Reisende stehen 40 Minuten im Stau
Wer die frühen Morgenstunden noch mit Packen oder Frühstücken vertrödelt hat, erhält am Gotthard jetzt die Quittung. Am Vormittag verlängert sich die Blechkolonne wieder auf 4 Kilometer. Dies hat einen Zeitverlust von bis zu 40 Minuten zur Folge.
Das ist aber immer noch wenig im Vergleich zu den 21 Kilometern von Karfreitag.
Gehts schon wieder los?
Während am frühen Morgen vor dem Gotthardtunnel noch alles reibungslos zu laufen schien, rollt der Verkehr bereits wieder nur mässig. Wie der Touring Club Schweiz (TCS) um 8 Uhr vermeldet, stauts schon wieder.
Mit einer Länge von einem Kilometer sollte der Zeitverlust zwar nicht all zu gross sein, was noch nicht ist, kann aber noch werden.
Freie Fahrt am Samstagmorgen
Wer sich entschieden hat, erst am Samstagmorgen Richtung Gotthard aufzubrechen, hat wohl eine gute Entscheidung getroffen. Zwar bleibt einem dann etwas weniger Zeit im Süden, man sitzt aber auch nicht im Stau.
Um 7.30 Uhr zeigt ein Blick auf die Webcam des TCS zumindest freie Fahrt – noch.
Stau praktisch aufgelöst
Endlich! Der Stau vor dem Nord-Portal ist auf ein Minimum zusammengeschmolzen. Zurzeit bestehen höchstens noch einige Minuten Wartezeit. Jetzt gehts los, die Ferien sind nicht mehr weit.
Die Situation beruhigt sich – noch 7 Kilometer Stau
Während die späteren Abendstunden anbrechen, beruhigt sich die Situation vor dem Nordportal zunehmend. Kurz vor 20 Uhr vermeldete der TCS noch 13 Kilometer Stau, kurz nach 21.30 Uhr dann nur noch 7 Kilometer. Zwar muss man immer noch mit etwas über einer Stunde Wartezeit rechnen, nichtsdestotrotz dürfte es für viele Reisende ein kleiner Lichtblick sein.
Hier flüchtet ein Mercedes-Fahrer vor dem Stau!
Ein Mercedes-Lenker fährt bei Erstfeld UR auf die A2 und merkt, dass unzählige Autos im Stau stehen. Prompt legt der Mann den Rückwärts-Gang ein.
Der Monster-Stau vor dem Gotthard kam mit Ansage. Und trotzdem war er für einige Reisende eine Überraschung. Darunter wohl auch ein Mercedes-Fahrer, der bei Erstfeld auf die A2 fuhr, die Blechlawine sah und prompt kehrtmachte. Er legte den Rückwärts-Gang ein und flüchtete vor dem Stau-Wahnsinn. Verständlich, aber strengstens verboten. Es droht eine Busse von mindestens 200 Franken. Überhaupt gibt es einige Staufehler, die schnell teuer werden können. Hier findest du eine Übersicht dazu.
Autofahrer steigen aus – und die Polizei ist machtlos
Noch immer sind es 21 Kilometer, die Reisende überwinden müssen, bevor sie durch den Gotthard können. Wartezeit: 3.30 Stunden. Klar, dass es da mal langweilig im Auto werden kann. Manche wollen sich auch die Beine vertreten und steigen aus.
Ein paar Schritte können ja nicht so schlimm sein, oder? Nur: Das Betreten der Fahrbahn ist strengstens verboten. Die Busse beträgt laut dem Ordnungsbussenverordnung 20 Franken.
«Es kann aber massiv höher sein, wenn es durch das Betreten zu einem Unfall kommt, oder Einsatzfahrzeuge blockiert werden», sagt Pascal Bryner, Chef Bereitschafts- und Verkehrspolizei von der Kantonspolizei Uri, zu Blick. Dann kommt es zur Anzeige.
Wie viele Autobahn-Spaziergänger erwischt wurden, kann die Kantonspolizei Uri noch nicht abschliessend sagen. Nur so viel: «Aufgrund der grossen Verkehrsdichte, mussten wir viel gewähren lassen», so Bryner.
Tatsächlich zeigen Bilder vom Stau am Freitagabend, dass viele Reisende ihre Fahrzeuge verlassen haben und gemütlich auf der Fahrbahn stehen oder herumlaufen.
Stau nimmt etwas ab
Ein Lichtblick? Wie der TCS auf seiner Webseite schreibt, hat sich die Situation ein kleines bisschen erholt. Staute sich die Blechlawine vor einer Stunde noch 21 Kilometer lang, sind es nun «nur» noch 19 Kilometer. Der Zeitverlust beträgt somit noch 190 Minuten. Für alle, die derzeit noch sich nach Süden sehnend vor dem Gotthard stehen, gilt also: Es gibt Hoffnung!
Kanton Graubünden lacht über Oster-Stau
Wer durch den Gotthard will, braucht mehr als nur Geduld. 3.30 Stunden Wartezeit. Zum Lachen dürften den Wartenden nicht sein. Dafür nutzt der Kanton Graubünden den Stau für ein paar besondere Ostergrüsse. Die Tourismus-Abteilung hat auf Facebook eine Zeichnung veröffentlicht. Darauf zu sehen, sind zwei Steinböcke, die auf den Gotthard-Stau blicken. Einer der Böcke sagt: «Han gmaint, hüt isch Car-Frei-Tag?!».
Und über dem Bild findet sich ebenfalls Text: «Luag Giachen, dia machend ‹Slow Travel›: Sie gnüssend üsari Bärga mit 0,5 km/h.» Also ein doppelter Scherz. Der Witz kommt gut an. «Endlich etwas zum Lachen», lautet ein Kommentar. Ein anderer schreibt: «Genial!»
«Permanent unterwegs»
Inzwischen sind es sogar 21 Kilometer, die sich vor dem Gotthard gebildet haben. Für Pascal Bryner, Chef Bereitschafts- und Verkehrspolizei von der Kantonspolizei Uri, ist die Blechlawine nichts Neues. «Wir sind nicht von dem Osterstau überrascht worden. Wir sind gewohnt, mit einer solchen Lage umzugehen.»
Die Polizei zieht eine positive Bilanz. Bisher kam es zu keinen grösseren Zwischenfällen und die Staumassnahmen hätten gut funktioniert.
Einige versuchen den Stau mittels Göschenen zu umfahren. Nur: Die Zufahrt auf die Autobahn Richtung Süden ist gesperrt. Besonders Deutsche verirrten sich wegen ihrer Navis dorthin. «Die Sperrung ist so kommuniziert worden. Wir von der Kapo Uri sind permanent unterwegs. Bei der Staulänge ist das aber schwer überall präsent zu sein», erklärt Bryner. Und er betont, dass es verboten ist, das Fahrzeug zu verlassen und auf der Autobahn herumzuspazieren, auch wenn die Wartezeit aktuell 3.30 Stunden beträgt.
Das Osterwochenende naht und damit auch die Blechkolonne vor dem Gotthard-Nordportal.
Am Gründonnerstag wächst der Stau gegen acht Uhr bereits auf fünf Kilometer an. Um neun Uhr waren es bereits 7 Kilometer. In den kommenden Stunden dürfte das Verkehrsaufkommen weiter zunehmen und die 10-Kilometer-Marke knacken.
Die am meisten frequentierten Tage sind laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) jeweils Gründonnerstag und Karfreitag.