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Wenn der Imker zu spät kommt… oder: die gefangene Diplomarbeit

Der Zeitpunkt für eine Panne ist immer schlecht. Doch manchmal geschieht sie wirklich im ungünstigsten Moment. So wie bei Petra S.*, die auf einmal aufgrund eines tierischen Hindernisses ihren Studienabschluss in Gefahr sieht.
Foto: RMS

Es ist der wichtigste Tag ihres Studiums: Petra muss heute bis spätestens um 12 Uhr ihre Diplomarbeit in der Hochschule einreichen. Obwohl sie seit Monaten daran schreibt, legt sie am Schluss nochmals eine Nachtschicht ein und verleiht der Arbeit den letzten Schliff. Müde, aber zufrieden fährt die 25-Jährige frühmorgens in die Stadt, um ihr Werk drucken und binden zu lassen. Dafür hat sie das Auto ihrer Grossmutter ausgeliehen. Alles klappt wie am Schnürchen und sie liegt gut in der Zeit. So gut, dass sie auf dem Weg zur Hochschule sogar noch einen kurzen Halt bei einem Bauernhof einlegen kann, um ihrer Grossmutter einen Strauss Blumen zu besorgen. Als sie zum Auto zurückkommt, verzieht sich ihre gute Laune jedoch schlagartig.

«Was zum Geier?», murmelt sie, als sie sich dem Fahrzeug nähert. Keine Geier, Bienen! Ein ganzer Schwarm hat sich auf dem Auto niedergelassen und blockiert alle Türen. Petra muss hämisch lachen – damit hat sie wirklich nicht gerechnet. Wie kommt sie jetzt an ihre Arbeit, die noch auf dem Rücksitz liegt? An den Bienen scheint es kein Vorbeikommen zu geben. Allmählich überkommt sie die Angst, doch nicht rechtzeitig abgeben zu können. Sie überlegt, wer ihr helfen könnte und besinnt sich auf ihre TCS-Mitgliedschaft. Sie googelt die Notfallnummer auf ihrem Handy und kurz darauf schildert sie der Dame im Callcenter die kuriose Situation.

Keine halbe Stunde später fährt TCS-Pannenhelfer Werner Schmied vor. Auf dem Weg hat er bereits einen Imker informiert. «In 30 Minuten ist er da», versucht er die nervöse Petra zu beruhigen. «Das ist zu spät!», sagt sie. Tränen kullern ihr über die Wangen. «In einer Stunde ist die Deadline abgelaufen. Dann muss ich das ganze Studienjahr wiederholen», schluchzt sie. Der Anblick ist für den warmherzigen Patrouilleur unerträglich. Er begutachtet das bienenbedeckte Auto, geht einmal drum herum und öffnet dann vorsichtig den Kofferraum. In Zeitlupe kriecht er hinein und holt – unversehrt – Petras Arbeit heraus. Sofort steigen sie ins Patrouillen- Fahrzeug und Schmied chauffiert die Studentin zur Hochschule.

Um 11.45 Uhr gibt sie zusammen mit dem Patrouilleur die Arbeit an der Schulrezeption ab. Geschafft! Den Blumenstrauss, der für ihre Grossmutter gedacht war, schenkt sie Werner Schmied, als Dank für seine mutige Tat.

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