Darum gehts
- Militärfahrzeug stürzt Donnerstag in Wolhusen LU in Badi, Insassen verletzt ins Spital gebracht
- Glatte Strasse vermutet, Wagen landete knapp neben gefülltem Badi-Schwimmbecken
- Unfall verursacht laut Polizei geschätzten Sachschaden von 50'000 Franken
Was für ein Abflug! Ein Fahrzeug kommt am Donnerstag um 7.45 Uhr im Gebiet Zihlenfeld in Wolhusen LU von der Strasse ab, durchbricht einen Zaun, rutscht einen Hang hinunter, überschlägt sich, durchbricht einen weiteren Zaun und kommt erst auf dem Dach liegend zum Stillstand. Die beiden Insassen werden verletzt ins Spital gefahren. Der Wagen muss mit einem Kran geborgen werden. Geschätzter Sachschaden laut Polizei: Zirka 50'000 Franken.
Jetzt zeigen Recherchen von Blick: Das Fahrzeug, das am Ende knapp neben dem gefüllten Schwimmbecken landete, war ein Militärfahrzeug! «Ich kann bestätigen, dass das Unfallfahrzeug aufs Militär eingelöst ist», sagt Urs Wigger von der Luzerner Polizei auf Nachfrage. «Da die beiden beteiligten Personen nicht dem Militärstrafrecht unterstehen, ist nicht die Militärpolizei, sondern die Luzerner Polizei für die Unfallaufnahme zuständig.»
Im Blick spricht der Badi-Mitpächter
Einer, der mehr zum Unfall weiss, ist der Mitpächter der Badi: Mario Zihlmann (34). Er kommt kurzerhand mit Blick zur Unfallstelle. «Ich habe an jenem Morgen ein Foto von einem Kollegen geschickt erhalten, der in der Nähe wohnt», erzählt er. Danach habe dieser ihn angerufen und gesagt: «Bei euch in der Badi liegt ein Auto auf dem Rücken!»
Zihlmann wohnt auch ganz in der Nähe und geht sofort hin, um nachzuschauen. Er sieht die Militärpolizei, die Luzerner Polizei «und verschiedene Helfer, die schon da waren», wie er sagt. Er sieht auch den Unfallwagen. «Es war ein Militärfahrzeug. Die gehen ab und an mal nach hinten ins Tal, um bei den Bunkern Sachen zu kontrollieren.»
Auf Nachfrage beim Militär, sagt Armeesprecher Stefan Hofer: «Sie waren unterwegs, um in einer militärischen Infrastruktur Material für die Truppe zu kommissionieren und bereitzustellen.»
Ist Glätte die Unfallursache?
Badi-Mitpächter Zihlmann sagt weiter, er sei am Abend vorher später ins Bett gegangen und draussen selber auch noch auf den Boden gefallen, es sei «sooo glatt» gewesen. Und: «Es war auch am Morgen darauf extrem glatt», sagt er weiter. Da müsse man mit einem Auto auch nicht schnell daherkommen, damit man geradeaus fahre und hinunterrutsche. Urs Wigger von der Polizei sagt: «Warum der Wagen von der Strasse abkam, wird noch ermittelt.»
Zihlmann will vor Ort gehört haben, dass sowohl Fahrer wie auch Beifahrer schwerverletzt wurden. «Man sagte mir auch, dass sie ein Weilchen gehabt hätten, bis sie die Leute aus dem Auto herausgehabt hätten.» Doch wäre der Wagen ein paar wenige Meter weiter ins gefüllte Becken gerutscht – «das wäre nicht lustig geworden», sagt Zihlmann. Man lasse das Wasser im Winter gezielt im Becken, damit die Leitungen nicht einfrieren – dies sei auch besser für den Chromstahl.
Laut Blick-Informationen sollen beide Insassen des Militärfahrzeuges 61 Jahre alt sein und nicht aus der Region stammen. Badi-Mitpächter Mario Zihlmann sagt, es sei in seiner Badi noch nie ein solch spektakulärer Unfall passiert. Er hoffe, dass die Verunfallten wieder «supergesund» werden und wünscht den Angehörigen «alles Beste».