«Sexsklave» tötete seinen Peiniger brutal am Aare-Ufer
Vorsätzliche Tötung! Acht Jahre Haft für Ruben D. (28)

Heute fällt das Urteil im Mordprozess um den 28-jährigen Rapper Ruben D. Im Prozess gab es eine überraschende Wendung: Der mutmassliche Mörder soll vom Opfer jahrelang und seit der Kindheit sexuell missbraucht worden sein. Keine einfache Aufgabe für das Gericht!
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Die Verteidigung von D. plädiert deswegen auf Totschlag und fordert vom Gericht, auf eine Strafe zu verzichten.
Foto: zVg
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Beat MichelReporter

Dieses Urteil dürfte dem Gericht in Olten SO nicht leicht fallen. Denn der angeklagte Killer ist nicht nur Täter – sondern auch Opfer. Heute fällt das Verdikt im Mordprozess um den 28-jährigen Rapper Ruben D.* (Blick berichtete). Er soll 16 Jahre ins Gefängnis für einen besonders skrupellosen Mord, wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht. Der angeklagte Ruben D. bestreitet zwar nicht, den Bestatter Paul T.* (†60) in der Nacht vom 7. auf den 8. September 2022 am Ufer der Aare umgebracht zu haben. Trotzdem fordert der Verteidiger: Sein Mandant soll den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Die Verteidigung plädiert darauf, dass das Gericht von einer Bestrafung absieht – und sieht in der Tat keinen Mord, sondern einen Totschlag.

Begründung: «Ruben D. war der Sexsklave des Opfers.»

Jahrelange Übergriffe

Als der Angeklagte gerade einmal 11 Jahre alt war, wurde er von seinem späteren Opfer zum ersten Mal sexuell missbraucht, so der Verteidiger. Die Übergriffe begannen dort, wo viele Jahre später zur Bluttat kommen sollte: am Ufer der Aare. Ruben D., laut Verteidigung ein vernachlässigtes Kind, habe damals von Paul T. Alkohol bekommen. Paul T. habe sich danach immer wieder sexuell an Ruben D. vergangen.

Das junge Alter, die Unsicherheit – und ein Cocktail aus Alkohol und Cannabis hätten dafür gesorgt, dass der Bursche regelrecht abhängig von seinem Peiniger geworden sein soll, über Jahre hinweg. «Seine Kindheit wurde von einem egoistischen Triebtäter kaputtgemacht», sagte der Verteidiger. Dass es tatsächlich zu diesen Übergriffen kam, das anerkennt auch die Anklägerin.

Im September 2022 trafen sich die beiden Männer zum letzten Mal am Ufer der Aare in Winznau SO. Es gab laut Anklage eine Diskussion, offenbar um den langjährigen Missbrauch, dann einen Streit. Paul T. – das spätere Opfer – soll mit einem Revolver auf den Angeklagten geschossen haben, ohne ihn zu treffen.

Die Tatwaffe gehörte dem Opfer

Ruben D. habe ihm die Waffe dann entrissen. Er habe den Bestatter gezwungen, sich auszuziehen und sich einen Müllsack überzustreifen. «Dann kam es zu massiver Gewalteinwirkung gegen den Oberkörper, Kopf und Hals des Opfers», so die Anklage. Es fiel der tödliche Schuss in den Hintern des Opfers, das in der Folge verblutete. «Es ist explosionsartig aus mir herausgebrochen», begründete Täter Ruben D. «Ich kann mir nicht erklären, wie, warum und wann. Aber die aufgestauten Emotionen haben sicher eine Rolle gespielt.»

*Namen geändert

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