Demo bei Tankstelle in Kriens LU
Aktivisten behindern Autofahrer beim Tanken

Acht Personen protestierten am Donnerstag in Kriens LU gegen Erdöl und blockierten eine Tankstelle. Die Polizei griff ein, trug Demonstrierende weg und zeigte zwei Personen wegen Hinderung einer Amtshandlung an.
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Bei einer Tankstelle demonstrierten acht Personen der Gruppe «Act Now!» gegen Erdöl.
Foto: act now!

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Acht Klima-Aktivisten blockierten am 15. Mai Tankstelle in Kriens LU
  • Zwei Aktivisten in Handschellen wegen Missachtung polizeilicher Anweisungen
  • Zwei Anzeigen gegen Deutschen (54) und Italiener (22) wegen Amtsbehinderung
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Mattia JutzelerRedaktor News

Eine Klima-Demo in Kriens LU sorgte für Aufruhr. Bei einer Coop-Pronto-Tankstelle demonstrierten acht Personen der Gruppe «Act Now!» gegen Erdöl. Laut einer Mitteilung der Kantonspolizei Luzern hätten die Aktivisten Kunden behindert und gefilmt, die dort tanken wollten.

Die Polizei kontrollierte vor Ort die acht Personen, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese trugen teilweise Leuchtwesten und führten Plakate mit sich. Die Personen leisteten zum Teil passiven Widerstand und mussten von den Tanksäulen weggetragen werden, bevor sie anschliessend kontrolliert wurden. Zwei Personen machten Aufnahmen der Kontrolle und leisteten den Anweisungen der Polizei nicht Folge, worauf sie vorübergehend in Handschellen gelegt wurden.

Nach Erledigung der Formalitäten wurden alle acht Personen weggewiesen. Zwei Personen, ein Deutscher (54) und ein Italiener (22), werden wegen Hinderung einer Amtshandlung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Warnhinweise auf Zapfsäulen

Laut einer Mitteilung der Gruppe «Act Now!» dauerte die Protestaktion knapp eine halbe Stunde. Unter den Personen, die mit Handschellen gefesselt wurden, sei ein Journalist mit Presseausweis gewesen. Es ist bereits die dritte Kundgebung dieser Art in den letzten Wochen, heisst es in der Mitteilung weiter. 

Die Aktivisten fordern, dass die Tankstellen Warnhinweise an den Zapfsäulen anbringen, die auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen sollen. Als vergleichbares Beispiel nennt die Gruppe die Warnhinweise auf Tabakprodukten.

«Es wurde nicht mit uns gesprochen»

Ein Mitglied der Gruppe bestreitet am Telefon gegenüber Blick, dass die Aktivisten Autofahrer am Tanken gehindert hätten. «Es wurden Personen angesprochen und Flyer verteilt», sagt er Blick am Telefon. Der Mann kritisiert ausserdem das Vorgehen der Polizei bei dem Einsatz. «Es wurde nicht mit uns gesprochen. Die Kommunikation der Beamten mit den Aktivisten war sehr schlecht.»

Der Aktivist verweist auf eine ähnliche Aktion der Gruppe bei der Raststätte in Würenlos AG vom Sonntag. Dort sei die Kantonspolizei Aargau seiner Meinung nach deutlich angemessener vorgegangen. Auf Anfrage heisst es bei der Luzerner Polizei, dass man sich aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht zu den Vorwürfen äussern könne.

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