Darum gehts
- Strafuntersuchung zum Brand in Crans-Montana verlegt wegen zahlreicher Anwälte
- 130 Kläger von 50 Anwälten vertreten, Gemeinde bleibt Akteneinsicht verwehrt
- Gerichtsverhandlungen starten 6. Februar, Sicherheitsfragen am neuen Ort möglich
Je mehr Tage vergehen, desto mehr gewinnt die Strafuntersuchung zum tödlichen Brand in Crans-Montana an Umfang. In Sitten sind zahlreiche Opferanwälte anwesend, um die Angeklagten und Zeugen in die Mangel zu nehmen. Die Anzahl ist so gross, dass sich die Walliser Justiz jetzt gezwungen sieht, umzuziehen. Dies berichtet die Westschweizer Zeitung «Le Temps».
Die kommenden Anhörungen finden nicht mehr in den Räumlichkeiten der Zentralstelle der Staatsanwaltschaft statt, sondern in der Aula Energypolis der HES-SO Wallis.
«Bis heute wurden rund 130 Privatkläger und Zivilkläger gebildet»
Hintergrund: Bei den Anhörungen vom 20. und 21. Januar zu den Brandschutzfragen in der Bar Le Constellation mussten die zahlreichen Beteiligten auf zwei Räume verteilt werden – ein Teil der Anwälte verfolgte die Befragungen per Videokonferenz.
Aufgrund der Vielzahl an Fragen konnte die Anhörung von Jacques Moretti nicht abgeschlossen werden, was zu Unmut führte. Die Staatsanwaltschaft stellte den betroffenen Anwälten daraufhin in Aussicht, ihnen bei der folgenden Anhörung von Jessica Moretti Vorrang einzuräumen und versprach, eine bessere organisatorische Lösung zu finden.
Diese ist mit den neuen Räumlichkeiten nun gefunden. Die Anhörungen der beschuldigten Sicherheitsverantwortlichen sind für den 6. und 9. Februar terminiert – jene von Jacques und Jessica Moretti für den 11. und 12. Februar.
Es stellen sich auch Sicherheitsfragen
«Bis heute wurden rund 130 Privatkläger und Zivilkläger gebildet, die von rund 50 Anwälten vertreten werden», erklärte die Staatsanwaltschaft in einem Communiqué vom 23. Januar.
An dem neuen Ort könnten sich Sicherheitsfragen stellen, schreibt «Le Temps». Denn: Einige Beschuldigte erhielten bereits Drohungen. Vor diesem Hintergrund will die Staatsanwaltschaft die Lage unter Kontrolle behalten. Angesichts der hohen Zahl an Klägern und der nach wie vor starken Emotionen sprechen bereits mehrere Beteiligte von einem möglichen «Jahrhundertprozess».