Dorforiginal beim Schwimmen im Lago Maggiore ertrunken
Schaffhauser Giuseppe Fleury (†72) wanderte ins Tessin aus und wurde zur Legende

Der Schaffhauser Giuseppe Fleury (†72) wanderte ins Tessin aus, restaurierte Rustici, rettete einen Dorfladen und wurde zur Dorflegende. Nun ertrank das Dorforiginal mit dem meterlangen Haar beim Schwimmen – der vierte solche Todesfall im Tessin innert Wochen.
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Giuseppe Fleury ist im Lago Maggiore ertrunken
Foto: Jacqueline Haener

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Giuseppe Fleury (†72) ertrank am Montag im Lago Maggiore
  • Der «Herr der Rustici» restaurierte Tessiner Häuser und rettete einen Dorfladen
  • Sein Tod ist der vierte tödliche Badeunfall im Tessin seit Juni
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Der Schaffhauser Giuseppe Fleury (†72) wanderte in den 1980er-Jahren ins Tessin aus und wurde im Dorf Sant’Abbondio zur Legende. Nun ist der Mann mit den fast einen Meter langen Haaren im Lago Maggiore ertrunken.

Am Montag wurde er als vermisst gemeldet, am Dienstag wurde seine Leiche in zehn Metern Tiefe gefunden.

Die Haare, die niemand vergisst

Im Tessiner Feriengebiet Gambarogno kannte man das Dorforiginal. Im kleinen Dorf Sant’Abbondio war der ausgewanderte Deutschschweizer längst eine Institution.

Fast einen Meter lange, blonde Haare, die er offen trug, machten Fleury unverkennbar. «Ich schneide sie nicht mehr, seit ich etwa 20 war», erzählte Fleury vor zwei Jahren der «Coopzeitung». Medien nannten ihn oft Hippie – er selbst sah sich lieber als freien Geist.

«Herr der Rustici»

Fleury lernte das Tessin in den Ferien kennen und lieben. 1987 liess er sich in Sant’Abbondio nieder. Als Maurer und Baumeister restaurierte er zahlreiche Rustici und wurde zum «Herrn der Rustici».

Doch im Dorf war er längst mehr als das. tio.ch beschreibt ihn als grosszügig, gutmütig und als Seele der Gemeinde.

Rettete den Dorfladen

2023 eröffnete Fleury den Laden Al Boteghin, nachdem der letzte Laden im Dorf verschwunden war. Reich werden wollte er damit nicht. Ihm ging es um einen Treffpunkt für die Bewohner.

Wie der «Tages-Anzeiger» 2024 berichtete, war Fleury fast täglich dort – mit seinem Border-Collie Iosi an seiner Seite. Sein Credo: «Wenn wir uns in unserer Dorfgemeinschaft aufgehoben fühlen wollen, müssen wir zueinander schauen.»

Der letzte Nachmittag am See

Am Montag, 17. August, wurde Fleury nahe seinem Boot am Lago Maggiore als vermisst gemeldet. Rettungstaucher suchten nach ihm. Am Dienstag wurde sein Körper rund 20 Meter vom Ufer entfernt in etwa zehn Metern Tiefe gefunden. Die genauen Umstände werden untersucht.

Zurück bleibt Sant’Abbondio ohne einen Mann, der längst zum Dorfbild gehörte. Giuseppe Fleury war nicht einfach nur das Original mit den langen Haaren. Er war einer, der blieb – und sich um die anderen kümmerte.

Vierter tödlicher Badeunfall

Fleurys Tod ist bereits der vierte tödliche Ertrinkungsfall im Tessin innerhalb weniger Wochen. Am 16. Juli ertrank ein 95-jähriger Mann beim Schwimmen in Magadino TI. Am 29. Juni kam ein 75-jähriger Mann aus Bern in Porto Ronco TI ums Leben. Einen Tag nach Fleury ertrank zudem eine 52-jährige Einheimische in Melide TI.

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