Kahlschlag bei Zenith
Schweizer Uhrenfirma streicht jeden zweiten Job am Hauptsitz

Schock für die Schweizer Uhrenbranche: Der Luxusuhrenhersteller Zenith baut massiv Stellen ab. Am Hauptsitz in Le Locle NE bangt die Hälfte der Belegschaft um ihren Job.
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Der Uhrenmacher Zenith plant einen Stellenabbau.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Uhrenmacher Zenith streicht weltweit rund 200 Stellen
  • Am Hauptsitz fallen rund 100 von 198 Jobs weg
  • Der Grund: Das Unternehmen richtet sich neu im obersten Luxussegment aus
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Beim traditionsreichen Uhrenmacher Zenith läuten die Alarmglocken. Das Unternehmen plant einen harten Stellenabbau, wie «ArcInfo» und «Le Temps» zuerst berichtet haben. Besonders hart trifft es die Angestellten am Hauptsitz im neuenburgischen Le Locle. Dort stehen rund 100 der insgesamt 198 Arbeitsplätze auf der Kippe – also jede zweite Stelle. Eine Quelle aus dem Umfeld des Mutterunternehmens LVMH bestätigte das am Freitag gegenüber Blick.

Weltweit will das in über 50 Ländern aktive Uhrenunternehmen noch weitere 100 Stellen streichen. Die Belegschaft soll am Donnerstag erstmals von den Plänen erfahren haben, ein Konsultationsverfahren läuft. Das Zenith-Management arbeitet daran, für das betroffene Personal Anschlusslösungen innerhalb des Luxuskonzerns und bei anderen Unternehmen aus der Region zu finden, wie Blick aus dem Firmenumfeld erfahren hat.

Wechsel ins oberste Luxussegment

Der Grund für den radikalen Schnitt ist ein Strategiewechsel: Das Unternehmen unter CEO Benoit de Clerck (57) will sich bis 2029 neu ausrichten. Ziel ist der Aufstieg ins oberste Luxussegment, bestätigt die Quelle aus dem Umfeld des Luxushauses. Bisher war die 1865 gegründete Marke vor allem im mittleren Premiumbereich zu Hause – mit Uhren zwischen 8000 und 15'000 Franken.

Dass Zenith nun im obersten Segment mitmischen will, liegt offenbar an rückläufigen Produktionsmengen und gestiegenen Kosten. Das Unternehmen schreibt aktuell rote Zahlen. «Die Chefs wollen die Marke retten», so die Quelle. Das Zenith-Management wisse, dass seine Kundschaft bereit sei, auch tiefer in die Tasche zu greifen.

Harte Zeiten für die Uhrenindustrie

Die Schweizer Uhrenindustrie durchlebt gerade harte Zeiten. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump (80), der starke Franken, die sinkende Nachfrage sowie eine steigende Preissensibilität unter der Kundschaft setzen ihr zu. In diesem Jahr kommt der Iran-Krieg erschwerend hinzu. Der Konflikt im Nahen Osten hat Luxushotspots wie Dubai in die Krise gestürzt. Unter anderem hat im Mai auch der Schweizer Uhrenhersteller Breitling mit Sitz in Grenchen SO beschlossen, weltweit mehr als 50 Stellen zu streichen.

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