Darum gehts
- Schule in Reute AR schliesst wegen Bedrohung durch einen Vater
- Betroffener bestreitet Aggression, Vorfall fand in Oberegg AI statt
- Mögliche strafrechtliche Schritte werden geprüft
Weil ein Vater Lehrpersonen und Schulkinder bedroht haben soll: Das Schulhaus in Reute AR hat bereits zwei Tage vor den Sportferien dichtgemacht. Laut der Schulverwaltung hat es mehrere Rückmeldungen von Eltern gegeben. Kinder sollen sich auf dem Schulweg oder im Umfeld der Schule nicht sicher fühlen.
«In einzelnen Fällen wurden bereits aus diesem Grund Kinder aus der Schule genommen», heisst es weiter in dem Schreiben, das Blick vorliegt. Geschlossen wurde die Schule in Reute AR, passiert ist der erwähnte Vorfall aber in Oberegg AI.
«Verbaler Austausch»
Blick-Recherchen zeigen: Beim Krawall-Vater handelt es sich um Johannes W.* (51). Der Schweizer aus der Region führt ein Veranstaltungsunternehmen.
Am Donnerstag konnte Blick mit ihm sprechen. Er bestätigt zwar, dass es am Dienstag einen «verbalen Austausch mit einer Lehrerin» gab – nur streitet er jegliche Aggression ab. «Ich bin nie aggressiv geworden!»
Hintergrund des Vorfalls sei «ein seit Monaten andauernder Konflikt zwischen Eltern, Schule und involvierten Stellen». Bisher sei diese Auseinandersetzung «auf administrativer und kommunikativer Ebene geführt» worden. Weiter möchte W. nicht darauf eingehen.
«Regulär zu Hause»
Der Vater betont: Zu keinem Zeitpunkt sei es zu aggressivem Verhalten gegenüber Kindern gekommen. Auch eine Annäherung an Kinder oder Lehrpersonen habe es nicht gegeben. Der Abstand zur Lehrperson habe immer mehrere Meter betragen.
Als Beweis aus seiner Sicht, dass nie eine Gefahr von ihm ausgegangen sei, führt er die fehlende Anzeige an: «Ich selbst habe mich nach dem Vorfall regulär zu Hause aufgehalten und bin weder polizeilich abgeführt noch mit Auflagen belegt worden», behauptet W.
Gespenstische Ruhe
Der verbale Austausch hat jedoch weitreichende Folgen: Bei der geschlossenen Schule in Reute ist es am Donnerstag gespenstisch ruhig. Die Türen sind geschlossen, die Storen runtergelassen. Hingegen herrscht in der direkt benachbarten Gemeindeverwaltung emsiges Treiben.
Blick konnte dort mit Gemeindepräsidentin Karin Steffen über die Situation sprechen. Es sei der erste Fall in dem Ausmass in der Gegend. «Wir mussten die Schule schliessen, um die Schüler zu schützen», sagt sie. Und weiter: «Ich bin beunruhigt, dass wir solche Schritte ergreifen mussten.»
Zwar habe der Vorfall im Nachbarsdorf Oberegg stattgefunden. «Aber die Kinder des Beschuldigten gehen in Reute in die Schule, darum haben wir hier den Unterricht jetzt unterbrochen», erklärt Steffen. «Wir haben eine Bedrohungslage erkannt und entsprechend gehandelt.»
Weitere Schritte geplant
Nach den Ferien sollen unter Umständen dann weitere Massnahmen ergriffen werden: «Wir sind im Gespräch mit der Polizei, aber Anzeige haben wir noch nicht gemacht. Nächste Woche besprechen wir allfällige strafrechtliche Schritte», so Steffen.
Wie es mit dem Schulbetrieb in Reute weitergeht, ist noch unklar. Bis und mit dem 1. Februar dauern die Schulferien an. Spätestens dann braucht es eine Lösung. Steffen: «Wir arbeiten mit allen zuständigen Stellen zusammen.»
* Name geändert