Darum gehts
- Autounfall im Seelisbergtunnel: Lenker stirbt, Tunnel gesperrt
- Fahrzeug fing Feuer nach Kollision mit Tunnel-Infrastruktur
- Stau: Wartezeiten bis 45 Minuten, A13 als Alternative empfohlen
In der Nacht auf Freitag um etwa 3 Uhr fuhr eine Person mit einem Personenwagen mit Urner Kontrollschildern auf der Autobahn A2 in Richtung Norden. Unmittelbar vor der Einfahrt in den Seelisbergtunnel geriet das Fahrzeug aus derzeit unbekannten Gründen nach links von der Fahrbahn ab und kollidierte frontal mit der Infrastruktur des Tunnelsüdportals. Anschliessend geriet das Fahrzeug in einen Technikraum, wo es Feuer fing und in Vollbrand geriet, heisst es in einer Mitteilung der Kantonspolizei Uri.
Der Lenker verstarb noch auf der Unfallstelle. Seine Identität konnte bisher noch nicht geklärt werden. Der Tunnel blieb zunächst gesperrt. Im Verlauf des Tages konnte die Infrastruktur soweit instandgesetzt und Schäden überbrückt werden. Ab 16 Uhr konnte die Röhre Nord zweispurig und die Röhre Süd einspurig wieder für den Verkehr freigegeben werden, gab das Bundesamt für Strassen (Astra) in einer Medienmitteilung bekannt. Im südlichen Abschnitt des Tunnels gilt eine reduzierte Geschwindigkeit von 60km/h.
Erhebliche Schäden an Betriebs- und Sicherheitsinfrastruktur
Beim Unfall wurde die Betriebs- und Sicherheitsinfrastruktur des Seelisbergtunnels erheblich beschädigt. Durch den Brand entstanden erhebliche Schäden an den elektrischen Anlagen und die Stromversorgung des Tunnels fiel aus. Dadurch funktionierten die sicherheitsrelevanten Systeme im Tunnel nicht mehr, was zur kompletten Sperrung führte. Die Abklärungen zur Beurteilung des Schadensausmasses sind im Gang. Auch der genaue Unfallhergang ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
In der Lüftungszentrale Büel wurde im Verlauf des Freitags ein Notstromgenerator installiert, weiter wurden diverse Störungen aufgrund der Beschädigungen behoben.
Erhebliche Verkehrsbehinderungen
Wegen der Sperrung war in der Region am Freitagmorgen mit Verkehrsbehinderungen und Wartezeiten von etwa einer Dreiviertelstunde zu rechnen. Am Mittag haben sich die Verkehrsbehinderungen sogar noch verschlimmert. Zwischen Amsteg UR und Altdorf UR muss beispielsweise mit einem Zeitverlust von mehr als zwei Stunden gerechnet werden.
Am Nachmittag, gegen 15 Uhr, lag die Staulänge zwischen Wassen UR und Altdorf, in Fahrtrichtung Luzern, bei 16 Kilometern und einem Zeitverlust von 2 Stunden und 40 Minuten. In Richtung Altdorf kam es auf 15 Kilometern Staulänge zu einem Zeitverlust von bis zu 3 Stunden.
Stau sorgte für weiteren Unfall mit acht Verletzten
Der Stau sorgte bereits für einen weiteren Unfall. Ein Fahrzeuglenker bemerkte den Stillstand des Verkehrs zu spät und krachte in ein anderes Auto. Dabei verletzten sich sechs Personen leicht und zwei erheblich. Sie wurden durch die Rega ins Spital geflogen.
Für viele Kantone, etwa Zürich und Luzern, sind gerade die letzten Tage der Sommerferien, dementsprechend werden viele Menschen am Freitag auf der Heimreise sein. Der Touring Club Schweiz TCS empfiehlt Reisenden aus dem Raum Zürich und Basel sowie dem Tessin, via der A13 San Bernardino zu reisen.