«Es waren Drohnen und Polizeihunde im Einsatz»
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Anwohnerin über Polizeiaktion:«Es waren Drohnen und Polizeihunde im Einsatz»

Schüsse, Flucht und Grossfahndung – die Chronologie
So lief der blutige Juwelier-Überfall in Luzern ab

An der Baselstrasse in der Stadt Luzern ist am Freitagnachmittag ein Juwelier durch mehrere Schüsse verletzt worden. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung konnten die unbekannten Täter flüchten. Was bisher zum Überfall bekannt ist.
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Der Vorfall ereignete sich beim Juweliergeschäft Goura an der Baselstrasse in Luzern.
Foto: Devin Schuerch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schüsse in Luzern: Juwelier verletzt, Täter flüchten am Freitagnachmittag
  • Mutmassliches Fluchtfahrzeug in Littau gefunden, Polizei durchkämmt Zimmereggwald mit Drohnen
  • 31-jähriger Schweizer operiert, jetzt ausser Lebensgefahr, Täter unbekannt
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Am Freitagnachmittag verwandelte sich die Baselstrasse in Luzern in einen Tatort. Was als gewöhnlicher Arbeitstag im traditionsreichen Juweliergeschäft Goura begann, endete mit Schüssen, einem lebensgefährlich verletzten Mann und einer stundenlangen Grossfahndung. Blick zeigt auf, was bisher zur Tat bekannt ist. 

Freitag, 14.20 Uhr: die Schüsse

Gegen 14.20 Uhr fallen an der Baselstrasse in Luzern mehrere Schüsse. Der Tatort: Goura, ein über 30 Jahre alter, traditionsreicher indischer Goldhandel, geführt von einer der ältesten Goldschmiedefamilien der Schweiz. Ein Mitarbeiter (31) mit Schweizer Staatsangehörigkeit wird im Bauch angeschossen und erleidet lebensbedrohliche Verletzungen.

Gegenüber Blick erklärte ein Dönerverkäufer mit einem Geschäft in der Nähe, er habe einen Schuss gehört und gesehen, wie zwei Männer – einer mit blutendem Bauch – in ein Auto gestiegen sind. 

Ein Mitarbeiter eines Pizza-Lieferdiensts habe einen Vorfall bei einem Juwelier in der Baselstrasse beobachtet. «Ich habe Schüsse gehört», sagt er zu Blick. «Ich bin sofort raus auf die Strasse. Ich habe Blut gesehen und ein Auto, das wegfährt.»

Die Flucht

Die Täter flüchten in einem weissen Lieferwagen stadtauswärts. Mehrere Zeugen berichten von zwei Männern, einer davon offenbar selbst verletzt.

Am Tatort findet die Polizei den schwer verletzten 31-jährigen Schweizer, versorgt ihn und bringt ihn mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Spital, wo er notoperiert wird.

Das Fluchtfahrzeug wird gefunden

Das mutmassliche Fluchtfahrzeug wird kurze Zeit später im Luzerner Stadtteil Littau aufgefunden. Es hat ein Aargauer Kennzeichen. Unklar ist: Hat die Täterschaft den Lieferwagen abgestellt und ist zu Fuss geflüchtet? Hat sie einen Bezug zu diesem Quartier?

Klar ist: Die Polizei leitet sofort umfangreiche Fahndungsmassnahmen ein.

15 Uhr – Grosseinsatz im Zimmereggwald

Die Polizei vermutet die Täter im Zimmereggwald in Littau. Ein massiver Einsatz läuft an. Der Wald wird abgesperrt, Drohnen kreisen über dem Gebiet, Polizeihunde durchkämmen das Gelände, bewaffnete Polizisten sichern das gesamte Areal.

Anwohnerin Gabriela W.* (60) wollte mit ihrem Hund spazieren gehen, wurde aber abgewiesen. «Die haben mit Drohnen, Hunden und Maschinengewehr gesucht. Das war schon speziell», erzählt sie Blick.

Überall in Littau sind bewaffnete Polizisten stationiert. Wer in den Wald will, wird zurückgewiesen. Laut Recherchen von Blick wurden im Quartier zwei Brüder bei ihren Autos verhaftet. «Es war schon ein Schock für sie», bestätigt ihre Schwester gegenüber Blick. Aber: «Sie haben nichts mit dem Überfall zu tun und wurden wieder freigelassen. Sie möchten aber nicht darüber sprechen.»

Der Grosseinsatz dauert bis in den Abend. Die Polizei durchsucht das Gebiet Längweiher/Udelboden/Zimmeregg systematisch.

Der Tatort

Das Juweliergeschäft ist am Abend abgesperrt und versiegelt. Fensterscheiben sind kaputt, Einschusslöcher im Inneren deutlich sichtbar. Die Polizei stellt Überwachungskamera-Aufnahmen aus umliegenden Geschäften sicher.

Supetha N.* (22), die Schwester des verletzten Juweliers, erklärt am Freitagabend gegenüber Blick: «Mein Bruder wurde im Bauch angeschossen und wird jetzt im Spital operiert.»

Samstag: offizielle Bestätigung

Die Luzerner Polizei bestätigt: Ein 31-jähriger Schweizer wurde lebensbedrohlich verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Sonntag: Besserung beim Juwelier

Am Sonntag erklärt die Schwester des verletzten Juweliers gegenüber Blick: «Mein Bruder ist noch im Spital. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut», erzählt Supetha N. «Er ist zum Glück nicht mehr in Lebensgefahr. Darüber sind wir alle sehr froh. Er steht nun unter Polizeischutz. Mehr dürfen wir im Moment nicht sagen.»

Warum der Mann unter Polizeischutz gestellt wurde, ist bisher nicht bekannt. «Aufgrund der laufenden Ermittlungen können derzeit keine weiteren Auskünfte zum Fall erteilt werden», schreibt die Luzerner Polizei. 

Täter bleiben flüchtig

Trotz Grosseinsatzes konnten die Täter entkommen. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen der Schussabgabe, der Flucht oder verdächtiger Wahrnehmungen im Gebiet Zimmeregg, allenfalls im Zusammenhang mit einem weissen Lieferwagen.

Der Vorfall schockiert besonders die tamilische Community. «Fast alle Tamilen aus Luzern kaufen dort ihren Goldschmuck», erklärt ein News-Scout gegenüber «20 Minuten».

*Namen bekannt 

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