Darum gehts
- Über 900'000 Menschen besuchten die 33. Street Parade in Zürich
- 906 medizinische Behandlungen, 30 Festnahmen und Drogen sichergestellt
- Temperaturen verursachten viele Beschwerden, 45 Personen ins Spital überführt
Wo 900'000 Menschen, Hitze und Alkohol zusammentreffen, kommt es trotz Feierlaune auch zu Reibereien. Dennoch haben die Stadtpolizei Zürich sowie Schutz & Rettung Zürich nach der 33. Street Parade eine positive Bilanz gezogen. Insgesamt wurden 30 Personen festgenommen und 906 Menschen behandelt.
«Die Sicherheitsmassnahmen haben sich auch in diesem Jahr bewährt», schreibt die Stadtpolizei Zürich hierzu in einer Medienmitteilung. Kurzzeitige Entlastungsmassnahmen zur Steuerung der Besucherströme seien am frühen Abend notwendig gewesen. Die besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte: die anhaltend hohe Temperatur.
Mann stürzt sieben Meter auf Perron hinab
Gegen Abend und in der Nacht häuften sich wie jedes Jahr Meldungen über Auseinandersetzungen, Tätlichkeiten und Körperverletzungen an, resümiert die Stadtpolizei. Meldungen über Personen mit schweren Verletzungen liegen nicht vor. Am frühen Sonntagmorgen, kurz nach 1.15 Uhr, kam es jedoch zu einem Zwischenfall. Ein 25-jähriger Mann zog sich an der Schanzengasse im Kreis 1 bei einem Sturz erhebliche Verletzungen am Kopf zu. Ersten Erkenntnissen zufolge stürzte er aus bislang unbekannten Gründen rund sieben Meter von der Bahnhofüberführung auf den darunterliegenden Perron. Aktuell bestehen keine Hinweise auf ein Delikt, schreibt die Stapo.
Insgesamt wurden 30 Personen, zwei davon Frauen, festgenommen. Sie stammen nebst der Schweiz aus folgenden Ländern: Italien, Gambia, Algerien, Tunesien, Marokko, Mali, Kolumbien, Chile, Ecuador, Rumänien und Brasilien. Lediglich vier Personen verfügen über einen festen Wohnsitz in der Schweiz. Die Festnahmen erfolgten unter anderem wegen Diebstählen, Betäubungsmittelhandels, Körperverletzung sowie Verstössen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.
Zudem stellte die Stadtpolizei Zürich etwas über 50 Gramm Amphetamin, über 40 Gramm Ketamin, rund 20 Gramm Kokain und über 100 Ecstasy-Pillen sicher.
Polizei rettet Schwimmer bei der Wühre
Die Wasserschutzpolizei war vor allem mit dem Freihalten der Fahrstrassen und mit vielen Hilfeleistungen und Transportaufträgen beschäftigt. Im Lauf des Nachmittags mussten mehrere Schwimmer rund um die Quaibrücke, den Schanzengraben und die Limmat aus dem Wasser gewiesen werden. Ebenso missachteten einige Bootsführer die Verkehrsvorschriften auf dem Wasser und mussten weggewiesen werden. Kurz nach dem Mittag wurde ein Schwimmer bei der Wühre gerettet, der in Not geraten war.
Spezialisten der Verwaltungspolizei nahmen acht Verzeigungen gegen illegale Händler vor. Zudem mussten sie mehrere Abmahnungen gegen Restaurants, die durch offene Fenster den Aussenbereich beschallten, aussprechen oder Personen, die Lautsprecheranlagen im Freien mitführten, ermahnen. Es wurden zudem mehrere Schalldruckmessungen durchgeführt, die alle den geltenden Richtlinien entsprachen.
14 Personen mussten nach übermässigem Alkohol- und/oder Drogenkonsum in die Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle ZAB eingeliefert werden.
Schutz & Rettung zieht positive Bilanz
«Insgesamt zieht SRZ ein positives Fazit», heisst es in der Bilanz von Schutz & Rettung Zürich. Bis zur Schliessung des letzten Sanitätspostens kurz nach Mitternacht führte SRZ 906 Behandlungen durch, was einer Zunahme im Vergleich zum Vorjahr entspricht (757). Allerdings nahmen im vergangenen Jahr rund 800'000 Besucher teil – 100'000 weniger als in diesem Jahr. Die meisten Behandlungen anlässlich der diesjährigen Street Parade erfolgten aufgrund von Schnitt- und Schürfwunden (263) oder standen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum (223).
Gleichzeitig ist auch die Anzahl an Personen gestiegen, die zur weiteren Behandlung und Überwachung in die Notunterkunft (NUK) überführt wurden (128 gegenüber 95 im Vorjahr). Darüber hinaus suchten Besucher die Sanitätsposten wegen Insektenstichen (45) und Prellungen oder Stauchungen auf (44). Die hohen Temperaturen führten zudem zu hitzebedingten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen oder Sonnenstichen. Von denSanitätsposten aus wurden total 45 Patienten zur weiteren Behandlung oder Abklärung in ein Spital überführt (Vorjahr: 54).
Kantonspolizei Zürich verhaftet 16 Männer
Auch die Kantonspolizei Zürich zog am Sonntagvormittag Bilanz. «Trotz der starken Frequentierung des Hauptbahnhofes vom Samstagvormittag bis am frühen Sonntagmorgen kam es zu keinen schweren Delikten», heisst es hierzu in einer Medienmitteilung. Bei den zahlreich durchgeführten Personenkontrolle wurden 16 Männer verhaftet. Sie stammen aus der Schweiz, Afghanistan, Algerien, Frankreich, Italien, Spanien und Tunesien. Sie begingen Delikte wie Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz oder das Betäubungsmittelgesetz. Einige wurden verdächtigt, Vermögensdelikte zu Begehen.
Sechs Männer wurden nach den polizeilichen Abklärungen entlassen; acht Männer wurden der Staatsanwaltschaft zugeführt. Aufgrund ihres Gesundheitszustandes mussten zwei Männer in medizinische Einrichtungen gebracht werden. 47 Personen, die nicht in der Stadt Zürich wohnhaft sind und keinen plausiblen Grund ihres Aufenthalts im Hauptbahnhof oder der Stadt geltend machen konnten oder sich auffällig verhielten, wurden für 24 Stunden vom Stadtgebiet weggewiesen.
Die Kantonspolizei Zürich führte in der Nacht auf Sonntag auf den Ausfallachsen der Stadt Zürich, im Raum Dübendorf sowie auf der Autobahn A3 zudem Kontrollen durch. Bei der Überprüfung von insgesamt 264 Fahrzeugen und deren Insassen waren 13 Lenkende unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss unterwegs. Ihnen wurde der Führerausweis vorläufig abgenommen und durch die Staatsanwaltschaft wird gegen sie eine Strafuntersuchung eröffnet.