IT-Manager hielt Haussklavinnen
Sex-Sadist muss neun Monate in den Knast – Anwalt geht in Berufung

Ein Schweizer Sex-Sadist hat Frauen mit der Aussicht auf einen Job nach Andelfingen ZH gelockt und danach als Haussklavinnen eingekerkert – zu seinem sexuellen Vergnügen, wie ihm die Anklage vorwirft. Am Donnerstag wurde der IT-Manager verurteilt.
Ein Zürcher Ehepaar aus dem Bezirk Andelfingen ZH muss sich vor Gericht verantworten.
Foto: RMS

Am «Haussklavinnen»-Prozess am Bezirksgericht in Andelfingen ZH muss sich ein Ehepaar unter anderem wegen Freiheitsberaubung von zwei Frauen verantworten.

In ihrem Haus in der Region Winterthur spielte sich ab Juli 2019 jeden Tag das Gleiche ab: Das Ehepaar liess eine damals 22-jährige Frau aus einem Käfig und wies sie an, das Haus zu putzen. Um 15 Uhr musste die «Sklavin» wieder in den Käfig, um Hotelfach-Stoff zu büffeln.

Danach habe sie für das Paar kochen müssen und sei wieder in den Käfig gesperrt und an Armen, Beinen und am Hals gefesselt worden – das während zehn Monaten. War der Schweizer Mann (46) nicht im Haus, wurde sie von der philippinischen Ehefrau (32) eingeschlossen.

«Sie hat mich kontrolliert, er hat mich dann bestraft»

Ihre «Nachfolgerin», eine damals 30-jährige Frau, erlebte kurz darauf Ähnliches. Sie sagte am Dienstag vor Gericht: «Sie hat mich kontrolliert, er hat mich dann bestraft». Das zweite Opfer blieb nur knapp einen Monat im Haus – bis die Polizei kam.

Die mitangeklagte Ehefrau hatte zuvor ausgesagt, dass der Mann sie manipuliert habe. Sie habe wirklich selber gedacht, dass das zur Ausbildung von Angestellten gehöre. «Alle denken, ich hätte es merken müssen», sagte sie unter Tränen. Damals sei sie jedoch selbst neu in der Schweiz gewesen.

Sie sei vom Mann finanziell und mental abhängig gewesen. «Ich habe meinem Mann vertraut», betonte sie. Die Staatsanwaltschaft verlangt für die Filipina eine bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten und einen Landesverweis von 5 Jahren.

Der Ehemann, der mit den zwei nacheinander angestellten «Haussklavinnen» seine ausgeprägte Neigung zur sexuellen Dominanz ausleben wollte, räumte ein, dass er seine Ehefrau manipuliert habe. «Ich habe ihre Naivität ausgenutzt.»

Er kritisierte, dass sein «Setting» vor Gericht klinge, als habe er ein «Nazi-Regime» aufgezogen, was übertrieben sei. Der Schweizer mit einer narzisstischen Störung hatte die zwei jungen Ausländerinnen mit falschen Versprechungen auf eine Ausbildung in der Schweiz rekrutiert. Er ist unter anderem wegen Menschenhandels und Freiheitsberaubung angeklagt.

Urteil folgt nächste Woche

Der Prozess gegen ihn wird im abgekürzten Verfahren geführt. Erhebt das Gericht den Vorschlag der Staatsanwaltschaft zum Urteil, erhält der Mann eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wobei er nur 9 Monate absitzen soll. Davon verbüsste er bereits fünf Monate in Untersuchungshaft.

Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt.

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