Darum gehts
- Ein Ex-Internatsbetreuer in Brig wegen KI-Nacktbildern verurteilt
- Er manipulierte 2023 Instagram-Fotos einer 14-Jährigen mit einer KI-App
- Gericht verhängte lebenslanges Tätigkeitsverbot und 1920 Franken Geldstrafe
Ein brisanter Fall sorgt im Wallis für Schlagzeilen. Wie der «Walliser Bote» berichtet, musste eine für Donnerstag angesetzte Berufungsverhandlung vor dem Walliser Kantonsgericht kurzfristig verschoben werden.
Der betroffene Mann wehrt sich gegen ein erstinstanzliches Urteil, das im Januar 2026 wegen Pornografie ein lebenslanges Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen gegen ihn verhängte.
Der Mann – ein ehemaliger Betreuer an einem Internat in Brig VS – soll mit KI Deep-Fake-Nacktbilder einer damals 14-jährigen Schülerin erstellt haben.
Bilder heruntergeladen
Die Justiz sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte bereits 2023 Fotos der 14-Jährigen von ihrem öffentlichen Instagram-Profil herunterlud und diese mit KI manipulierte. Im August 2024 wandte sich die Teenagerin an einen Experten für Kinderrechte, weil der Betreuer in seinen Dreissigern dem Mädchen anzügliche Nachrichten geschickt haben soll.
Der Experte alarmierte umgehend das Kollegium, das die Staatsanwaltschaft einschaltete. Der Mitarbeiter wurde freigestellt und später entlassen.
Mann erhielt lebenslanges Tätigkeitsverbot
Das Bezirksgericht Brig verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 32 Tagessätzen zu je 60 Franken sowie zu einem lebenslangen Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen. Laut Artikel 67 des Schweizer Strafgesetzbuches kann ein lebenslanges Tätigkeitsverbot auch bei KI-generierten pornografischen Darstellungen von Minderjährigen verhängt werden.
Der Richter betonte, der Beschuldigte habe seine Vertrauensstellung grob missbraucht und die Bilder mit direktem Vorsatz erstellt und gespeichert. Eine Ausnahme von der lebenslangen Sperre sah das Gericht nicht. Obwohl die Bilder nie verbreitet wurden, änderte dies nichts an der Schwere des Vergehens.
Der Verurteilte legte Berufung ein, weshalb nun das Kantonsgericht über den Fall entscheiden muss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Bis zu einem endgültigen Entscheid gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.