In Zürcher Museum entdeckt
Unscheinbarer Steinblock entpuppt sich als Dino-Sensation

Jahrmillionen alt und einzigartig: Im Sauriermuseum Aathal wurde der Schädel eines jungen Camarasaurus entdeckt. Die Sensation lag zwei Jahre lang unbemerkt im Lager – jetzt wird «Lucy» erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
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Dieser Saurierschädel war in einem Gesteinsbrocken versteckt.
Foto: Sauriermuseum Aathal

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sauriermuseum Aathal zeigt seit 3. April Schädel «Lucy»
  • Schädel von Camarasaurus weltweit fast einzigartig
  • 150 Millionen Jahre alte Knochen durch feinen Sandstein perfekt geschützt
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Johannes HilligRedaktor News

Auf den ersten Blick dachten selbst Experten, dass es sich um einen unscheinbaren Gesteinsblock handelt. Zwei Jahre lang lag der Brocken, der aus einem Steinbruch in den USA stammt, im Sauriermuseum Aathal herum – bis er sich als eine der seltensten Entdeckungen der Paläontologie entpuppte.

Laut der «Neuen Zürcher Zeitung» existiert weltweit nur ein weiteres Exemplar eines ähnlich alten Camarasaurus-Schädels, das sich im Carnegie Museum in Pittsburgh befindet. Die Direktorin des Sauriermuseums Aathal, Yolanda Schicker-Siber, erklärt gegenüber der «NZZ», warum die Entdeckung so besonders ist: «Die Funde sind oft viel zu fragil, als dass man sie direkt vor Ort vollständig ausgraben und präparieren könnte.»

Fund erzählt auch ein Stück Familiengeschichte

Der Schädel, der den Namen «Lucy» erhielt, ist ein geologisches Wunder. Feiner Sandstein schützte die Knochen über 150 Millionen Jahre hinweg in einem alten Flussbett vor dem Zerfall. «Die Zahnform sagt sehr viel darüber aus, was ein Tier gefressen hat», ergänzt Schicker-Siber.

Im Gegensatz zu anderen Pflanzenfressern mit dünnen Stiftzähnen besass Lucy massive, schaufelförmige Zähne – ein Hinweis darauf, dass sie auch härtere Pflanzen fressen konnte. Der Fund erzählt auch eine Familiengeschichte: Schicker-Sibers Sohn Lenny war 2023 bei den Ausgrabungen dabei, als die ersten Beinknochen eines jungen Sauropoden entdeckt wurden – getauft auf den Namen «Little Lenny».

Aufschluss über Lebensraum und Wanderungen des Tieres

Später erwies sich der Schädel im Gesteinsblock als Überrest eines älteren Tieres, das den Namen «Lucy» erhielt, benannt nach Schicker-Sibers Tochter. Seit dem 3. April ist der Schädel ausgestellt. Laut Emanuel Tschopp von der Freien Universität Berlin ist der Fund ein «einmaliges wissenschaftliches Puzzlestück».

Weitere Untersuchungen, darunter Isotopenanalysen des Zahnschmelzes, könnten Aufschluss über den Lebensraum und die Wanderungen des Tieres geben. Besucher des Museums können sich Lucy bis Herbst 2026 ansehen, wenn weitere Ausgrabungen an dem Fund durchgeführt werden.

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