Strandtag mitten im März in San Francisco
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Starker El Niño möglich
Wird 2026 zum Rekord-Hitzejahr?

Die neusten Klimamodelle zeigen: 2026 könnte uns wettertechnisch ein speziell starker El Niño bevorstehen. Das Klima-Phänomen erhöht die globalen Temperaturen erheblich. Ein Klimaforscher ordnet ein, wie realistisch ein rekordverdächtiges Hitzejahr ist.
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Im Jahre 2015 sorgte ein speziell starkes El-Niño-Phänomen in der Schweiz für Hitze und Dürre. (Symbolbild)
Foto: imago/Manfred Segerer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Forscher warnen 2026 vor intensivem El Niño mit globalen Temperaturrekorden.
  • 2015 hatte es 39.7 Grad in Genf, zweitheissester Sommer in der Schweiz.
  • Wissenschaftler verzeichnen aktuell rekordnahe Wassertemperaturen und schwächere Passatwinde.
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Mattia JutzelerRedaktor News

Dürre und tote Pflanzen, extrem niedrige Wasserstände in Flüssen und Seen und Rekordtemperaturen auf dem Thermometer. Der Hitzesommer 2015 war in der Schweiz der zweitheisseste Sommer seit Messbeginn. In Genf wurden damals im Juli 39.7 Grad gemessen, bis heute Rekordwert auf der Alpennordseite.

Die Sommermonate von 2015 waren laut Meteo News 2.4 Grad heisser als der langjährige Durchschnitt (1981–2010). Weltweit war das Jahr damals das wärmste aller Zeiten. Der Grund für die extreme Hitzeperiode war laut den Experten unter anderem ein starker El Niño. Das Klimaphänomen hat global einen erheblichen Einfluss auf die Temperaturen.

Auch 2023 erlebte die Schweiz die heftigen Auswirkungen eines starken El Niño. Damals wurden in Genf 39,3 Grad gemessen, nah am Rekord von 2015.

Aktuell prophezeien Forscher erneut ein intensives El-Niño-Phänomen, das mit dem von 2015 mithalten könnte. Das berichtet der Klima-Newsletter «The Climate Brink».

Zusammenspiel von Meereswasser und dem Wind

Aber wie entsteht ein El Niño überhaupt und warum treibt er die Temperaturen weltweit in die Höhe? Geburtsort des Phänomens ist der Pazifische Ozean, erklärt Klimaforscher Thomas Frölicher im Gespräch mit Blick. Es ist ein Zusammenspiel von Meereswasser und Wind.

«Normalerweise treiben starke Passatwinde warmes Oberflächenwasser nach Westen Richtung Indonesien, während vor Südamerika kaltes Wasser aus der Tiefe aufsteigt», erklärt der Experte. Es entsteht also ein Kreislauf, der die weltweiten Temperaturen reguliert.

Zeichen stehen auf El Niño

«Bei El Niño schwächen sich diese Winde ab und der Auftrieb bleibt aus, sodass das Wasser im östlichen Pazifik deutlich wärmer wird.» Das heisst tendenziell: Je stärker das Phänomen, desto wärmer wird das Jahr.

Im Moment deutet vieles darauf hin, dass uns ein intensives El-Niño-Jahr bevorsteht. Erstens schwächen sich laut Frölicher zurzeit die Passatwinde über dem Pazifik deutlich ab. «Zweitens sind die Wassertemperaturen global bereits sehr hoch, fast auf Rekordniveau!» Das sind beides Vorboten des Wetter-Phänomens.

Hitzesommer in der Schweiz?

El Niño verändert weltweit die Wettermuster. So erlebt beispielsweise die Westküste Südamerikas typischerweise starke Regenfälle und Überschwemmungen, während es etwa in Australien und Indonesien zu Hitze und Dürren kommt. «Gleichzeitig steigt weltweit die Temperatur.» Ein El Niño könnte die globale Erwärmung deutlich verstärken und neue Temperaturrekorde hervorbringen.

Auch in der Schweiz könnte ein starker El Niño laut dem Experten für ein überdurchschnittlich warmes 2026 sorgen. «Aber ob es hierzulande zu einem Hitzesommer kommen wird, lässt sich aufgrund der Schwankungen in den Klimamodellen noch nicht vorhersagen.» Sowieso seien die Effekte von El Niño in Europa weniger deutlich zu spüren als beispielsweise in den Tropen.

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