Kanton Waadt
Forschung zur Leichenzersetzung an geheimem Standort

Im Kanton Waadt wird an der Zersetzung menschlicher Leichen geforscht. Seit Herbst 2025 betreibt das Lausanner Universitätsspital CHUV dort Europas erste Anlage für humane Taphonomie, um neue Daten für Forensik und Bestattungsmethoden zu sammeln.
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Im Kanton Waadt wird an einem geheimen Ort an Leichenzersetzung geforscht. (Symbolbild)
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Waadt erforscht SHIFT seit Herbst 2025 die Zersetzung des menschlichen Körpers
  • Erste humane Taphonomie-Anlage Europas untersucht gespendete Körper im Wald
  • Biokompostierung könnte Schweizer Friedhöfen und Umweltprobleme nachhaltig lösen
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Im Kanton Waadt wird am Rande eines Waldes an der Zersetzung des menschlichen Körpers geforscht. Der genaue Standort wird aufgrund «der sensiblen Natur der dort durchgeführten Arbeiten» geheim gehalten, wie das Lausanner Universitätsspital Chuv am Mittwoch mitteilte.

Diese wissenschaftliche Disziplin wird als humane Taphonomie bezeichnet. Seit vergangenem Herbst verfügt das Swiss Human Institute of Forensic Taphonomy (Shift) eine dem Rechtsmedizinischen Universitätszentrum (CURML) angegliederte Einrichtung über diese Anlage in der Natur. Sie soll es ermöglichen, derzeit noch fehlende Daten zu sammeln.

Das bringt die Forschung an Leichen

Die Waadtländer Anlage für humane Taphonomie sei eine Premiere in Europa, betont das Chuv. Dort befinden sich ein Labor und einige Büros. Die dort untersuchten Leichen stammen von Personen, die dem Shift über eine vom CURML verwaltete Online-Plattform eine Spende zukommen liessen.

Die Anlage für menschliche Taphonomie werde in vielerlei Hinsicht nützlich sein, in der Schweiz und anderswo. Die Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Zersetzung menschlicher Körper werde insbesondere Fortschritte bei der Dokumentation und Aufklärung forensischer Fälle ermöglichen.

«Wir werden Fortschritte bei der Diagnose der Todesursachen und -umstände erzielen können», liess sich Shift-Leiter Vincent Varlet in der Medienmitteilung zitieren. Auf internationaler Ebene würden die von den Wissenschaftlern des Chuv gesammelten Daten eine bessere Dokumentation humanitärer Ereignisse ermöglichen.

«Lösung für das Problem der schlechten Zersetzung»

Ein Forschungsprojekt, das an diesem externen Taphonomie-Standort durchgeführt wird, widmet sich der Untersuchung der «biologischen Kompostierung von Leichen». Eine Technik, «die eine Lösung für das Problem der schlechten Zersetzung von Leichen» bieten könnte, mit dem viele Friedhöfe in der Schweiz konfrontiert sind, heisst es in der Mitteilung.

Die Biokompostierung könnte auch eine Alternative zur Einäscherung und Beerdigung sein, zwei Praktiken, die nicht mit den Wünschen und Werten aller Menschen im Einklang stünden, merkte Varlet an. Die Biokompostierung habe zudem geringere Auswirkungen auf die Umwelt als die derzeitigen Bestattungsmethoden.

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