Darum gehts
- Hund der Familie Cooper stirbt nach Swiss Air Cargo-Transport im April 2025
- Zürcher Flughafen ignorierte Warnzeichen, Hund reiste trotz Schwäche weiter
- Der Hund verlor 2,2 kg, starb vor spezialisierter Klinik Marbella
Voller Vorfreude hat Familie Cooper einen Neuanfang gewagt: Ihr grosser Umzug von Südafrika nach Spanien führte über die Schweiz. Mit auf der Reise waren auch zwei Hunde. Doch für einen davon endet der Umzug tragisch: Blackberry, ein zwölfjähriger Riesenschnauzer, kommt krank und völlig entkräftet im spanischen Málaga an. Kurze Zeit später ist er tot.
«Ich werde erst Frieden finden, wenn Blackberrys plötzlicher und ungerechter Tod aufgeklärt ist und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden», sagt die Besitzerin, die deutsche Rentnerin Inna Cooper, gegenüber Blick. «Das bin ich ihm schuldig.»
Erste Warnzeichen ignoriert?
Die Reise begann in Kapstadt. Dort wurde Blackberry in einem Arztzeugnis, das Blick vorliegt, als flugtauglich eingestuft. Die Flugroute führte über Zürich nach Málaga. Bereits beim Zwischenstopp in der Schweiz habe der Hund deutliche Anzeichen von Schwäche und Gewichtsverlust gezeigt.
Obwohl der zuständige Tierarzt am Flughafen Zürich den Zustand wahrgenommen haben müsse, wie Cooper sagt, sei Blackberry ohne weitere Untersuchung für den Anschlussflug freigegeben worden.
Die Swiss selbst sagt hierzu: «Während des Transits in Zürich wurden beide Hunde versorgt. Blackberry wurde für einige Stunden aus dem Transportcontainer in einen Zwinger gebracht, wo er sich ausruhen konnte; Wasser und Futter werden dort üblicherweise angeboten.» Ein Tierarzt des grenztierärztlichen Teams habe ihn routinemässig untersucht. «Es gab keine Anzeichen von Schwäche oder Fluguntauglichkeit», betont die Swiss. Wäre der Hund nicht transportfähig gewesen, hätte der Tierarzt ein «not fit to fly» ausgesprochen und ihn in eine Klinik einweisen lassen.
Kritischer Zustand bei Ankunft
Bei der Landung in Südspanien bot sich der Familie jedoch ein erschütterndes Bild. «Blackberry war dehydriert, instabil und hatte weissen Speichelschaum am Maul», sagt Cooper. Die Transportbox sei mit Erbrochenem verschmutzt gewesen. «Das Futter, das ich ihm mitgegeben hatte, blieb unberührt», erklärt die Frau. Spätere Messungen von einem Tierarzt in Málaga ergaben einen Gewichtsverlust von 2,2 Kilogramm während der Reise. «Ein Taxifahrer wollte den Hund nicht ins Auto nehmen, weil er zu dreckig war», sagt Cooper.
Trotz dieses Zustands sei am Cargo-Terminal in Málaga keine tierärztliche Hilfe angeboten worden. Stattdessen musste die Familie über zwei Stunden auf die Zollabfertigung warten.
Weitere Verzögerungen
«Eine offenbar unerfahrene Mitarbeiterin zog Blackberry grob aus der Box, scannte ihn zunächst mit ausgeschaltetem Gerät und stiess ihn danach zurück», sagt Cooper. Dies führte zu weiteren Verzögerungen. «Als wir Blackberry endlich erhielten, war er bereits in kritischem Zustand – er schäumte, taumelte und war extrem entkräftet», so die Hundehalterin.
Die Swiss hält dagegen: In Málaga sei der Hund weniger als anderthalb Stunden nach der Landung «in gutem Zustand» übergeben worden. Cooper hätte die Papiere unterschrieben – ohne Anmerkungen.
In einer Tierklinik im südspanischen Estepona wurde kurz darauf ein massiver körperlicher Zusammenbruch festgestellt. Blackberry litt an einer akuten Magendrehung, einem medizinischen Notfall. Es folgten bange Minuten. Auf dem Weg in eine Spezialklinik nach Marbella starb Blackberry schliesslich im Auto seiner Familie. Der Hund wurde laut einem tierärztlichen Bericht rund 20 Minuten lang reanimiert – erfolglos.
Ein riesiger Verlust für die Familie
Für die Coopers wiegt der Verlust schwer. Der Hund war für den im Rollstuhl sitzenden Michael Cooper eine zentrale emotionale Stütze. «Seit dem Vorfall hat sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert», sagt Inna Cooper über ihren Ehemann.
Besonders kritisch blickt die Hundehalterin auf die Abläufe in Zürich, wo der Hund laut Cooper eine sofortige Behandlung benötigt hätte.
Die Airline zeigt sich betroffen, weist jedoch ein Fehlverhalten klar zurück. «Alle Mitarbeitenden, die vom Tod von Blackberry erfahren haben, waren erschüttert», schreibt die Swiss. «Das Wohl eines Haustiers hat für uns eine sehr grosse Bedeutung.» Der Transport des zwölfjährigen Riesenschnauzers sei intern akribisch geprüft worden – in Kapstadt, Zürich und Málaga.
Cooper will nicht aufgeben, bis geklärt ist, wer die Verantwortung für den Tod ihres Hundes trägt. «Er war ein gesunder, geliebter Teil unserer Familie, der Swiss anvertraut wurde und beinahe tot ankam.» Transparenz sei wichtig. «Nicht nur für uns, sondern für jede Familie, die einer Airline ein lebendes Tier anvertraut», sagt sie.