Schon seit über einem Jahr
Geister-Auto mit Parkkralle in Winterthur ZH gibt Rätsel auf

Ein silberner Mercedes-Benz steht schon seit über einem Jahr verlassen in einer blauen Zone in Winterthur. Während sich Anwohner und Anwohnerinnen über den fehlenden Parkplatz ärgern, versucht die Stadtpolizei erfolglos Kontakt mit dem Besitzer aufzunehmen.
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Ein verwahrlostes Fahrzeug inklusive Parkkralle beschäftigt die Anwohner eines Winterthurer Quartiers.
Foto: Leserreporter

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Seit über einem Jahr steht ein silberner Mercedes in Winterthur
  • Parkkralle wegen unbezahlter Bussen, Besitzer reagiert nicht auf Polizei
  • Entsorgungskosten: 300 Franken pro Auto, 100 Franken pro Motorrad
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Seit geraumer Zeit steht in der blauen Zone der Strahleggstrasse in Winterthur ZH ein Fahrzeug, das Anwohner und Anwohnerinnen stutzig macht: Der silberne Mercedes-Benz A10 sieht verwaist aus, das Nummernschild wurde abmontiert, der Seitenspiegel eingeschlagen. Unübersehbar am Vorderrad prangt eine Parkkralle der Stadtpolizei Winterthur.

Blick-Leser Haydar Y.* fährt regelmässig am mysteriösen Fahrzeug vorbei: «Das Auto steht gefühlt seit einer Ewigkeit in der blauen Zone», sagt der Winterthurer gegenüber Blick. Wem es gehört und wieso es die Polizei nicht abschleppt, wisse man im Quartier nicht.

Polizei gibt dem Halter noch bis Ende September Zeit

Wie Michael Wirz, Mediensprecher von der Stadtpolizei Winterthur, im Gespräch mit Blick sagt, ist der Geister-Mercedes den Behörden bereits bekannt. Tatsächlich steht das Auto seit etwas mehr als einem Jahr an der besagten Strasse. «Es handelt sich dabei um ein Fahrzeug, das mit einem französischen Kennzeichen versehen war», und weiter: «Den Halter zu ermitteln stellte grundsätzlich kein Problem dar.» Wie auch in anderen Fällen sei es jedoch schwierig geworden, diesen zu erreichen. 

Das Ausbleiben einer Reaktion erklärt auch die Parkkralle am Fahrzeug. Diese musste die Stadtpolizei laut Wirz anbringen, nachdem sich Bussen in der Höhe von mehreren 100 Franken angehäuft hatten. Zuletzt hatte man versucht, den Halter mit einem eingeschriebenen Brief zu kontaktieren. «Er hat noch bis Mitte September Zeit, sich bei uns zu melden», sagt Wirz. Falls er auch diese Frist verpasst, würde die Stadtpolizei abklären, ob der PKW verschrottet werden kann.

«Wir streben in Zukunft einen schnelleren Prozess an»

Der silberne Mercedes-Benz ist nicht das einzige Geister-Auto, das das Winterthurer Stadtbild verschandelt. Jüngst sorgten auch herrenlose Fahrzeuge in Veltheim und an der Unteren Vogelsangstrasse für Aufsehen. Oft stammen die PKW aus Osteuropa – und werden auf Kosten der Steuerzahler entsorgt. «Die Kosten belaufen sich bei einem Auto auf ungefähr 300 Franken. Bei einem Motorrad sind es etwa 100 Franken», gibt Wirz an. Besonders absurd: Ausländische Fahrzeuge muss die Stadtpolizei vor der Entsorgung noch verzollen.

Laut Wirz treffen bei der Stadtpolizei öfters Beschwerden wegen solchen Fahrzeugen ein. Dass der Prozess so lange dauert, sei auch nicht im Sinne der Stadtpolizei. «Zum einen werden dadurch Parkplätze blockiert, und zum anderen kann dadurch ein Broken-Window-Effekt entstehen», erklärt Wirz. Was der Effekt beschreibt: Die Hemmschwelle für Delikte nimmt an Orten ab, an denen sichtbare Unordnung herrscht. 

Daher arbeitet die Stadtpolizei derzeit daran, dass die Autos in Zukunft schneller aus der blauen Zone verschwinden. «Man könnte die Fahrzeuge zum Beispiel auf einem separaten Parkplatz provisorisch abstellen», meint Wirz. Auch gebe es derzeit Gespräche darüber, ob der rechtliche Prozess in diesen Fällen etwas verschlankt werden könnte. 

*Name bekannt

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