Darum gehts
- Aktivisten besetzten den Lindenhof in Zürich
- Polizei mit Helmen und Schutzausrüstung vor Ort
- Die Aktivisten versprayten Mauern und Gebäude
«Solidarität statt Aufrüstung» prangt am Freitagabend auf einem Transparent am Zürcher Lindenhof. Angebracht wurde die Botschaft von Aktivisten, die seit den Abendstunden und für die nächsten Tage den Lindenhof in der Altstadt besetzen wollen. Wie BRK News berichtet, waren rund um den Lindenhof mehrere Polizeifahrzeuge und zahlreiche Einsatzkräfte zu sehen. An verschiedenen Zugängen standen Polizisten, teilweise mit Helm und Schutzausrüstung. Auch Angehörige des Konsulatsschutzes waren vor Ort.
Wie die Stapo am Samstag mitteilte, wolle man die Besetzung bis am Sonntag tolerieren. Die polizeilichen Beobachtungen zeigten, dass der Lindenhof am frühen Sonntagmorgen praktisch leer war. Daraufhin begann die Stadtpolizei Zürich die Barrikaden zu entfernen und den Platz wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Schmierereien und Lärmklagen
Kurz vor 5 Uhr erhielten Stadtpolizei und Schutz & Rettung Zürich die Meldung, dass eine Person beim Lindenhof mehrere Meter in die Tiefe gestürzt sei. Der 35-Jährige wurde für Abklärungen von der Sanität ins Spital überführt. Dieses verliess er offenbar kurze Zeit später auf eigenen Wunsch wieder. Gemäss jetzigen Erkenntnissen erfolgte der Zwischenfall ohne Dritteinwirkung.
In beiden Nächten wurden der Einsatzzentrale der Stadtpolizei Zürich mehrere Lärmklagen gemeldet. Ein erster Augenschein zeigte, dass die Besetzenden mehrere Sprayereien hinterlassen haben.
Die Aktivisten bezeichneten das besetzte Areal selbst als «Festung Lindenhof». In einer über Telegram verbreiteten Mitteilung begründen die Verantwortlichen die Aktion unter anderem mit den Kriegen und Konflikten weltweit, der europäischen Migrationspolitik, der Aufrüstung sowie der Rolle von Technologie- und Rüstungsunternehmen. Sie kündigten an, während der kommenden Tage auf dem Lindenhof ein «vielfältiges Polit- und Musikprogramm» durchzuführen.