Darum gehts
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Alanis Siffert (24) trainiert auf dem Rennrad in der Wohnung, Max Studer (30) kommt vom Schwimmtraining und kocht sich Nudeln: Alltag beim Besuch der Triathlon-Asse im Trainingslager in Leysin VD, dem sonnigen Skiort auf der Terrasse hoch über dem Genfersee.
Die Profi-Ausdauersportler teilen fast ihr ganzes Leben: das Training, die Reisen, den Ehrgeiz. Und seit Anfang 2022 auch die Liebe.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Blick+ Nutzer haben exklusiv Zugriff im Rahmen ihres Abonnements. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.
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Kennengelernt haben sie sich im Trainingslager auf Gran Canaria. Im Sommer darauf wollte Siffert für zwei Monate nach St. Moritz, wo Studer eine Wohnung hatte. Er bot ihr an, bei ihm einzuziehen. Danach sollte es heim- und mit dem Studium weitergehen. Doch sie blieb, pausierte mit ihrem Biologiestudium kurzfristig und setzte auf den Triathlon. «Ich bin nicht mehr weggegangen», sagt sie.
Der Solothurner zeigte ihr, was es heisst, alles in den Sport zu investieren. Die Freiburgerin war Schwimmerin, bis während Corona die Bäder schlossen. Dann ging sie mit den Eltern laufen und mit dem Bruder aufs Mountainbike. Zurück im Becken, fehlte ihr die Abwechslung. 2021 wagte sie deshalb den Wechsel. Triathlon-Trainerlegende Brett Sutton, 67, erkannte ihr Talent rasch und holte sie in seine Trainingsgruppe, zu der auch Studer gehört.
Beziehung macht beide stärker
Heute gilt Siffert als mögliche Nachfolgerin von Triathlon-Ikone Daniela Ryf. Im Juli gewann sie mit der Challenge Roth den Klassiker auf der Langdistanz, im September folgte WM-Bronze über die halbe Ironman-Distanz in Nizza. Ryf ist ein Vorbild, das ihr auch mit Rat zur Seite steht. «Ich glaube, es gibt noch viel Potenzial», sagt sie.
Während Siffert durchstartete, musste sich Studer nach einem viralen Infekt im Frühjahr in Geduld üben. «Es ist nicht immer einfach, wenn es bei einem super läuft und beim anderen nicht», sagt er. Gerade dann helfe es, jemanden zu haben, der einen verstehe. Studer schöpfte aus Sifferts Erfolgen Zuversicht. Inzwischen gewinnt der Europameister von 2025 selbst wieder. Zuletzt bei zwei Rennen in China.
Im Alltag treiben sie einander an. Ist morgens um sieben der Himmel grau und die Lust aufs Training klein, zieht der Motiviertere den anderen mit. Im Schwimmbecken wird daraus ein freundlicher Wettkampf. Auf der Laufbahn hat jeder sein Programm, doch beide sehen, wie der andere kämpft. Auch ihr Coach unterstützt die Beziehung: Sie mache beide stärker.
Dass Beziehungen und gegenseitige Unterstützung wichtig sind, erlebt Siffert auch bei ihrer Mannschaft Duxsports. Das Team aus Triathlon-Begeisterten hat sie gefördert, lange bevor sie grosse Resultate erzielte. Die gemeinsame Begeisterung von Profis und Freizeitsportlern, die sich die Strecke teilen und gegenseitig anfeuern, gebe dem Einzelsport ein Gemeinschaftsgefühl, so Siffert. Das brauche es. Die Saison sei lang.
Zurzeit bereiten sich beide auf weitere Rennen vor, um in Form zu bleiben. Für 2027 lockt Siffert nämlich erstmals die Ironman-WM auf Hawaii. Studer setzt auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Unterschiedliche Ziele, aber ein gemeinsamer Weg.