Darum gehts
- Gewaltserie im Waadtland: Schlägereien und Angriffe mit mehreren Verletzten in Moudon
- Elf Verdächtige festgenommen, darunter zwei Schweizer
- Waffen sichergestellt: Baseballschläger, Messer, Äxte und Teleskopschlagstöcke
Massiver Gewaltausbruch im Kanton Waadt am vergangenen Wochenende: In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde die Polizei wiederholt zu Übergriffen und Schlägereien gerufen, bei denen mehrere junge Männer verletzt wurden.
Am Samstag, kurz nach Mitternacht, wurde ein junger Syrer, der in Moudon feierte, absichtlich von einem Fahrzeug angefahren. Die Insassen stiegen aus und griffen ihn und seinen Freund, einen Schweizer, an. Die Verletzten wurden ins Universitätsklinikum Lausanne gebracht, ihre Verletzungen waren jedoch nicht lebensbedrohlich.
Opfer erleidet Gesichtsfrakturen
Im Anschluss an diesen Vorfall kam es zu Schlägereien, zunächst in der Nähe des Bahnhofs von Moudon, dann im Stadtzentrum von Echallens.
Dort wurden zwei junge Männer – ein Schweizer und ein Syrer – von etwa zwanzig Personen verprügelt. Eines der Opfer erlitt Gesichtsfrakturen und musste intensivmedizinisch behandelt werden.
Schweizer landen in U-Haft
Gegen 3 Uhr morgens wurden aufgrund erster polizeilicher Hinweise fünf junge Erwachsene in einem Fahrzeug in Echallens festgenommen. Um 4 Uhr morgens flammten die Spannungen in Moudon erneut in der Nähe eines Nachtclubs auf, bevor es am Bahnhof zu einer Messerattacke auf zwei junge Männer kam – einen Schweizer und einen Kongolesen. Der Täter flüchtete zunächst mit einem Töff, verfolgt von einem Auto. Gegen 7 Uhr entdeckte eine Polizeipatrouille in Moudon ein identisches Fahrzeug und nahm die vier Insassen, darunter den mutmasslichen Angreifer, fest.
Die Staatsanwaltschaft und das Jugendgericht wurden informiert und haben ein Strafverfahren eingeleitet. Der Täter der Messerattacke und der Fahrer des Wagens, der eines der Opfer absichtlich angefahren hatte, wurden bereits verhört. Letzterer war am Tag nach dem Vorfall festgenommen worden. Die beiden Schweizer Staatsangehörigen im Alter von 20 und 21 Jahren wurden in Untersuchungshaft genommen.
Äxte und andere Waffen sichergestellt
Insgesamt wurden elf Verdächtige festgenommen und sieben Verletzte – sowohl Opfer als auch Verdächtige – vom Universitätszentrum für Rechtsmedizin der Westschweiz untersucht. 25 Personen wurden vernommen.
Die Ermittlungen ergaben, dass die Auseinandersetzungen auf alte Fehden zwischen Bekannten zurückzuführen sind. Die Verdächtigen sind zwischen 16 und 24 Jahre alt und stammen aus der Schweiz, Spanien, dem Irak, Portugal, dem Kosovo und Algerien. Sie alle leben in der Region, wie die Kantonspolizei Waadt in einer Mitteilung festhält.
Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Baseballschläger, Messer unterschiedlicher Grösse, Äxte und Teleskopschlagstöcke zu den von den Beteiligten verwendeten Waffen gehörten. Einige dieser Waffen wurden in Fahrzeugen oder an den Tatorten gefunden. Die Ereignisse erforderten unter anderem den Einsatz zahlreicher Patrouillen der Kantonspolizei Waadt, einer Patrouille der Lausanner Stadtpolizei.