VA Tour d Adrenaline Still.png
1:00
«Jetzt gibts eine warme Dusche»:Hier legt Infanger die letzten Kilometer zurück

Der Spass treibt ihn an
Simon Infanger radelt 1500 Kilometer zu 61 Achterbahnen

Der Luzerner Extremsportler Simon Infanger verbindet auf einer zweiwöchigen Velotour seine zwei Leidenschaften: Velöle und Achterbahnfahren. Geplant sind 1500 Kilometer und 61 Bahnen.
Kommentieren
1/7
Zwei Wochen lang radelt Simon Infanger von Achterbahn zu Achterbahn.
Foto: Privat

Darum gehts

  • In zwei Wochen will Infanger 61 Achterbahnen per Velo erreichen
  • Die Tour umfasst 1500 km; diesmal zählt der Spass
  • Er schläft meist in fremden Wohnzimmern und hat leicht gepackt

Zwei Wochen durch Deutschland, die Niederlande und die Schweiz, dabei 61 Achterbahnen fahren und 1500 Kilometer auf dem Velo absolvieren. So sehen die Pläne vom Luzerner Extremsportler Simon Infanger aus. Gegenüber Blick erzählt der Veloverrückte von seinem Abenteuer.

Bereits 2013 war Infanger von Luzern bis zum Nordkap geradelt, der Sport war damals sein oberster Anspruch. Schon bei einer anderen Tour ging Infanger seiner Liebe zu Achterbahnen nach: «Ich habe eine Tour zum Europa-Park und wieder zurück gemacht.» Doch auch diese Tour war eher aus einem sportlichen Aspekt heraus, erklärt Infanger.

Bei Adel-Dame übernachtet

Bei seiner aktuellen Tour stehe der Spass im Vordergrund. Seine Motivation: «Achterbahnfahren ist einfach etwas, was mir saumässig Spass macht», so der leidenschaftliche Bahnen-Fahrer.

Trotzdem hat die Tour eine Gemeinsamkeit mit seinen rein sportlich motivierten Ausflügen. «Das Einzige, was typisch ist, ist, dass ich immer versuche, bei anderen Leuten zu übernachten», beschreibt Infanger seinen Alltag auf Tour. Über eine Onlineplattform findet er Schlafplätze bei Familien: «Ich habe bei einer alleinerziehenden Mutter, einer Frau aus einer Adelsfamilie und einem älteren Ehepaar übernachtet.» Bisher musste Infanger nur ein Mal in einem Hotel schlafen. Was er besonders an dieser Art des Reisens schätzt:

«
«Es ist schön, weil man Einblicke bekommt, die man als Tourist nicht bekommen würde.»
»

Gepackt hat der Sportler für seine lange Reise extra leicht. Er habe «abgespeckt», so Infanger. «Jedoch nicht am Körper», scherzt er. «Am wichtigsten ist das Smartphone. Ich habe wirklich probiert, alles im Gepäck zu minimieren.»

Pannen und Gegenwind

Nicht alle Teile der Reise verliefen jedoch reibungslos: Besonders tückisch war die 200 Kilometer lange Strecke von Mannheim zum Europa-Park. Infanger hatte auf 150 Kilometern Gegenwind – doch schlimmer war sein Hinterrad. Der Druck wich aus dem Reifen. Dazu kam, dass Infanger seinen Adapter zum Aufpumpen vergessen hat. «Ich konnte mit meiner Familie organisieren, dass sie mir den Adapter am selben Tag zum Europa-Park bringt.»

Trotz Panne und Gegenwind: «Aufgeben kommt nicht infrage, wenn man das Privileg hat, jeden Tag Achterbahn zu fahren.»

Faszination Achterbahnen

Die Faszination für die Freizeitpark-Attraktionen hat er von klein auf. «Schon als Kind mochte ich Achterbahnen», erklärt Infanger. Auch die Emotionen, die in Parks entstehen, interessieren ihn.

Er mag alle Arten von Achterbahnen, egal, ob alt oder neu. Zwar finde er auch moderne Bahnen spannend. Doch:

«
«Ich liebe Holzachterbahnen, da rattert noch alles. Da hat man das Gefühl, dass man schnell unterwegs ist, und man spürt die Geschwindigkeit.»
»

Letztes Teil für grösste Schweizer Achterbahn

Auf seiner Tour war auch ein ganz spezieller Stopp mit dabei. Statt des üblichen Freizeitpark-Abstechers besuchte Infanger eine Achterbahn-Fabrik. Dort gab man ihm eine etwa 30 Zentimeter lange Schraube mit. Am Ende seiner Tour wird Infanger die Schraube dem Conny-Land in Wäldi TG übergeben – sie ist das letzte fehlende Teil für die neue Achterbahn des Parks. Die Attraktion soll die grösste Achterbahn der Schweiz werden.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Infanger auf seine Ankunft in Luzern: «Ich habe Vorfreude, bin aber auch etwas traurig.» Immerhin konnte er in den letzten zwei Wochen das machen, was ihm Spass macht: Achterbahnfahren. Ein Lichtblick: «Ich freue mich unglaublich auf meine Freundin.» Auch seine drei Kinder habe er vermisst – ihnen könne er dann erzählen, was er alles so erlebt habe.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen