt. Inzwischen geht der Anlass bereits in die siebte Runde.
Dass der Event ausgerechnet am Karfreitag stattfindet, ist kein Zufall. An hohen kirchlichen Feiertagen sind klassische Theateraufführungen mit Tanz und Musik auf der Bühne nämlich nicht erwünscht. «Boxen geht aber», sagt Strupler. Er nutzt diese Lücke gezielt. So wird aus einem ruhigen Feiertag ein rauer Kampfabend.
Erfolgreichster Schweizer Boxer seit Stefan Angehrn greift nach zwei Titeln
Sportlich steht vor allem Angelo Peña im Fokus. Der erfolgreichste Schweizer Boxer seit Stefan Angehrn (61) kämpft gleich um zwei Titel. Den WBO-Intercontinental-Gürtel möchte er im Kampf gegen den Spanier Salvador Jimenez verteidigen, dazu kommt der IBF-Intercontinental-Titel. Ein Novum in der Karriere des 31-Jährigen.
In der Vergangenheit waren oftmals auch prominente Gäste unter den Zuschauern. Darunter auch solche, die sonst etwas «normaler» auf solchen Bühnen auftreten.
Zum Beispiel war Büne Huber (64) in den letzten Jahren immer wieder vor Ort – nicht zuletzt, weil sein Göttibub grosser Peña-Fan ist, wie Strupler verrät. Dass Huber zumindest dem Fussball längst den Rücken gekehrt hat, ist schon lange bekannt. «Ich habe die Schnauze voll von Fussballern, die im Strafraum immer umfallen», sagte der Sänger von Patent Ochsner vor neun Jahren.
Struplers Visionen von ungewöhnlichen Boxkämpfen reichen noch viel weiter. Er denkt an Kämpfe in leeren Hallenbädern, Parkhäusern – oder gar auf einem Floss auf der Aare. Denn: «Boxen funktioniert fast überall», ist sich der Boxsport-Enthusiast sicher.