Darum gehts
- Die Teilnehmer des diesjährigen Super Bowls in der NFL stehen fest
- Die New England Patriots schalten die Denver Broncos aus
- Auch die Seattle Seahawks lösen das Final-Ticket gegen die Los Angeles Rams
Schnee-Drama auf 1609 m. ü. M.
Im ersten Conference Championship Game, den Halbfinals der NFL-Playoffs, sind es die Denver Broncos, die besser aus den Startlöchern kommen. Obwohl das Team bloss mit Ersatz-Quarterback Jarrett Stidham (29) antreten kann, klickt die Offensive des Heimteams gegen die New England Patriot erstaunlich gut. Einziger Makel: Aus der anfänglichen Dominanz machen die Broncos zu wenig und müssen mit einem 7:7 in die Pause. Und ab da wirds dramatisch.
Denn mit der zweiten Halbzeit setzt im «Mile High Stadium» von Denver auf 1609 m. ü. M. heftiger Schneefall ein. An ein normales Footballspiel ist bald nicht mehr zu denken, stattdessen muss immer öfter improvisiert werden, Spieler rutschen aus, Bälle werden fallengelassen. Ein Field Goal der Patriots aus dem dritten Viertel, als das Feld noch einigermassen bespielbar war, wird so plötzlich zu einer schweren Hypothek für Denver. Und sie sollte zu schwer werden: In der Schlussphase, als im Schneetreiben kaum noch Yard-Gewinne möglich scheinen, versucht es Notnagel Stidham plötzlich nochmals mit einem tiefen Pass. Doch das geht gehörig schief. Der Ball wird von der Verteidigung abgefangen und die Patriots können anschliessend ihren knappen 10:7-Vorsprung über die Zeit retten.
Die Broncos scheitern damit unmittelbar vor dem grossen Endspiel, nachdem sie die Saison als bestes Team der AFC abgeschlossen hatten. Für die Patriots hingegen ist es der erste Trip in den Super Bowl seit 2019. Damals holte die Franchise ihren sechsten Super-Bowl-Titel. Es war zugleich das Ende der Ära Tom Brady (48) bei dem Team. Nun scheinen die Patriots in Quarterback Drake Maye endlich den sehnlichst erwarteten Brady-Nachfolger gefunden zu haben. Ob die Nerven des 23-jährigen Youngsters auch im Endspiel halten?
AFC Conference Championship Game
Denver Broncos – New England Patriots 7:10
NFC Conference Championship Game
Seattle Seahawks – Los Angeles Rams 31:27
AFC Conference Championship Game
Denver Broncos – New England Patriots 7:10
NFC Conference Championship Game
Seattle Seahawks – Los Angeles Rams 31:27
Fehler leitet Rams-Untergang ein
Gar keine Rolle spielt das Wetter im zweiten Halbfinal zwischen den Seattle Seahawks und den Los Angeles Rams. Dafür drücken hier beide Teams von der ersten Sekunde an direkt aufs Gaspedal. Nur sechs Spielzüge brauchen die Seahawks in ihrem megalauten Lumen Field, um gleich mal mit einem Touchdown vorzulegen. Doch auch die Rams-Offensive ist mit ordentlich Durchschlagskraft angereist. So stehts bis zur Halbzeit bereits 17:13 für die Gastgeber.
Der entscheidende Fehler der Partie sollte kurz nach der Pause passieren. Die Angriffsbemühungen der Seahawks werden rasch gestoppt, sodass das Team früh den Ball wieder wegpunten muss. Xavier Smith soll den Ball fangen und ihn so weit wie möglich wieder zurück in Richtung gegnerische Endzone tragen. Doch der 28-Jährige schätzt den Punt falsch ein, fällt unglücklich auf den Rücken und hat keine Chance mehr, den Ball zu fangen. Seattle nutzt diesen Bock sofort, schnappt sich den Ball und erzielt nur einen Pass später den nächsten Touchdown zum 24:13.
Diesen Vorsprung geben die Seahawks danach nicht mehr aus der Hand. Das Team, das die NFC auf Platz eins abgeschlossen hat, gewinnt das Duell mit dem Division-Rivalen aus Los Angeles am Ende mit 31:27. Damit kommt es im Super Bowl LX (Kickoff am 9.2. um 0.30 Uhr Schweizer Zeit) zu einer Neuauflage des Endspiels der Saison 2014/15. Damals verspielten die Seahawks eine zwischenzeitliche 10-Punkte-Führung noch auf dramatische Weise gegen die Patriots und Quarterback Tom Brady.
Eine spezielle Geschichte ist die Teilnahme am Super Bowl für Seahawks-Quarterback Sam Darnold (28). 2018 war er als riesiges Talent von den New York Jets als Hoffnungsträger früh gedraftet worden. Darnold aber konnte die Erwartungen nie erfüllen und wurde schon bald in der halben Liga herumgereicht. Seattle ist mittlerweile Darnolds fünfte Station – und sie könnte seine Karriere in eine ganz neue Richtung leiten. Nach Jahren des Scheiterns greift der Passgeber plötzlich nach der ultimativen Krönung. Er ist jetzt noch einen Sieg davon entfernt.