Darum gehts
- Heftiges Unwetter traf Zentralschweiz, besonders Kanton Luzern
- Über 60 Notrufe in Luzern, Feuerwehr bis 21.30 Uhr im Einsatz
- Umgestürzte Bäume in Solothurn, Hagel und Schäden in anderen Kantonen
Am Dienstagnachmittag fegte ein heftiges Unwetter über die Schweiz. Besonders betroffen war die Zentralschweiz. Starkregen, Sturmböen und Hagel sorgten für Chaos: Bäume wurden entwurzelt, Strassen überflutet, Autos beschädigt.
Den Kanton Luzern traf es am härtesten. Zwischen 16.20 Uhr und 20.25 Uhr gingen bei der Polizei über 60 Notrufe wegen des Gewitters ein, wie die Kantonspolizei Luzern mitteilt. Zahlreiche Feuerwehren in verschiedenen Gemeinden standen während mehrerer Stunden im Einsatz.
Monsunartiger Regen setzte am Dienstagnachmittag über der Stadt Luzern ein, wie «Zentralplus» in einer ersten Bilanz berichtet. Für die Stadtluzerner Feuerwehr wurde es zum Stresstest. «Innerhalb kürzester Zeit gingen zahlreiche Notrufe bei uns ein», so die Feuerwehr auf Facebook. Die Einsatzkräfte standen bis gegen 21.30 Uhr im Dauereinsatz.
Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller
Die Meldungen betrafen vor allem umgestürzte Bäume, die wiederum zahlreiche Strassen blockierten oder den Verkehr behinderten. Mehrere Fahrzeuge wurden durch umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste beschädigt. Zudem wurden mehrere Blitzeinschläge in Gebäude gemeldet. Der starke Wind führte ausserdem dazu, dass Baustellenabschrankungen umstürzten oder verschoben wurden. An mehreren Orten drang Wasser in Keller, Garagen und andere Gebäude ein, wodurch Sachschäden entstanden.
In Neuenkirch LU wurde ein Handwerker von einem herumfliegenden Metallteil getroffen und leicht verletzt. Er wurde vom Rettungsdienst 144 zur Kontrolle in eine Notfallpraxis gebracht.
In der Stadt Luzern selbst regnete es zeitweise so heftig, dass das Wasser auf den Strassen nicht mehr ablaufen konnte. An der Sagenmattstrasse krachte ein Baum auf das Gebäude der Bächler Sidler AG – Mitarbeiter konnten nur hilflos zusehen.
Heftige Unwetter im Kanton Luzern
Bei der Parkanlage Ufschötti in Luzern gab ebenfalls ein Baum dem Sturm nach. Am Rotsee wurde eine stattliche Linde Opfer der Windböen. «Im Wald klafft eine grosse Lücke», berichtete ein Anwohner. Am Kasernenplatz stürzte ein Baum auf eine Haltestelle, bei der Reussbrücke blockierten umgestürzte Bäume den Weg. In der Luzerner Neustadt ging ein eindrücklicher Hagelschauer nieder.
Auch in Sempach LU richtete das Unwetter massive Schäden an: In der Badi wurden gleich zwei Bäume komplett aus der Erde gerissen. Stühle und Äste flogen durch die Gegend.
In Kriens LU knickte auf einem Balkon ein zwei Meter grosser Feigenbaum um und zerstörte einen Schrank. «Der Verlust des Baumes ist schlimmer als der kaputte Schrank», sagte der betroffene Bewohner. Über hundert Feigen hatte er an dem Baum gezählt – die Ernte fällt nun aus.
Kanton Solothurn auch hart getroffen
Gegen 15.45 Uhr traf das Unwetter den Kanton Solothurn mit voller Wucht. In der Stadt Solothurn knickten mehrere Bäume um. Drei Autos und eine Strassenlaterne wurden dabei beschädigt. «Ich wurde total überrascht. Auf einmal war es da», berichtete ein Augenzeuge, der den starken Wind filmte, wie er den Regen über die Strassen peitschte und an den Bäumen zerrte.
Auch in Zuchwil SO gab es heftige Windböen – Schadensmeldungen gab es hier jedoch zunächst keine.
Die Meldungen betrafen umgestürzte Bäume und Äste, die in Solothurn und Bellach SO zu Fahrzeugschäden führten, sowie Baustellenabsperrungen und Dachziegel, wie der Mediensprecher Bruno Gribi gegenüber Blick berichtete. Verletzte gab es keine. Gegen 16:45 Uhr normalisierte sich die Wetterlage wieder.
Blitze in Nidwalden, Hagel im Urnerland
Im Kanton Uri sorgte Starkregen in Flüelen für überflutete Strassen. Oberhalb von Unterschächen UR auf der Sittlisalp ging ein Hagelschauer nieder.
Im Kanton Nidwalden entluden sich spektakuläre Blitzeinschläge. Ein Leser hielt gegen 17 Uhr einen Einschlag in Beckenried auf Foto fest.
Haus im Kanton Bern eingestürzt
Im Kanton Aargau prasselten bei Vordemwald Hagelkörner auf parkierte Autos. «Wir hoffen, dass das Auto keinen Hagelschaden abkriegt», sagte eine betroffene Autofahrerin.
Im Kanton Bern stürzte in Bützberg ein baufälliges Bauernhaus komplett ein. Das Dach brach vollständig zusammen. Gemäss Angaben eines Lesers war der Bau bereits gestoppt worden, da Asbest im Haus vorhanden sein soll.