Stehst du auch im Stau? Erzähle uns, wie du dir die Zeit vertreibst
20 Kilometer sind erreicht – so erleben die Menschen den Stau
Laut Angaben des TCS hat sich der Stau vor dem Gotthard in Richtung Süden bereits auf 20 Kilometer verlängert. Die Reaktionen der Autofahrenden auf die Situation sind dabei sehr unterschiedlich. Unser Reporter Pascal Scheiber hat vor Ort nachgefragt.
Viele nutzen die Gelegenheit, um die freien Tage in Italien zu verbringen, und nehmen dafür die bis zu drei Stunden Wartezeit in Kauf. Andere versuchen, sich die Zeit mit Musik oder Unterhaltung zu vertreiben.
Auch Züge vom Osterreiseverkehr betroffen
Nicht nur die Autofahrer trifft es an diesem Osterwochenende hart, auch Reisende mit dem Zug müssen derzeit viel Verständnis aufbringen. Wie ein Video eines Leserreporters zeigt, sind die Züge der Schweizer Bahnen voll. «Sitzplätze sind besetzt, viele Reisende müssen im Gang stehen, während sich Gepäck in den Ablagen stapelt», schildert uns Birol Kayikci, der selbst im Zug von Biel nach Roschach unterwegs ist.
«Die hohe Nachfrage führt zu beengten Verhältnissen und eingeschränktem Komfort für Pendlerinnen und Pendler sowie Familien auf dem Weg zu ihren Angehörigen», so Birol weiter.
Die wichtigsten Fragen zum Oster-Stau
Darf ich aus dem Auto aussteigen, wenn ich im Stau stehe? Was muss ich im Stau beachten? Diese und andere Fragen haben wirPolizeikommandant Thorsten Imhof gefragt – die Anworten im Video:
Stau auf 19 Kilometer angewachsen – Blick vor Ort
Inzwischen ist der Stau auf 19 Kilometer angewachsen. Bei über drei Stunden Wartezeit heisst es für die Betroffenen: Geduld bewahren. Unser Reporter Pascal Scheiber ist vor Ort und berichtet live vom Oster-Wahnsinn vor dem Gotthard. «Die Fahrzeuge stauen sich über die Raststätte zwischen Schattdorf und Erstfeld. So etwas habe ich um diese Uhrzeit in den vergangenen Jahren nie erlebt», berichtet unser Blick-Reporter.
Viele Reisende würden noch nicht ahnen, worauf sie sich eingelassen haben, so Pascal Scheiber weiter. Eine Frau habe ihm erzählt, ihr Navi zeige 45 Minuten Stau an – «wenn ich ihnen aber erklären müsste, dass sie mindestens dreimal so lange stehen werden, hätten sie bei der Reiseplanung eindeutig versagt.»
Abgesehen von ein paar jungen Deutschen wirkten viele Autofahrende sichtlich genervt und angespannt. «Irgendwie verständlich, aber auch selbst verschuldet.»
Hier erste Impressionen:
Stau wird länger und länger – jetzt sind es schon 18 Kilometer
Vor dem Gotthard-Tunnel Richtung Süden staut sich der Verkehr derzeit auf rund 18 Kilometern. Reisende zwischen Altdorf und Göschenen müssen mit einer Wartezeit von bis zu 3 Stunden rechnen.
Grund dafür sind immer noch eine Baustelle und ein Pannenfahrzeug im Tunnel, weshalb vorübergehend eine Begrenzung der Fahrbahnbreite gilt.
Der TCS empfiehlt als Umleitung die A13 über den San-Bernardino-Tunnel. Für Reisende nach Italien sind zudem Alternativen über die A9 Simplon / Grosser St. Bernhard oder den Autoverlad Lötschberg ins Wallis möglich.
Tunnel wegen Pannenfahrzeug gesperrt
Oh nein, jetzt (05.50 Uhr) geht gar nichts mehr. Wegen eines Pannenfahrzeuges ist der Tunnel in beide Richtungen gesperrt. Der Stau wächst an, schon beträgt seine Länge wieder 12 km, was einer Wartezeit von 2 Stunden entspricht.
Auf den Morgen beginnt der Stau zu wachsen
Der Stau beginnt wieder zu wachsen. Nachdem seine Länge in der Nacht auf 7 Kilometer abgenommen hat, beträgt er zurzeit schon wieder 11 Kilometer. Es braucht Geduld: Der Zeitverlust wird auf 1 Stunde 50 Minuten berechnet.
Im Verlauf des Abends verringert sich der Stau
Mit Verlauf des Donnerstagabends scheint sich das Ferienchaos in den Süden leicht zu beruhigen. Nach Angaben von Gotthard Tunnel Live Traffic staut es sich mittlerweile auf 11 Kilometern. Das entspreche einem Zeitverlust von bis zu 1 Stunde und 45 Minuten.
Stau geht am Donnerstagabend leicht zurück
Am Donnerstagabend gibt es für die leidgeprüften Autofahrer eine etwas positive Nachricht. Der Stau ist mittlerweile leicht zurückgegangen. Zwischen Erstfeld und Göschenen kommt es laut TCS zur Überlastung, auf 13 km staut es sich. Das entspreche einem Zeitverlust von bis zu 2 Stunden und 10 Minuten.
Gotthardstrasse Amsteg-Wassen wegen Lawinengefahr ab Samstag gesperrt
Autofahrer müssen jetzt tief durchatmen. Wer plant, erst am Wochenende in Richtung Süden zu fahren, sollte sich seine Route gut überlegen. Denn wie der Kanton Uri am Donnerstagabend auf Altertswiss bekannt gibt, wird die Gotthardstrasse zwischen Amsteg UR und Wassen UR von Samstag bis Dienstag, jeweils von 13 bis 19 Uhr, gesperrt. Die Gotthardstrasse dient oft als Ausweichroute für den A2-Stau.
Grund dafür ist ein massiver Temperaturanstieg, der für die kommenden Tage vorhergesagt wird, heisst es in der Mitteilung. An exponierten Stellen muss deshalb mit dem Abgang von Nassschneelawinen gerechnet werden. Besonders aufmerksam beobachtet wird der Abschnitt Wilerplanggä zwischen Gurtnellen UR und Wassen.
Damit die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden gewähleistet bleibt, wird die Kantonsstrasse zwischen Amsteg und Wassen zu den genannten Zeiträumen für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Autobahnausfahrt Wassen bleibt während den Sperrzeiten der Kantonsstrasse jederzeit offen. So ist das Urserntal für Einheimische und Gäste immer erreichbar. Die Kurse der Auto AG Uri verkehren über die A2. Zwischen Amsteg und Gurtnellen Wiler fährt ein ÖV-Shuttlebus.
Das Osterwochenende naht und damit auch die Blechkolonne vor dem Gotthard-Nordportal.
Am Gründonnerstag wächst der Stau gegen acht Uhr bereits auf fünf Kilometer an. Um neun Uhr waren es bereits 7 Kilometer. In den kommenden Stunden dürfte das Verkehrsaufkommen weiter zunehmen und die 10-Kilometer-Marke knacken.
Die am meisten frequentierten Tage sind laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) jeweils Gründonnerstag und Karfreitag.