Darum gehts
- Ingenieur aus Crans-Montana bestreitet Beteiligung und Genehmigung von Bauplänen von 2015/2025
- Bauleiter gestand, Ingenieursnamen ohne Zustimmung genutzt zu haben – um Zeit zu sparen
- 17 Personen in Ermittlungen verwickelt, nächste Befragungen am 2. November
Ein Bauingenieur aus Crans-Montana wurde am Dienstag zur Infernobar Le Constellation befragt. Nach einem Bericht von BFMTV soll sein Name auf Bauplänen für Arbeiten an der Bar in den Jahren 2015 und 2025 aufgetaucht sein. Der betroffene Ingenieur wird normalerweise als fachkundiger Gutachter für die Gebäudesicherheit eingesetzt, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Bei der Befragung gab der Ingenieur jedoch an, nie für eine Genehmigung konsultiert worden zu sein. Sein Name sei ohne seine Zustimmung verwendet worden.
Der Ingenieur erklärte weiter, er habe die Pläne erst durch einen Anruf eines Schweizer Mediums nach Beginn der Ermittlungen gesehen. Auf Nachfrage bei der Bauleitung der Gemeinde Crans-Montana habe sich der Verantwortliche entschuldigt und eingeräumt, den Namen des Ingenieurs ohne dessen Wissen hinzugefügt zu haben, um Zeit zu sparen. Konkret ging es dabei um Pläne zu einem Terrassenanbau der Bar und einem Loch in einer tragenden Wand. Beide Bauprojekte hatten jedoch keinen direkten Einfluss auf die Sicherheitsvorkehrungen der Bar.
Wie korrekt wurden Bauvorschriften eingehalten?
Zwar besteht zwischen den genannten Bauprojekten kein direkter Zusammenhang zum verheerenden Brand vom 1. Januar, doch die neuen Details werfen generelle Fragen über die Einhaltung von Bauvorschriften in Crans-Montana auf. Besonders brisant: Der Chef des Bauamts der Gemeinde, der für die Genehmigungen verantwortlich war, steht nun selbst unter Anklage, unter anderem wegen fahrlässiger Brandstiftung und schwerer Körperverletzung. Insgesamt sind 17 Personen, darunter das Betreiberpaar Jessica und Jacques Moretti, in die Ermittlungen verwickelt.
Die Untersuchungen im Fall Crans-Montana gehen weiter: Für den 2. November und 2. Dezember sind erneute Befragungen von Jessica und Jacques Moretti vorgesehen.