Schnelles Internet bis in den letzten Winkel der Schweiz: Damit das klappt, obwohl sich der Ausbau in dünn besiedelten Regionen kaum rechnet, will der Bund nachhelfen. Bis zu 730 Millionen Franken will er für den Ausbau der Datenautobahnen lockermachen. Diese Woche überwies der Bundesrat die Botschaft zum sogenannten Breitbandfördergesetz ans Parlament.
Bis zu 365 Millionen Franken würde er zur Verfügung stellen, die andere Hälfte sollen die Kantone beisteuern. Nach Schätzungen des Bundes müssten ohne Förderung rund 10 Prozent der Haushalte ohne schnelles Internet auskommen.
94 Prozent Glasfaser – ohne Subventionen
Ob es die Subventionen überhaupt braucht, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Eine bisher unveröffentlichte neue Studie des Beratungsunternehmens Swiss Economics kommt zu einer äusserst interessanten Einschätzung. Demnach könnte die Schweiz bis 2033 eine FTTH-Abdeckung (Reichweite von Glasfaseranschlüssen, die direkt bis in die Wohnung oder in das Haus verlegt sind; Red.) von 94 Prozent erreichen – vollständig privat finanziert, ganz ohne staatliche Fördermittel.
In diesem Szenario würden rund 2,3 Millionen zusätzliche Glasfaseranschlüsse entstehen. Bedingung ist, dass Glasfaseranbieter besseren Zugang zu bereits bestehenden Leerrohren und anderen Rohrinfrastrukturen erhalten, insbesondere zu jenen von Energieversorgern.
Die Autoren der Studie warnen vor einem klassischen Subventionsproblem: Allein die Aussicht auf staatliche Fördergelder könne private Investitionen verzögern. Weshalb heute auf eigene Rechnung bauen, wenn morgen der Staat einen Teil der Kosten übernehmen könnte?
Schon jetzt zeigen Zahlen, dass der Ausbau ins Stocken geraten ist. Ganz neutral ist die Studie allerdings nicht. Auftraggeberin war die Swiss4net Holding. Das Zuger Unternehmen finanziert, baut und betreibt Glasfasernetze und hat deshalb ein handfestes Interesse an möglichst guten Bedingungen für deren private Finanzierung.