Darum gehts
- In Oberwinterthur starb ein sechsjähriges Kind bei Verkehrsunfall am Donnerstag
- Autofahrer übersah den Bub beim Ausfahren aus Hausvorplatz auf Stadlerstrasse
- Ermittlungen wurden eingeleitet
Die Anwohner der Stadlerstrasse in Oberwinterthur ZH stehen unter Schock. Am Donnerstagnachmittag kam es hier bei einer Einfahrt zu einem Mehrfamilienhaus zu einem tragischen Unfall – ein sechsjähriger Bub verlor dabei sein Leben.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollte ein 36-jähriger Autofahrer auf dem Vorplatz seines Hauses wenden, um einzuparkieren. Aufgrund des ungünstigen Blickwinkels dürfte der Lenker das Kind dabei übersehen haben. Als die Rettungskräfte eintrafen, konnten sie nur noch den Tod des Kindes feststellen.
Ahmed war auf dem Heimweg vom Hort
Blick trifft am Freitagvormittag Awiil M.* (41) nahe der Unfallstelle – er ist der Stiefvater des verstorbenen Buben. Begreifen kann die Familie das Geschehene noch nicht wirklich. «Ahmed hatte so einen guten Charakter und liebte Sport», erzählt Awiil M. Blick. Der Kindergärtler sei auf dem Heimweg vom Hort gewesen, als der Unfall passierte. Besonders tragisch: Sein Bruder (10) begleitete ihn – und musste alles mitansehen.
«Nach dem Unfall ist er nach Hause gerannt und hat meiner Frau erzählt, was passiert ist», sagt M. weiter. Die Mutter sei mit dem Sohn direkt zur Unfallstelle gegangen, kurz darauf sei bereits die Polizei eingetroffen. «Er hat ein Trauma», ist sich M. sicher. Auch für seine Frau sei die Situation unerträglich: «Sie wird von Ärzten betreut.»
Die Strasse, auf der der Unfall passierte, hält der 41-Jährige für gefährlich. Dass es eine komplizierte Einfahrt ist, bestätigt auch eine Anwohnerin: «Es ist für uns hier alle sehr eng zum Umparkieren oder Rausfahren. Der Lenker, mein Nachbar, ist auch immer sehr vorsichtig hier gefahren. Es tut mir für beide sehr leid. Was der Bub hier auf diesem Platz wollte – keine Ahnung», sagt sie zu Blick.
Am Unfallort ist es ruhig. Noch niemand hat Blumen gebracht oder Kerzen hingestellt. Doch kurz vor 11 Uhr kommt ein völlig niedergeschlagener Mann mit weissem Shirt, grauen Shorts und blauen Crocs daher – ganz langsam und den Kopf gesenkt. Es ist der Unfallfahrer. «Ich bin auch am Boden zerstört», sagt er leise zu Blick. Sein Gesichtsausdruck ist leer und tieftraurig. Mehr möchte und kann er nicht sagen. Er rede nur mit der Polizei ausführlich. Dann geht er ins Mehrfamilienhaus.
Ermittlungen zum Fall wurden aufgenommen
Die Stadtpolizei Winterthur und die zuständige Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen.
* Name bekannt