Nach einem Angriff auf einen orthodoxen Juden mit einem Messer vor zwei Jahren in Zürich hat die Jugendanwaltschaft Unterland beim Jugendgericht Dielsdorf Anlage gegen einen zum Tatzeitpunkt 15-jährigen Jugendlichen eingereicht. Das geht aus einer Mitteilung vom Dienstag hervor.
Dem Jugendlichen wird mehrfacher versuchter Mord vorgeworfen. Vor dem Messerangriff soll er versucht haben, in eine Synagoge einzudringen, um dort Menschen jüdischen Glaubens zu töten.
Ihm werden zudem weitere Delikte vorgeworfen, darunter die Unterstützung einer kriminellen Organisation sowie der Aufruf zu Diskriminierung und Hass. Der Jugendliche befindet sich noch immer in einer geschlossenen Institution.
Sicherheitsdirektor sprach von «Terrorakt»
Das Opfer, ein zum Tatzeitpunkt 50 Jahre alter Mann, war bei dem Angriff am 2. März 2024 lebensgefährlich verletzt worden. Zwei Tage nach der Tat erklärte Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG), dass das Opfer inzwischen ausser Lebensgefahr sei.
Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) sprach an einer Medienkonferenz von einem «feigen Attentat» und einem «terroristischen Akt». «Jemand wurde einzig und allein wegen seiner Religionszugehörigkeit niedergestochen.»
Zuvor waren ein Bekennervideo vom mutmasslichen Täter aufgetaucht. Bei ihm handelt es sich um einen Schweizer mit tunesischem Migrationshintergrund. Er wurde 2011 eingebürgert.
Täter soll «Allahu Akbar» gerufen haben
Ein Ersthelfer berichtete Blick kurz nach der Tat, der Täter habe bei seiner Festnahme lauthals gelacht. Zeugen vor Ort wollen ausserdem Rufe wie «Allahu Akbar» und «Islam, Islam» vom Täter gehört haben.