Mehrfache Körperverletzung und verbotene Pornografie
Teilschuldspruch im Fall SVP-Diethelm – 8 Monate Haft bedingt

Im Juni 2021 lief eine Sadomaso-Sitzung bei einer Domina aus dem Ruder. Am Montag stand der Schwyzer SVP-Kantonsrat Bernhard Diethelm vor Gericht. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde er freigesprochen – trotzdem gibts 8 Monate Strafe bedingt.
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Der Schwyzer SVP-Kantonsrat Bernhard Diethelm wurde zu 8 Monaten Haft bedingt verurteilt.
Foto: Siggi Bucher

Das Bezirksgericht Zürich ist am Montag der Frage nachgegangen, ob SVP-Politiker Bernhard Diethelm (40) vor zwei Jahren in einem Apartment in Zürich Oerlikon eine Prostituierte misshandelt hat. Am frühen Abend sprach das Gericht den Schwyzer Kantonsrat von den Hauptvorwürfen frei – der versuchten Vergewaltigung, der versuchten sexuellen Nötigung und der Gefährdung des Lebens.

Diethelm wurde jedoch der mehrfachen Tätlichkeiten, der mehrfachen einfachen Körperverletzung und der verbotenen Pornografie schuldig gesprochen. Ihm wird eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten auferlegt sowie eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 100 Franken. Ausserdem muss er eine Busse von 1000 Franken bezahlen.

Opfer nicht in Lebensgefahr

Der Richter führte aus: «Es ist erstellt, dass es eine tätliche Auseinandersetzung gab.» Dabei sei die Frau verletzt worden. So belegen etwa MRI-Aufnahmen die Verletzungen durch einen Schwitzkastengriff. Jedoch habe sich das Opfer durch dieses Würgen nicht in Lebensgefahr befunden.

Nicht erstellt seien die Vorwürfe rund um Chloroform: Ein Betäubungsversuch sei nicht erwiesen, so der Richter, wodurch auch die versuchte Vergewaltigung und die sexuelle Nötigung wegfallen.

4200 Franken für ihre Dienste

Weshalb die Situation eskaliert ist, konnte auch das Gericht nicht ganz klären. Klar ist jedoch: Nach einem ersten Treffen am Tag zuvor trafen sich Diethelm und die Prostituierte am 22. Juni 2021 wieder. Gebucht war die junge Frau für Sadomaso-Rollenspiele. Er versprach ihr – wie Chatnachrichten belegen – 4200 Franken. Dafür sollte sie nach ihm keinen Freier mehr empfangen. Zudem beauftragte er sie, eine Fesselschnur, einen Mundknebel und eine Leine mit Halsband zu kaufen und für ihn bereitzulegen. Ab hier gehen die Aussagen jedoch auseinander.

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SVP-Kantonsrat Diethelm über Vergewaltigungsvorwürfe:«Privates hat mit der Politik nichts zu tun»

«Ich habe ihn gefragt, ob er das Geld dabeihabe», sagte die 26-jährige Frau. Da sei Diethelm ausgetickt. Er habe sie von hinten gepackt und in den Schwitzkasten genommen. Daraufhin habe er versucht, sie mit einer unbekannten Substanz zu betäuben. Doch hierfür liessen sich keine Beweise finden.

«Ich sah rot und schubste sie»

Die junge Deutsche brach vor Gericht in Tränen aus. «Es ist nicht so einfach, obwohl es schon so lange her ist», erklärte sie dem Richter. Weiter beschrieb sie, wie Diethelm sie an den Haaren gepackt habe: «Meine Extensions lagen überall auf dem Boden.»

Weiter gab die junge Frau an, dass sie um Hilfe gerufen und versucht habe, zu entkommen. Irgendwann habe Diethelm von ihr abgelassen. Die Domina erlitt Prellungen, Schürfwunden und Verätzungen an Kinn und Mund. Gemäss dem Richter stammen aber einige Verletzungen nicht aus dem vorliegenden Fall.

Diethelm hingegen sprach vor Gericht davon, dass die junge Frau enttäuscht gewesen sei, dass er nicht die zuvor abgemachten 4200 Franken, sondern nur 1500 Franken mitgebracht habe. Dabei sei diese Summe Standard in diesem Milieu.

Im Streit habe die Prostituierte ihm in den Finger gebissen. «Ich sah rot und schubste sie», erklärte Diethelm. Er sei daraufhin weggerannt, weil sie begonnen habe, zu schreien. Die vielen Verletzungen der jungen Frau könne er sich nicht erklären. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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