Wie jeden letzten Freitag im Monat wollen auch am heutigen 28. Juli Hunderte Velofahrer in Zürich demonstrieren. Doch dieses Mal ist etwas anders. Denn die Verantwortlichen von Critical Mass haben keine Bewilligung bei der Stadt Zürich beantragt. Den Teilnehmern drohen deshalb Anzeigen, wie die Stadtpolizei Zürich bereits am Mittwoch auf Twitter warnte.
Die Velo-Aktivisten lassen sich aber offenbar nicht davon beeindrucken. Auf der Critical-Mass-Homepage heisst es: «Juli 2023 wird spannend», der Statthalter sage, Critical Mass sei abgesagt. «Die Fans der Critical Mass Zürich nutzen nun die freie Zeit, um einen kleinen Ausflug durch Zürich zu machen», heisst es weiter.
FDP setzte sich für Bewilligungs-Pflicht ein
Bei früheren Ausfahrten quer durch die Stadt mussten die Teilnehmenden noch keine Bewilligung einholen. Die FDP legte jedoch Rekurs dagegen ein. Sie ärgerte sich über die «Velo-Chaoten», die den Verkehr behindern würden.
Der Statthalter gab ihnen recht und entschied, dass die Verantwortlichen eine Bewilligung der Stadt bräuchten. Der Stadtrat akzeptierte diesen Entscheid.
In der Vergangenheit sorgte die Velo-Demo für Behinderungen im Strassenverkehr und grossen Ärger bei Autofahrern. Am heutigen Freitag dürfte sich die Situation zusätzlich zuspitzen, wenn die Polizei aufgrund der neuen Regelung eingreifen wird.
Grüne ruft auf, Bewilligung zu beantragen
Stadträtin Karin Rykart (Grüne) hatte die Verantwortlichen dazu aufgerufen, sich zu melden, damit eine Route besprochen und eine Bewilligung für den Anlass erteilt werden könne. Es sei eine Demo, die den öffentlichen Grund in Anspruch nehme.
Die Critical Mass findet immer am letzten Freitag im Monat statt, teilweise mit mehreren tausend Personen. Offiziell gibt es keine Organisatoren.
Die gemeinsame Velofahrt, die zuerst 1992 in San Francisco stattgefunden hatte, soll ein «spontanes Verkehrsaufkommen von Velos» sein. (man/SDA)