Vier Tage lang war Mouhamed A.* (33) auf der Flucht. Dann konnte der marokkanische Sexualstraftäter in Mailand (Italien) geschnappt werden. Der abgewiesene Asylbewerber war am Mittwochmorgen vor einer Woche vom Gelände des Psychiatriezentrums Rheinau ZH geflohen.
Doch die Gemeinde Rheinau ärgert sich dennoch an einer Sache: Sie hat offenbar erst aus den Medien erfahren, dass überhaupt ein Sexualstraftäter aus ihrer Gemeinde auf der Flucht ist, wie der «Landbote» berichtet.
Keine Information, wenn keine Gefahr für Bevölkerung
Den Entscheid, die Gemeinde nicht zu informieren, begründen die Kantonspolizei und die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK) so: «Aufgrund der Umstände sind die PUK und die Kantonspolizei davon ausgegangen, dass für die Bevölkerung keine unmittelbare Gefahr bestanden hat und sie haben deshalb auch den Gemeinderat nicht direkt informiert», heisst es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Gemeinde.
Doch der Gemeinderat sieht das ganz anders und schreibt weiter: «Wir mussten jedoch feststellen, dass aufgrund der Berichterstattung in den Medien bei Teilen der Bevölkerung ein anderer Eindruck entstanden ist.»
Der Gemeinderat ist von der Klinik jedenfalls nicht direkt informiert worden – und hat deswegen bei der Medienstelle der PUK interveniert. Die Behörde habe von der Klinik eine bessere Informationspraxis verlangt, berichtet die Zeitung. Konkret will die Behörde in ähnlichen Fällen direkt informiert werden, statt aus den Medien von einem solchen Vorfall erfahren zu müssen. (sib)
*Name bekannt
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