Dutzende verstreute Bücher auf den Dächern, ein Stuhl, der daneben liegt und versprayte Wände. So präsentierte sich die Kantonsschule Wettingen im Kanton Aargau am Dienstagmorgen.
Schockierte Schüler haben sich gemeldet und den Vandalenakt dokumentiert. Viel wüssten sie auch nicht, sagt einer von ihnen gegenüber Blick. Eine offizielle Stellungnahme dazu, wer dafür verantwortlich zu machen sei, gebe es nicht. «Wir können nur vermuten», sagt er.
Emotionaler Vorfall
An den Wänden steht unter anderem «F*** KSW» und «FCZ», was die Täterschaft in dem genannten Umfeld vermuten lässt. Die Bücher und der Stuhl stammen gemäss dem Schüler aus der Mediothek, welche nun geschlossen wurde. Für die Schülerinnen und Schüler ist der Vorfall sehr emotional. «Um Himmels Willen, die armen Bücher», soll ein Mitschüler gesagt haben.
Die Kantonspolizei Aargau bestätigt den Eingang einer entsprechenden Meldung. «Es ist eine Patrouille vor Ort und nimmt auf, was genau beschädigt wurde», erklärt Sarah Furrer, Mediensprecherin der Polizei.
Ausserdem werde abgeklärt, ob sich Hinweise zur Täterschaft finden lassen würden und ob allenfalls Aufnahmen von Überwachungskameras vorhanden seien.
Rektor meldet sich zu Wort
«Heute Morgen haben wir an der Kantonsschule Wettingen massive Sachbeschädigungen festgestellt», sagt Rektor Paul Zübli auf Anfrage. Er bestätigt, was die Bilder bereits zeigen. «Die Bücher der Mediothek wurden auf dem Boden der Mediothek verstreut und auf dem Ziegeldach des Kreuzgangs verteilt.»
Dabei wurde weiter auch das Dach des Kreuzgangs beschädigt. «Wir gehen davon aus, dass die Ziegel auf der gesamten Dachfläche entfernt und teilweise ersetzt werden müssen», so Zübli. Das versprayte Wandgemälde in der eben erst eröffneten Lernhalle ist ein Werk der Künstlerin Klodin Erb.
Die ganzen Sachbeschädigungen würden auf Bücher und Kunst in einer Bildungsinstitution, die sich in einem ehemaligen Kloster befindet abzielen, sagt Zübli. «Kulturvandalismus beurteilen wir als besonders stumpfsinnige Ausdrucksweise frustrierter Kreise».
Zweiter Vorfall innert kurzer Zeit
Bereits vor zwei Wochen kam es zu einem Vorfall mit vermeintlichen Anhängern der Südkurve (FCZ-Fans) und Schülern der Kantonsschule Baden die die mehrtätige Abschlussfeier der Kanti Wettingen störten. Bei der Abschlussfeier, auch «Uselütete» genannt, kam es zu Ausschreitungen. Dabei wurden die Maturandinnen und Maturanden mit Essig, Mehl und anderen Sachen beworfen und mit wüsten Beschimpfungen eingedeckt.
Konsequenzen für Randalierer
Zu dieser Sabotage-Aktion informierte am Dienstag, dem 2. Juni, die Kanti Badi in einer Nachricht an die Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrpersonen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Videos seien gesichtet und Berichte von Anwesenden ausgewertet und abgeglichen worden.
Insgesamt mussten rund 40 Schülerinnen und Schüler Stellung nehmen und erklären, wie sie die Ereignisse beurteilen und welche Rolle sie spielten. Ein Grossteil der Beteiligten stamme von der Kantonsschule Baden. Dies wurde bereits kurz nach dem Zwischenfall angenommen. Als Konsequenz werden sanktionierte Schülerinnen und Schüler etwa von der Maturafeier ausgeschlossen.
Neu ist, dass sogar vereinzelt Schülerinnen und Schüler der betrofffenen Kantonsschule Wettingen an der Aktion beteiligt gewesen sein sollen. Sie hätten die Störenfriede in Empfang genommen und ihnen gezigt, wie man aufs Schulgelände kommt. Als Konsequenz sollen gegen die identifizierten Personen disziplinarische Massnahmen ergriffen werden.