Überraschendes Ergebnis
Frauen erleiden nach Verbrennungen doppelt so häufig Blutvergiftungen

Frauen mit schweren Verbrennungen erleiden doppelt so häufig Blutinfektionen wie Männer, zeigt eine vom Nationalfonds finanzierte Studie. Die Analyse am Universitätsspital Zürich hat die Forscher überrascht.
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Schwere Verbrennungen verursachen bei Frauen fast doppelt so viele Blutinfektionen wie bei Männern. (Archivbild)
Foto: GAETAN BALLY

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Frauen mit schweren Verbrennungen haben doppelt so oft Blutinfektionen wie Männer
  • Forschende des Universitätsspitals Zürich analysierten Daten von 269 Patienten
  • Bei 25 Prozent der Patienten wurden 5-13 Tage nach Aufnahme Bakterien nachgewiesen
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Frauen mit schweren Verbrennungen erleiden fast doppelt so häufig Blutinfektionen wie Männer. Zu diesem für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überraschenden Ergebnis kommt eine vom Nationalfonds geförderte Studie. Die Forschenden suchen nun nach den Gründen.

Bei schweren Brandverletzungen können Bakterien über die zerstörte Haut in den Blutkreislauf gelangen und lebensgefährliche Komplikationen auslösen. Gemäss einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) vom Mittwoch kann dies eine sogenannte Sepsis auslösen, die zu multiplem Organversagen führen kann.

Untersuchung am USZ

Eine vom SNF finanzierte Studie hat nun untersucht, welche Patientinnen und Patienten besonders gefährdet sind, eine solche Infektion zu entwickeln. Die Analyse umfasste 269 Personen, die zwischen 2017 und 2021 im Zentrum für Schwerbrandverletzte am Universitätsspital Zürich (USZ) behandelt wurden.

Die Auswertung der Daten zeigte, dass bei knapp einem Viertel der Betroffenen fünf bis dreizehn Tage nach der Einlieferung Bakterien im Blut nachgewiesen wurden. Dabei waren Frauen fast doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Forscher überrascht

Dieses Ergebnis sei überraschend, wird Silvio Brugger, Leitender Oberarzt am USZ, in der Mitteilung zitiert. Normalerweise seien Blutstrominfektionen bei Frauen seltener als bei Männern. Oft komme das weibliche Immunsystem besser mit Krankheitserregern zurecht. Bei Brandverletzungen scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. Veröffentlicht wurden die Resultate in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift «Burns».

Warum Frauen in der untersuchten Gruppe anfälliger waren, können die Forschenden noch nicht beantworten. Unterschiede bei den Krankheitserregern scheiden als Erklärung aus. Bei beiden Geschlechtern wurden vorwiegend dieselben Bakterienarten gefunden, die normalerweise harmlos auf der Haut oder in der Mundhöhle leben.

Nun sollen Ursachen gefunden werden

In einer Folgestudie sollen nun die gesammelten Proben auf Geschlechtshormone und die Zusammensetzung des Mikrobioms von Haut und Atemwegen untersucht werden.

Eine Hypothese der Forschenden ist, dass die Verbrennungen den Hormonstoffwechsel verändern und dadurch die Immunantwort schwächen könnten. Normalerweise werden weibliche Geschlechtshormone wie Östrogen mit einer besseren Immunreaktion in Verbindung gebracht.

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