Bauverzögerungen in Zürich
Mega-Frust für 300 Mieter – sie können nicht in neue Siedlung einziehen

Auf dem Koch-Areal in Zürich-Altstetten entstehen Hunderte günstige Wohnungen. Doch für rund 300 Mieterinnen und Mieter folgt kurz vor dem Zügeltermin der Schock: Weil Bauteile fehlen, verzögert sich der Einzug um Wochen – für viele ein riesiges Problem.
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Die ersten Mieter und Mieterinnen sollen bald einziehen, doch am Koch-Quartier muss noch gebaut werden.
Foto: Gaetan Bally

Darum gehts

  • Wegen fehlender Bauteile für die Treppenhäuser können rund 300 Mieterinnen und Mieter nicht wie geplant Ende Oktober ins Koch-Quartier einziehen
  • Die Bauverzögerung von bis zu drei Monaten bringt viele Betroffene in Not, da sie ihre alten Wohnungen bereits gekündigt haben
  • Temporäre Lösungen werden gesucht
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Auf dem Gelände der ehemaligen Koch Wärme AG entsteht derzeit eines der bekanntesten und umstrittensten Wohnbauprojekte Zürichs. Doch der Zeitplan der neuen Siedlung gerät gewaltig ins Wanken: Rund 300 Mieterinnen und Mieter können nicht wie geplant Ende Oktober einziehen, wie SRF zuerst berichtet hat.

Ursache ist eine gravierende Verzögerung bei der Lieferung essenzieller Bauteile, insbesondere der Treppenhäuser. Anna-Katharina Ris, Medienbeauftragte der zuständigen Genossenschaft Kraftwerk1, bestätigt die Probleme gegenüber Blick: «Bei zwei Treppenhäusern rechnen wir mit einer Verzögerung von bis zu sechs Wochen, bei einem weiteren mit bis zu zehn bis zwölf Wochen.» Einzig ein viertes Treppenhaus liege im Plan. Zu den Gründen für die Lieferverzögerungen schweigt die Genossenschaft.

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Übergangslösungen für Betroffene

Für die Betroffenen ist es ein Schock, da viele ihre bisherigen Wohnungen bereits auf Ende Monat gekündigt haben und nun von einem Tag auf den anderen kein festes Dach über dem Kopf haben werden. Ursprünglich sollte der gestaffelte Einzug in die insgesamt 123 Wohnungen für 450 Menschen von Ende Oktober bis Ende Februar 2027 über die Bühne gehen. Dieser Plan ist hinfällig. «Das Baumanagement wird bis Anfang nächster Woche die Terminplanung überprüfen und anpassen», erklärt Ris. Die neuen Bezugstermine sollen den Mietenden so rasch wie möglich mitgeteilt werden.

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Hinter den Kulissen läuft derweil die Suche nach Notlösungen auf Hochtouren. «Die Genossenschaft steht im engen persönlichen Austausch mit den Betroffenen», so Ris. Durch das Netzwerk befreundeter Baugenossenschaften konnten innert kürzester Zeit 60 temporär leerstehende Wohnungen organisiert werden. Zudem haben viele Zukünftige bereits eigene Wege gefunden – etwa durch einen vorübergehenden Aufenthalt bei Familie und Freunden oder die Verlängerung bestehender Mietverträge. Ris zeigt sich zuversichtlich: «Bereits wenige Tage, nachdem wir über den Verzug informiert wurden, können wir zusichern, dass wir für alle Mietenden eine Zwischenlösung haben werden.»

Mehrkosten müssen geprüft werden

Unklar bleibt noch die finanzielle Komponente, denn der ungeplante Umweg dürfte für viele Betroffene mit spürbaren Mehrkosten verbunden sein. «Die durch die Verzögerung entstandenen Mehrkosten werden im Rahmen der Verhältnismässigkeit geprüft», sagt Ris. Heisst: Die 300 Mieterinnen und Mieter erhalten wohl eine Entschädigung.

Wie der Prozess dazu konkret abläuft, muss die Genossenschaft erst noch definieren. Fest steht bislang nur, dass die Belege für Mehrausgaben sorgfältig dokumentiert werden müssen.

Trotz der aktuellen Hürden bleibt das Interesse an den neuen Wohnungen auf dem Koch-Areal enorm. Denn die Mieten sind für Zürcher Verhältnisse extrem tief. Neben Kraftwerk1 baut auch die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) vor Ort.

Im 85 Meter hohen Wohnturm mit 26 Etagen und 164 Wohnungen kostet eine 4,5-Zimmer-Familienwohnung 1955 Franken pro Monat. Zum Vergleich: Für eine gewöhnliche 4-Zimmer-Wohnung im Quartier Altstetten werden auf dem freien Markt durchschnittlich rund 3300 Franken fällig.

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