Ein Tornado ist am Montagmittag über die Region von La Chaux-de-Fonds NE gezogen. Die Neuenburger Kantonspolizei bestätigte dies gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Dabei kam eine Person ums Leben, teilt die Kantonspolizei mit. Eine Person wurde in der Nähe des Bahnhofs von einem umstürzenden Baukran erschlagen. Ausserdem wurden zahlreiche weitere Personen verletzt.
Der Sturm hielt nicht lange an, doch die Schäden in der Uhrenmetropole waren beträchtlich. Fahrzeuge wurden zerstört, Dächer abgerissen, Mobiliar in der Stadt, insbesondere Terrassenstühle, flog durch die Luft. Bilder und Videos in den sozialen Medien zeigen die Verwüstung. Unter anderem wurden auch Häuser abgedeckt und Bäume liegen auf der Strasse.
Hochspannungsmast stürzt auf Gleise
Auf Twitter gab Meteo News die maximale Windgeschwindigkeit mit 217 km/h an, ohne diesen Wert bestätigen zu können. Laut Alertswiss wurden Bahngleise durch entwurzelte Bäume blockiert. Aufgrund der Schäden seien Stromausfälle zu erwarten. Meteoschweiz, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, hatte im gesamten Jurabogen vor schweren Gewittern gewarnt.
Aufgrund des Unwetters in der Region ist auch der Bahnverkehr massiv beeinträchtigt. Wie die SBB auf Twitter schreiben, geht rund um den Bahnhof La-Chaux-de-Fonds derzeit nichts mehr. Unter anderem sei ein Hochspannungsmast auf die Gleise gestürzt, es seien «erhebliche Schäden» entstanden. «Von den SBB sind Teams vor Ort, die den Schaden begutachten. Derzeit kann nicht gesagt werden, ab wann der Bahnverkehr wieder aufgenommen werden kann.»
«Alles ist durch die Luft geflogen»
Eine Blick-Leserin erlebte den Tornado im Schwimmbad Piscine des Mélèzes in La-Chaux-de-Fonds mit. «Es war beängstigend. So ein Unwetter habe ich in der Schweiz noch nie erlebt! Alles flog durch die Luft», erzählt sie.
Zunächst habe es nur geblitzt und gedonnert, dann kam der Tornado. «Jetzt sind hier alle Strassen dicht, Bäume sind umgestürzt, alles ist zerstört», berichtet sie. Ambulanzen und Feuerwehr seien in der ganzen Stadt im Einsatz.
Das Personal des Schwimmbads handelte gedankenschnell. «Wäre das Schwimmbad nur fünf Minuten später evakuiert worden, wären wir alle gestorben», so die Leserin.
Fallwindböe ist wahrscheinlichste Erklärung
Obwohl die Neuenburger Behörden von einem Tornado sprechen, zeigen sich Fachleute indes noch skeptisch. Momentan wiesen die Umstände eher auf einen sogenannten Downburst, also auf Fallwindböen hin, schrieb Meteoschweiz auf Twitter. Allerdings schreibt das Amt auch: «Ein Tornado kann nicht sicher ausgeschlossen werden.»