Dörfer im Maggiatal von Aussenwelt abgeschnitten
So werden zerstörte Brücken wieder aufgebaut

Das heftige Unwetter vom Wochenende hinterliess im Tessin seine Spuren – nun hat die Armee Hilfe zugesichert, die zerstörten Brücken wieder aufzubauen.
Publiziert: 01.07.2024 um 17:31 Uhr
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Aktualisiert: 01.07.2024 um 17:40 Uhr
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Unter anderem die Visletto-Brücke im Maggiatal ist infolge der Unwetter eingestürzt.
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Natalie ZumkellerPraktikantin News

Das Ausmass der Zerstörung im sonst so idyllischen Tessin schockiert: Die Unwetter vom Wochenende sorgten für umgestürzte Bäume, tosende Gewässer und eingestürzte Brücken. Noch immer sind einige Ortschaften komplett von der Aussenwelt abgeschnitten, im Grossen und Ganzen hat sich die Situation jedoch beruhigt – auch das Wetter verbessert sich stetig.

Nun beschäftigt der Wiederaufbau die örtlichen Behörden. Auf Ersuchen des Kantons Tessin unterstützt die Armee bei der Bewältigung der Schäden – speziell die eingestürzten Brücken sollten schnell ersetzt werden. Wie Stefan Hofer, Mediensprecher der Armee, gegenüber Blick erklärt, wird das Katastrophenhilfe-Bereitschaftsbataillon im Tessin zum Einsatz kommen. 

Dauer der Arbeiten noch unklar

«Die Armee kann auf Antrag eines Kantons Katastrophenhilfe leisten», so Hofer. «Der Kanton Tessin hat – wie auch der Kanton Wallis – nach den Unwettern vom Wochenende einen Antrag um Unterstützung an die Armee gestellt.» 

Seit Sonntag sind Helikopter der Armee im Einsatz und liefern den zivilen Behörden des Kantons mittels Luftaufklärung Lagebilder zur Beurteilung des Schadenausmasses. Dabei wurde klar: Der Kanton benötigt eine Notfallbrücke. 

«Zum Einsatz wird voraussichtlich das Katastrophenhilfe-Bereitschaftsbataillon kommen», so Hofer. «Diese Formation besteht aus Durchdienern und ist unter anderem auch auf den Einbau von Notbrücken spezialisiert.» Nun würden sich zivile und militärische Spezialisten beraten, welches Brückensystem im Fall Tessin verwendet werden soll. 

Wie lange die Arbeiten dauern werden, ist laut Hofer noch nicht klar. Dies hänge von verschiedenen Umständen ab: «Der Menge des Materials, welches vor Ort transportiert werden muss, dem Zustand der dafür zur Verfügung stehenden Strassen, den konkreten Umständen vor Ort, ...» 

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Nicht der erste Notbrücken-Einsatz der Armee

Meist ist eine Notfallbrücke innerhalb weniger Tage betriebsbereit. Dies zeigte sich bereits im Juli 2015, als die Bündner Gemeinde Scuol nach einem Erdrutsch von der Aussenwelt abgeschnitten wurde.

20 Soldaten des Katastrophenhilfe-Bereitschaftsverbandes installierten damals innerhalb von drei Tagen ein sogenanntes «Unterstützungsbrückensystem 46 Meter». Dafür wurden zwei Auflager an den jeweiligen Enden vorbereitet, bevor die einzelnen Elemente an einem Verbindungsstück aufgehängt und modulweise zusammengebaut wurden.

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